Biografie

Walter Mehring

NameWalter Mehring

Geboren am29.04.1896

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am03.10.1981

TodesortZürich (CH).

Walter Mehring

Der Schriftsteller avancierte zum profiliertesten Lyriker der Weimarer Republik. In seiner satirischen Kabarettlyrik vereinigte Walter Mehring dadaistische und expressionistische Stilströmungen, die er gegen Spießbürgertum, Politik, Kirche und Nationalsozialismus abschoss. Mehring knüpfte in seiner Vortragslyrik thematisch an die traditionelle derb-witzige Vagantendichtung des französischen Dichters François Villon an. Zu Walter Mehrings sprachlichen Experimenten gehörte die Rhythmisierung nach Jazzmustern. Sein Gesamtwerk wird neben lyrischen Arbeiten und Chansons komplettiert durch Zeichnungen, Übersetzungen und Hörspiele. Zwischen den Jahren 1978 und 1983 wurden Walter Mehrings Werke in einer zehnbändigen Gesamtausgabe herausgegeben...
Walter Mehring wurde als Sohn eines jüdischen Schriftstellers und Chefredakteurs am 29. April 1896 in Berlin geboren.

Mehring besuchte das Gymnasium und absolvierte das Abitur. Danach begann er ein Studium der Kunstgeschichte an der Berliner und Münchner Universität. Er widmete sich aber dann dem Schreiben und veröffentlichte seit dem Jahr 1916 in der Literaturzeitschrift "Der Sturm" von Herwarth Walden sowie in anderen Medien. Danach schrieb er Texte für Kabaretts, wie zum Beispiel für "Größenwahn", "Wilde Bühne" oder für Max Reinhardts "Schall und Rauch". Noch in dieser Zeit entwickelte sich Mehring zu einem der führendsten Mitglieder der Berliner Expressionisten und Dadaisten. 1920 gründete er in Berlin das "Politische Cabaret". Er schrieb für die Wochenzeitschrift "Die Weltbühne".

Im Jahr 1922 verließ er Berlin und ließ sich in Paris nieder. Dort arbeitete er als Journalist. Danach kehrte er wieder nach Berlin zurück und arbeitete mit dem Theaterleiter und -regisseur Erwin Piscator zusammen. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 emigrierte Walter Mehring zunächst nach Paris. 1934 ging er nach Wien, wo er als Journalist tätig war. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 kehrte er zurück nach Paris. 1941 zog sich Walter Mehring in die USA zurück. 1953 siedelte er wieder nach Europa über. Mehring wurde bekannt mit seiner Kabarettlyrik, die er bewusst gegen die bücherne Lyrik einsetzte. Sie war antibürgerlich und orientierte sich thematisch an der grotesken Balladentradition des französischen Künstlers François Villon aus dem Spätmittelalter.

Mehring verarbeitete darin expressionistische und dadaistische Stilelemente zu satirischen Texten, die er für seine Gesellschaftskritik am bürgerlichen Spießbürgertum, an der Politik und an der Kirche einsetzte. Dabei unternahm er sprachliche Experimente, in dem er seinen Ausdruck mit jazzmusikalischen Rhythmen ausstattete. Mehring verfolgte damit die Absicht, die Komplexität des modernen Großstadtlebens nachzuempfinden. Auch in seinen Prosawerken gab sich der Schriftsteller satirisch-gesellschaftskritisch, wie zum Beispiel in dem Titel "Müller. Chronik einer deutschen Sippe." von 1935. Mit seinen Stücken trat er offen dem Nationalismus und Antisemitismus entgegen und brachte seine antifaschistische Haltung zum öffentlichen Ausdruck. 1929 wurde das Theaterstück "Der Kaufmann von Berlin" uraufgeführt. Darin stellt Mehring die Grausamkeiten der Nationalsozialisten vorausschauend dar.

Das Stück entwickelte sich zum Skandal. Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete sich Walter Mehring dem Schreiben von Erinnerungsstücken. So entstand im Jahr 1951 in den USA der Titel "The Lost Library", zu Deutsch: "Die verlorene Bibliothek. Autobiografie einer Kultur", in der Mehring melancholisch die Bücher seines Vaters als Symbol einer vergangenen Kultur betrachtet und zudem auf die Anfänge der Berliner Dadaismus-Zeit zurückschaut. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem Titel wie "Einfach klassisch! Eine Orestie mit glücklichem Ausgang" (1919), "Das politische Cabaret" (1920), "Das Ketzerbrevier" (1921), "Wedding-Monmerte in zehn Chansons" (1923), "Europäische Nächte" (1924), "In Menschenhaut. Aus Menschenhaut. Um Menschenhaut herum. Phantastika" (1924), "Neubestelltes abenteuerliches Tierhaus" (1925) und "Westnordwestviertelwest oder Über die Technik des Seereisens" (1925).

Weiter folgten "Algier oder Die 13 Oasenwunder" (1927), "Paris in Brand" (1927), "Die Gedichte, Lieder und Chansons des Walter Mehring" (1929), "Arche Noah SOS. Neues trostreiches Liederbuch" (1931), "Verrufene Malerei" (1958), "Morgenlied eines Gepäckträgers" (1959), "Kleines Lumpenbrevier. Gossenhauer und Gassenkantaten" (1965) oder "Großes Ketzerbrevier. Die Kunst der lyrischen Fuge" (1974). Sein Gesamtwerk wird neben lyrischen Arbeiten und Chansons komplettiert durch Zeichnungen, Übersetzungen und Hörspiele. Zwischen den Jahren 1978 und 1983 wurden Walter Mehrings Werke in einer zehnbändigen Gesamtausgabe herausgegeben.

Walter Mehring starb am 3. Oktober 1981 vereinsamt in Zürich.

NameWalter Mehring

Geboren am29.04.1896

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am03.10.1981

TodesortZürich (CH).

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