Biografie

Ulrike Folkerts

Die deutsche Film- und Theaterschauspielerin, Buchautorin und Hörbuchsprecherin wurde einem breiten Publikum vor allem als unnahbare Kommissarin "Lena Odenthal" bekannt, die sie seit rund 21 Jahren in der internationalen ARD-Krimiserie "Tatort" spielt. Mittlerweile zählt sie zu den bekanntesten TV-Kommissarinnen Deutschlands. Doch Ulrike Folkerts fühlt sich auch in klassischen Stücken auf der Theaterbühne zu Hause, so bei den Salzburger Festspielen in Hugo von Hoffmansthals "Jedermann". Privat macht die prämierte Darstellerin und Sprecherin vor allem durch ihr soziales Engagement z.B. als Botschafterin im Aktionsbündnis Landmine von sich reden...
Ulrike Folkerts wurde am 14. Mai 1961 im nordhessischen Kassel geboren.

Ihre Mutter war als Avon-Beraterin tätig und der Vater als Schaufensterdekorateur bei Sarotti. Nach dem Abitur folgte ein längerer Aufenthalt in den USA. Wieder zurück in Deutschland versuchte Folkerts eine Ausbildung als Schauspielerin. Doch in Berlin und Hannover fiel sie durch die Schauspielprüfung. Danach studierte sie kurz in Erlangen Theaterwissenschaft. Um diese Zeit scheiterte abermals eine Aufnahme zur Schauspielerausbildung in Hamburg und München. Mit einem letzten Anlauf in Hannover hatte sie unter insgesamt 900 Bewerbern mehr Glück. In der Zeit von 1982 bis 1986 studierte sie an der Hochschule für Musik und Theater in der niedersächsischen Landeshauptstadt unter anderem Bewegungs- und Sprachunterricht sowie Improvisation. Nach dem Abschluss fand Folkerts ein Engagement am Staatstheater Oldenburg.

Es folgte der erste Kinofilm mit dem Titel "Das Mädchen mit den Feuerzeugen", eine Art modernes Märchen, in dem sie eine Nebenrolle spielte. Nachdem sie das Staatstheater Oldenburg einvernehmlich verließ, winkte ein Engagement am nordrhein-westfälischen Schlosstheater von Moers. Doch Ulrike Folkerts folgte einer Einladung des Südwestrundfunks in Baden-Baden. Dort suchte man eine neue TV-Kommissarin für die Tatort-Serie. Sie bekam den Zuschlag und stand 1989 erstmals als Kommissarin Lena Odenthal aus Ludwigshafen vor der Tatort-Kamera. Im gleichen Jahr zog sie nach Berlin. Da das Schauspielhonorar nicht ausreichte, jobbte sie nebenher, unter anderem in der Charlottenburger Bar. Auch vermittelte ihr die TV-Rolle keine weiteren Engagements. Im Gegenteil – sie war zunächst auf diese Rolle festgelegt. 1999 wurde in der Presse bekannt, dass Ulrike Folkerts lesbisch ist.

Im gleichen Jahr wurde sie als Hörbuch-Sprecherin mit dem Hörbuch-Preis ausgezeichnet. Neben Kriminalgeschichten trägt Folkerts auch Kinder- und Jugendbücher vor. Erst nach einiger Zeit ging die Schauspielerin mit ihrem Lesbendasein offener um. So startete sie als Schwimmerin an den EuroGames und Gay Games und gewann mehrere Medaillen. 2001beteiligte sie sich an einem Kinospot der Lesbenberatungsstelle München. Im Jahr darauf wurde sie mit dem Publikums-Bambi ausgezeichnet. 2005 wurde Folkerts Biographie veröffentlicht, darin auch ein Kapitel ihrem Coming-Out gewidmet ist. Drei Jahre später erschien ihr "Bilderbuch" mit dem Titel "Glück gefunden", das sie zusammen mit ihrer Lebensgefährtin Katharina Schmidt geschrieben hatte. Mittlerweile hat sich die Schauspielerin etwas von ihrer Polizisten-Rolle gelöst.

Sie spielte 2005 und 2006 als erste Frau in der 85-jährigen Tradition der Salzburger Festspiele die Rolle des "Tods" im Jedermann. Auch in anderen Filmtiteln wie "Die Leibwächterin" (2005), "Ich bin eine Insel" (2007), "Willkommen zu Hause" und "Liebe in anderen Umständen" (beide 2009) zeigt sie ein breites und vielfältiges Spektrum ihres schauspielerischen Könnens. Im September 2011 lief der 54. Lena-Odenthaler-Tatort über den Bildschirm. Nach Medienberichten wirkt Ulrike Folkerts zwar als unnahbare und coole TV-Polizistin auf ihr Publikum, doch wird ihrer Rolle ebenfalls eine emanzipatorische Wirkung nachgesagt: Sie steht als Beispiel für Frauen, die glaubhaft und authentisch eine Polizistenrolle ausfüllen können.

Privat setzt sich Ulrike Folkerts für andere ein. So ist sie beispielsweise als Botschafterin des Aktionsbündnisses Landmine unterwegs, prangert Firmen an, die mit Landminen Geld verdienen, und war an einer Minenräumung präsent. Folkerts` soziales Engagement wurde 2007 mit dem Courage-Preis und dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Auch unterstützt sie die Initiative burundikids e.V., die sich Waisen- und Straßenkindern in Burundi widmet. Sie hilft Menschen mit Down-Syndrom und war Patin für Spielerinnen der Frauen-Fußball-WM 2011.

NameUlrike Folkerts

Geboren am14.05.1961

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortKassel (D).