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Johann Gottlieb Fichte
Der Philosoph gilt neben Georg W. F. Hegel als wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus. Er entwickelte auf der Grundlage von Kants Kritizismus seinen metaphysischen Idealismus. Sein Hauptwerk ist die "Wissenschaftslehre", in der er die prinzipielle Begründung der gesamten Philosophie darlegt. Johann Gottlieb Fichte vollzog den theoretischen Schritt über die Transzendentalphilosophie Immanuel Kants hinaus und erarbeitete dadurch die Grundlagen für die philosophischen Werke Georg Wilhelm Friedrich Hegels und Friedrich Wilhelm Schellings. Seine Idee der Selbst-Setzung des Ich regte bis in die Moderne Philosophen wie Max Weber oder Jean-Paul Sartre an...
Biografie
Johann Gottlieb Fichte wurde am 19. Mai 1762 in Rammenau in der Oberlausitz als Sohn einer kinderreichen Leinenweberfamilie geboren.

Fichte wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ein fürstliches Stipendium ermöglichte ihm den Besuch der Stadtschule in Meißen. Ab dem Jahr 1774 war er Schüler der Fürstenschule in Naumburg. Ab dem Jahr 1780 studierte er zunächst in Jena und dann in Leipzig Theologie. Nebenbei arbeitete er als Hauslehrer. Dann zog er nach Zürich, wo er ebenfalls als Hauslehrer tätig war. Dort begegnete er Marie Johanna Rahn, seiner späteren Frau.

Im Jahr 1790 löste er sich von Zürich und zog als Hauslehrer nach Leipzig. In dieser Zeit kam er erstmals mit Immanuel Kants "Kritik der reinen Vernunft" in Berührung. Das Werk hinterließ großen Eindruck auf ihn. Daraufhin verfasste er im Jahr 1792 in nur kurzer Zeit seine Schrift "Versuch einer Kritik aller Offenbarung". Darin wurden einige religionsphilosophischen Folgen Kantischer Philosophie vorweggenommen.

Kant erhielt das Werk als anonym verfasst und publizierte es. Zunächst wurde es in der Öffentlichkeit als Kants eigene Arbeit angesehen. Nachdem sich herausstellte, dass Fichte der Verfasser gewesen war, wurde er plötzlich berühmt. Es folgte eine weitere Auflage des Werkes. Gottlieb Fichte gab seine Hauslehrerstelle bei dem Grafen von Krockow auf und kehrte im Jahr 1793 nach Zürich zurück. Dort heiratete er und widmete sich die nächste Zeit der Philosophie und dem Schreiben.

Aufgrund seiner erfolgreichen Erstlingsschrift erhielt Fichte im Jahr 1794 einen Ruf an die Jenaer Universität. Weger seiner Schrift "Über den Grund unseres Glaubens an eine göttliche Weigerung" wurde ihm der Vorwurf des Atheismus gemacht. Fichte wurde beschuldigt, Gott als unpersönlich dargestellt zu haben, da er ihn als eine moralische Weltordnung auffasst. Diese religiösen Querelen, die als "Atheismusstreit" berühmt wurden, und andere Konflikte ließen ihn seinen Abschied von Jena nehmen.

Fichte ging nach Berlin. Nach der Niederlage Preußens siedelte er nach Königsberg über und dann nach Kopenhagen. Im Jahr darauf kehrte er aber nach Berlin zurück, das von den Franzosen besetzt war. In den beiden Jahren 1807 und 1808 hielt er dort seine "Reden an die Nation", die in ihn einer breiten Öffentlichkeit bekannt machten. Darin forderte er die Deutschen zur sittlichen Erneuerung auf.

Fichte war zunächst ein glühender Anhänger der Französischen Revolution und ihrer Ideen. Seinen leidenschaftlichen Enthusiasmus für die historischen Ereignisse legte er in seiner im Jahr 1793 erschienenen Schrift "Zurückforderung der Denkfreiheit von den Fürsten Europas, die sie bisher unterdrückten", nieder. Doch nachdem sich Napoleon selbst zum Kaiser inthronisierte, und er die liberalen Revolutionserrungenschaften rückgängig machte, lehnte er Napoleon ab und verband ihn mit dem Bösen.

Fichte machte seinen Widerstand gegen die französischen Besatzer öffentlich. 1809 wurde er in Berlin Professor. Zwei Jahre später wurde er der erste gewählte Rektor an der Universität Berlin. Für Fichte war Philosophie eine "Wissenschaftslehre", so wie er sie in seinem gleichnamigen Werk auch bezeichnete. Sie bedeutete ihm Selbstbeobachtung, zu der er drei "Tathandlungen" festsetzte. Darin ist für Fichte das Ich, die Persönlichkeit, gleichbedeutend mit Geist, Wille, Sittlichkeit und Glaube.

In seiner Philosophie sind Dinge außerhalb des Ich gesetzte Realitäten, die das Ich als "Tathandlung" vollführt. Das Bewusstsein einer Dingwelt außer dem Menschen erkannte er als ein menschliches Vorstellungsvermögen und zugleich als Freiheit. Und so kommt er auf den Schluss, dass die Welt nichts anderes als der Stoff der menschlichen Tätigkeit sei. In seiner sittlichen Philosophie forderte er die Ausbildung des Körpers und des Geistes sowie die Eingliederung in die menschliche Gesellschaft.

Als politischen Anspruch erhob er das Recht auf formale Freiheit, auf Schutz vor Gewalt, auf Eigentum, auf Arbeit und auf die Teilhabe an den staatswirtschaftlichen Gewinnen. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem die Titel "Sittenlehre" (1798), "Die Bestimmung des Menschen" (1800), "Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters" (1804–1805) oder "Anweisung zum seligen Leben" (1806).

Fichte infizierte sich bei seiner Frau, die als Lazaretthelferin arbeitete, an Typhus.

Johann Gottlieb Fichte starb am 19. Januar 1814 in Berlin.
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Biografie
Werksverzeichnis
Nachname: Fichte
Vorname: Johann Gottlieb
Geburtsdatum: 1762-05-19
Geburtsort: Rammenau (D).
Todesdatum: 1814-01-19
Todesort: Berlin (D).
Sternzeichen: Steinbock 22.12 - 20.01
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