Biografie

Adam Riese

Der deutsche Rechenmeister schrieb mehrere Rechenbücher, wie zum Beispiel "Rechnung auf Linien und Federn" (1522), "Ein Gerechent Büchlein/ auff den Schöffel/ Eimer/ vnd Pfundtgewicht" (1533) und "Rechenung nach der lenge/ auff den Linihen vnd Feder" (1555). Adam Riese verfasste seine Bücher zumeist nicht wie üblich in Latein, sondern in Deutsch. Seine Rechenbücher orientierten sich an der Praxis und waren weniger Theoriewerke. Sie lehrten die praktische Rechenweise und enthielten viele Aufgaben aus dem Tätigkeitsbereich von Handwerkern und Händlern. Darüber hinaus leitete der Beamte im sächsischen Bergbau zwei Rechenschulen. Der Ausspruch "Macht nach Adam Riese..." ging in den Volksmund ein...
Adam Riese wurde im Jahr 1492 im oberfränkischen Staffelstein am Main geboren.

Riese hielt sich in der Zeit von 1518 bis 1522/23 in Erfurt auf. Dort begegnete ihm der bekannte Humanist, Arzt und Universitätsgelehrte Georg Stortz. 1518 wurde Rieses erstes Rechenbuch mit dem Titel "Rechenung auff der Linihen" veröffentlicht. 1522 folgte sein zweites Rechenbuchbuch mit dem Titel "Rechenung auff der Linie unnd Federn". Das zweite Buch wurde zwischen 1522 und 1656 in mehreren hundert Auflagen immer wieder herausgebracht. "Rechnen auf der Linie" bedeutete, dass man auf den Linien eines Rechenbretts rechnete. In seinem zweiten Buch beschreibt der Rechenmeister neben dem Rechnen mit einem Rechenbrett noch das Ziffernrechnen mit arabischen und indischen Ziffern. Adam Riese verfasste seine Werke nicht wie üblich in lateinischer Sprache, sondern in Deutsch. Damit trug er nicht nur zu einer vermehrten Rezeption seiner Werke bei, sondern auch zur Vereinheitlichung der deutschen Sprache. Latein war damals die Sprache der Gelehrten und wurde von den wenigsten verstanden.

Im Jahr 1523 verließ Riese Erfurt und siedelte nach Annaberg über. Dort befand sich ein bedeutendes Bergbauzentrum seiner Zeit. Außerdem zählte Annaberg mit 12.000 Einwohnern als zweitgrößte Stadt von Sachsen zu einem wichtigen wirtschaftlichen Zentrum. Seit dem Jahr 1523 war Adam Riese als Beamter im sächsischen Bergbau beschäftigt und betätigte sich dort im Jahr darauf als Rezessschreiber. Im gleichen Jahr, 1524, stellte er die erste Fassung der "Coß" fertig, die aber ungedruckt blieb. Darunter ist eine Einführung in die Algebra zu verstehen, in der erstmals ein Wurzelzeichen auftrat. 1992 erschien das Manuskript mit Kommentierung gedruckt im Verlag B. G. Teubner. Adam Rieses Rechenbücher orientierten sich an der Praxis und waren weniger Theoriewerke. Sie lehrten die praktische Rechenweise und enthielten viele Aufgaben aus dem Tätigkeitsbereich von Handwerkern und Händlern. Sie benötigten neue Rechenmethoden, die ihnen Riese in einer klaren und verständlichen Sprache lieferte.

Im Jahr 1525 heiratete Adam Riese. Im gleichen Jahr erwarb er ein Haus in der Johannisgasse in Annaberg. Dort eröffnete er auch eine Rechenschule. In dieser Zeit erwarb er das Bürgerrecht. In der Zeit von 1527 bis 1535 war er als Rezessschreiber in Marienberg tätig. Zugleich war er im Bergamt in Annaberg Gegenschreiber. Adam Riese verfasste im Jahr 1533 die "Annaberger Brotordnung". Aber er schrieb in der Zeit zwischen 1533 und 1559 auch für andere Städte wie Leipzig, Joachimsthal, Hof und Leipzig Brotordnungen, in denen er klare Vorschriften zum Umgang mit Brot und Brötchen formulierte. In den Jahren von 1533 bis 1539 war Riese Zehntner im Bergamt Geyer. 1539 wurde er zum "Churfürstlichen Sächsischen Hofarithmeticus" ernannt. In den beiden Jahren 1541 und 1542 war Riese Verleger von Namenspapieren (Kux), von Beteiligungen an einer bergrechtlichen Gewerkschaft. Diese Tätigkeit führte er für die "Fröhliche Gesellschaft" aus. In den Jahren von 1544 bis 1550 arbeitete er an seiner zweiten Fassung von "Coß".

Das Werk blieb in der handschriftlichen Fassung und kam auch nicht in der zeitgenössischen und nachfolgenden Fachwelt zur Verbreitung. Aus diesem Grund wurde auch nicht die Bedeutung von Adam Riese als einer der bedeutendsten Mathematiker im 16. Jahrhundert weiterhin bekannt. Mit seinen Rechenwerken wurde er zum Vorreiter und Wegbereiter des heutigen Rechnens. 1550 erschien in Leipzig sein Werk mit dem Titel "Rechnung nach der lenge auf der Linihen und Feder". In wissenschaftlichen Kreisen wird der Nachnahme Riese als "Ries" geschrieben. Noch heute ist der Ausspruch "Nach Adam Riese macht das..." aktuell. Er soll die Richtigkeit eines einfachen Ergebnisses besonders deutlich hervorheben.

Adam Riese starb am 30. März 1559 in Annaberg.

NameAdam Riese

Geboren am26.03.1492

GeburtsortStaffelstein

Verstorben am30.03.1559

TodesortAnnaberg

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