Biografie

Karl Valentin

NameValentin Ludwig Fey

AliasKarl Valentin

Geboren am04.06.1882

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortMünchen (D).

Verstorben am09.02.1948

TodesortPlanegg bei München (D).

Karl Valentin

Der deutsche Kabarettist, Komiker und Filmproduzent wurde besonders durch seine groteske Körpersprache und als gefeierter "Wortzerklauberer" in seinen Sketchen von Kritikern wie Kurt Tucholsky oder Alfred Kerr gefeiert. Der Pessimismus in seinen Witzen kam aus einem realen Hintergrund und lag in den Erfahrungen Karl Valentins mit seiner Umwelt begründet. Einer seiner bekanntesten Sketche, "Die Orchesterprobe", stammt aus dem Programm "Tingeltangel". Auch im Medium Film setzte er seine Komik um. Bekannt wurde sein Panoptikum von einem Glas mit Berliner Luft. In den 1960er Jahren erfuhren die Stücke von Karl Valentin ein breites Comeback...
Karl Valentin wurde als Sohn des Spediteurs Johann Christoph Fey und seiner Frau Maria Johanna, geborene Schatte, am 4. Juni 1882 in der Münchner Vorstadt Au geboren.

Karl Valentin, mit bürgerlichem Namen Valentin Ludwig Fey, begann 1897 nach dem Besuch einer Privatschule eine Lehre als Schreiner. Zwei Jahre später machte er die Bekanntschaft von Gisela Royes, seiner späteren Ehefrau. Aus dieser Verbindung gingen zwei Töchter hervor. In der Zeit von 1899 bis 1901 arbeitete Valentin als Tischlergeselle. Im Jahr darauf besuchte er die Komikerschule Strebel in München. Bereits seinen ersten Auftritt am 1. Oktober 1901 absolvierte er unter seinem Künstlernamen Karl Valentin. Noch während dieser Vorstellung starb sein Vater. Im Anschluss leitete Valentin zusammen mit seiner Mutter das Speditionsgeschäft Falk und Fey, das 1906 als bankrottes Unternehmen verkauft wurde.

Im gleichen Jahr zog Valentin mit seiner Familie ins sächsische Zittau, der Heimatstadt der Mutter. 1907 startete er eine Tournee. Doch der Erfolg mit dem selbst gebauten Musikgerät "Lebendes Orchestrion" blieb aus und Valentin kehrte nach München zurück. Dort war er zunächst in einem Gasthaus tätig. Ab dem Jahr 1908 hatte er mit seinen Monologen "Das Aquarium" Erfolg und wurde von der Volkssängerbühne im "Frankfurter Hof" engagiert. Valentins Komik beruhte auf der grotesken Sprache seines langen Körpers auf ulkigen Wortspielereien und Slapsticks. Oftmals trafen seine Witze das Publikum oder seine eigene Person. Der Pessimismus und der tragische Charakter seiner Komik hatte einen realen Hintergrund.

Valentin rieb sich oft an der Realität, an behördlichen oder gesellschaftlichen Gegebenheiten oder an seinen Mitmenschen. 1911 machte er die Bekanntschaft von Elisabeth Wellano, seiner späteren Bühnenpartnerin als Lisl Karlstadt. In dieser Zeit heiratete er Gisela Royes. In den Jahren 1912/13 erschien der erste noch heute erhaltene Stummfilm mit dem Titel "Karl Valentins Hochzeit", in dem er die Ehe-Institution der Satire preisgibt. In seiner Begeisterung vom Medium Film drehte Karl Valentin rund 40 Filme, die oftmals von seinen Bühnenwitzen handeln. 1914 entstanden die ersten Arbeiten zum Programm "Tingeltangel", das auch den bekannten Sketch "Die Orchesterprobe" enthält. Vom Militärdienst aus gesundheitlichen Gründen befreit, gab Karl Valentin im Ersten Weltkrieg fast 120 Vorstellungen in Lazaretts.

Ab 1915 leitete er das Münchner Kabarett "Wien-München". Zusammen mit Berthold Brecht parodierte Valentin dessen Stück "Trommeln in der Nacht" in den Münchner Kammerspielen. Der Komiker wirkte 1922/23 neben Brecht, Erich Engel, Lisl Karlstadt und Blandine Ebinger in dem surrealistischen Film "Mysterien eines Friseursalons". In dieser Zeit trat Valentin erstmals im Ausland auf. Sein erstes Gastspiel in Berlin 1923 wurde von Alfred Kerr und Kurt Tucholsky begeistert aufgenommen. Er wurde wegen seiner sprachlichen Akrobatik als "Wortzerklauberer" bezeichnet. 1929 entstand Valentins letzter bekannter Stummfilm "Der Sonderling". Zwei Jahre später eröffnete er sein eignes Theater im Goethe-Saal in der Münchner Leopoldstraße.

Wegen Feuerschutzauflagen entstanden Auseinandersetzungen mit der Polizei. Im Jahr 1932 wirkte er an seinem ersten Tonfilm "Die verkaufte Braut" mit. Dem NS-Regime gegenüber nahm er eine skeptische Haltung ein, ließ aber keine politischen Äußerungen verlauten. 1934 eröffnete Karl Valentin sein "Panoptikum" als Ausstellung von Grusel- und Unsinnsstücken wie zum Beispiel ein Glas Berliner Luft. Doch das Projekt scheiterte zunächst, bis er es im Jahr darauf wieder eröffnet wurde – doch mit dem gleichen Misserfolg. Nachdem die NS-Schergen den Film "Die Erbschaft", an dem Valentin mitwirkte, wegen "Elendstendenzen" verboten hatten, bekam er selten Filmangebote. Ab dem Jahr 1939 hatte der Komiker und seine neue Partnerin und Geliebte Annemarie Fischer Erfolg mit dem Projekt "Ritterspelunke", eine Mischung aus Panoptikum, Kneipe und Theater.

Auseinandersetzungen mit NS-Behörden waren ein Grund für die Schließung der wirtschaftlich erfolgreichen "Ritterspelunke". Aus der Räumlichkeit sollte ein Luftschutzkeller werden. Von 1940 bis 1947 trat er nicht in der Öffentlichkeit auf, schrieb aber viele Dialogstücke und Gedichte. Im Jahr 1943 entstand sein letztes Theaterstück "Familiensorgen". Aus wirtschaftlicher Not wurde er für die Münchner Feldpost journalistisch tätig. Nach dem Krieg versuchte sich Valentin mit dem Verkauf von Haushalsartikeln in Eigenbau über Wasser zu halten. Die Hörfunkserie im Bayerischen Rundfunk "Es dreht sich um Karl Valentin" wurde eingestellt, da sich die Hörer über den zu großen Pessimismus beschwerten.

Es folgten 1946 Rundfunk- und Plattenaufnahmen sowie im Jahr darauf ein gemeinsamer Auftritt mit Lisl Karlstadt.

Karl Valentin starb am 9. Februar 1948 in Planegg bei Münchenan an einer Erkältung durch Unterernährung.
1912
Karl Valentins Hochzeit

1912
Die lustigen Vagabunden


1913
Der neue Schreibtisch

1921
Die Schönheitskonkurrenz oder: Das Urteil des Paris

1921
Der entflohene Hauptdarsteller

1923
Mysterien eines Frisiersalons

1923
Auf dem Oktoberfest

1929
Der Feuerwehrtrompeter

1929
Der Sonderling

1932
Im Photoatelier

1932
Die verkaufte Braut (Valentins erster Tonfilm)

1933
Orchesterprobe

1934
Der Zithervirtuose

1934
Es knallt

1934
Der verhexte Scheinwerfer

1934
Im Schallplattenladen

1934
Der Theaterbesuch

1934
So ein Theater!

1934
Der Firmling

1935
Kirschen in Nachbars Garten

1936
Musik zu zweien

1936
Die Erbschaft

1936
Strassenmusik

1936
Ein verhängnisvolles Geigensolo

1936
Die karierte Weste

1936
Beim Rechtsanwalt

1936
Kalte Füße/Beim Nervenarzt

1936
Der Bittsteller

1936
Donner, Blitz und Sonnenschein

1937
Ewig Dein

1938
München

1938
Der Antennendraht/Im Senderaum

1941
In der Apotheke

NameValentin Ludwig Fey

AliasKarl Valentin

Geboren am04.06.1882

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortMünchen (D).

Verstorben am09.02.1948

TodesortPlanegg bei München (D).

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