Biografie

Achmed Sukarno

Der javanische Lehrersohn ging bei der niederländischen Kolonialmacht zur Schule, bevor er gegen sie den nationalen Kampf für die indonesische Unabhängigkeit erfolgreich führte. Achmed Sukarno stellte von 1950 bis 1967 den ersten Präsidenten der Republik Indonesien, über die er in einer Art "gelenkter Demokratie" herrschte und die er selbstbewusst gegen die Großmachtinteressen im südostasiatischen Raum vertrat. Der Gründungsvater der indonesischen Republik wird bis heute als "Bung Karno" verehrt...
Achmed Sukarno wurde am 6. Juni 1901 in Surabaya auf Ostjava geboren.

Sein Vater, Sukemi Sukarno, war muslimischer Schullehrer. In dessen Schule genoss Sukarno bis 1914 eine gute Ausbildung auch im islamischen Glauben, in den westlichen Wissenschaften und in indonesischer Kultur. Im Anschluss daran konnte er außerdem eine Grundschule der niederländischen Kolonialmacht besuchen, was ein großes Privileg für einheimische Schüler war. In Surabaya besuchte er schließlich eine niederländische Oberschule, die er 1921 mit Abschluss verließ. Inzwischen hatte auch Indonesien, nach dem Beispiel Chinas, Indiens und der Philippinen, seine eigene nationale Unabhängigkeitsbewegung entwickelt: Die 1908 gegründete Vereinigung Budi Umoto (Reines Bestreben) mündete 1912 in die Gründung der Sarekat Islam (Islamische Union), der Umar Sayed Tjokroaminoto, der Mentor Sukarnos in Surabaya, vorstand.

Im Jahr 1921 nahm Sukarno ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule von Bandung auf. Die javanische Großstadt brodelte zu jener Zeit über von nationalistisch orientierten Studenten, welche die Befreiung Indonesiens herbeiführen wollten. Sukarno gründete 1925 einen Studienklub, den er zwei Jahre später zur Nationalen Partei Indonesiens (NPI) fortentwickelte, zu deren Vorsitzenden er gewählt wurde. Die NPI wurde zum Mittelpunkt einer breiteren Bewegung, die sich als Vereinigung der Politischen Organisationen des Indonesischen Volkes der Unabhängigkeit der Inselgruppe verschrieb. 1929 wurde Sukarno von der niederländischen Kolonialmacht verhaftet und für zwei Jahre ins Gefängnis gesteckt. Nach seiner Entlassung übernahm er erneut die Führung der NPI.

Im Jahr 1933 wurde er erneut verhaftet und ins Exil nach Florens geschickt, wo er bis zur japanischen Besetzung der Insel im Jahr 1942 lebte. Mit den Japanern kehrte Sukarno nach Java zurück. In der Folge versuchte er, durch Zusammenarbeit mit den neuen Besatzern, denen er bei der Rekrutierung von einheimischen Arbeitskräften half, die nationale Sache Indonesiens voranzubringen. Er gründete ein politisches Beratergremium und stellte indonesische Streitkräfte auf. Angesichts der sich abzeichnenden japanischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg setzte die japanische Besatzung zu Jahresbeginn 1945 ein Komitee unter dem Vorsitz Sukarnos ein, das die Unabhängigkeit Indonesiens vorbereiten sollte. Bald darauf proklamierte Sukarno die Unabhängigkeit Indonesiens. Militärische Widerstände der Niederländer, die ihren vorherigen Kolonialbesitz zurückzuerobern suchten, konnten in der Folge niedergeschlagen werden.

In der Zeit 1949/50 sahen sich die Niederlande gezwungen, offiziell die unabhängige indonesische Republik anzuerkennen, zu deren Präsident Achmed Sukarno erhoben wurde. Aufgrund innenpolitischer Differenzen und Spannungen errichtete Sukarno 1960 sein System der "gelenkten Demokratie" in Indonesien, die zwar den verschiedenen Parteien die Meinungsäußerung erlaubte, ohne dass diese allerdings noch an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen durften. Die politischen Entscheidungen blieben dem Präsidenten vorbehalten, der zunehmend die Unterstützung der erstarkenden Kommunistischen Partei Indonesiens bis zu deren Putschversuch von 1965 fand. Auf außenpolitischen Gebiet ging Sukarno bald auf Konfrontationskurs gegenüber den USA, deren Wirtschaftshilfe er abwies, und gegenüber der Sowjetunion, indem er sich auf die Seite des kommunistischen Chinas stellte.

Im Zusammenhang mit einem Staatsstreichversuch der KPI geriet Sukarno 1965 in öffentlichen Misskredit, da er zuvor im Innern auf die kommunistische Unterstützung gebaut hatte. Das anschließende Blutbad an den Kommunisten, dem 250.000-300.000 Indonesiern zum Opfer fielen, konnte Sukarno nicht mehr verhindern. 1967 übernahm General Suharto die Macht, der 1968 offiziell zum indonesischen Staatspräsidenten erhoben wurde.

Achmed Sukarno starb am 21. Juni 1970 an akuter Nierenvergiftung in Jakarta. Aus sieben Ehen hinterließ er mehrere Töchter und einen Sohn. Die Indonesier verehren ihn bis heute als "Bung Karno" oder "Bapak", als Gründungsvater ihrer Republik.

Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameAchmed Sukarno

Geboren am06.06.1901

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortSurabaya (Java, Indonesien)

Verstorben am21.06.1970

TodesortJakarta (Indonesien)