Porträt des Monats: Heinrich Karl Ludolf von Sybel

Auf den 1. August 2015 fällt der 120. Todestag von Heinrich Karl Ludolf von Sybel.

Der Sohn eines deutschen Juristen im Adelsstand studierte in den 1830er Jahren an der Berliner Universität Geschichte unter Leopold von Ranke. Sybel lehrte dann als Professor für Geschichte an den Universitäten Bonn, Marburg und München. Neben seiner akademischen Tätigkeit tat er sich immer wieder auch durch ein intensives Engagement für die liberale Nationalbewegung in den deutschen Staaten hervor, das nicht ohne Auswirkungen auf seine wissenschaftliche Betätigung blieb.

Als gemäßigt-liberaler Abgeordneter war Sybel während der Revolutionen von 1848/49 im Frankfurter Vorparlament und in der Kasseler Ständeversammlung vertreten. Nach dem Scheitern der Revolutionen wandte sich der Historiker jenem Flügel der deutschen Nationalbewegung zu, der eine deutsche Einigung unter preußischer Führung anstrebte. Darüber hinaus engagierte sich der Historiker politisch im Preußischen Abgeordnetenhaus, in dem er in den 1860er und 1870er Jahren vertreten war. Im akademischen Bereich stand Sybel im neuen deutschen Kaiserreich ab 1875 an der Spitze der Preußischen Staatsarchive.

Noch kurz vor seinem Tod konnte er die Veröffentlichung seiner Forschungen über "Die Begründung des deutschen Reiches durch Wilhelm I." (1889-1994) abschließen. Das Monumentalwerk steht im Zusammenhang zur kleindeutsch-borussischen Nationalgeschichtsschreibung, die sich nach der Bismarckschen Reichseinigung von 1871 um die Legitimierung des neuen deutschen Nationalstaats bemühte und dabei Sybel zu ihren Hauptvertretern zählen konnte.


Biografie von Heinrich Karl Ludolf von Sybel ...