Biografie

Thomas von Aquin

Der italienische Dominikaner ist einer der einflussreichsten Philosophen und Theologen der Geschichte; er gehört zu den Bedeutendsten der 35 katholischen Kirchenlehrer (seit 1567). Mit seinem Hauptwerk "Summa Theologiae" begründete er seine überzeitliche Bedeutung als Theologietheoretiker. Mit seinem Werk legte er die bis heute gültige Ausprägung katholischer Theologie. Als scholastischer Philosoph versuchte Thomas von Aquin mit den Mitteln der aristotelischen Metaphysik die Welt in ihrer positiven Bedeutung, ihrer Größe und Eigenständigkeit für den Glauben zurück zu gewinnen. Dabei machte er aber auch deutlich, dass wir von Gott nicht wissen können, was er ist, sondern nur, was er nicht ist. So gibt es zwei Arten des Wissens: Das Wissen um die Grundlagen des Lebens, das von Gott kommt, und das Wissen über die weltlichen Dinge, das wir durch Anwendung unserer Vernunft erlangen...
Thomas von Aquin (auch Divus Thomas (der göttliche Thomas), Doctor communis (der allen gemeinsame Lehrer, genannt)), wurde als Spross des italienischen Grafengeschlechts derer von Aquino vermutlich 1225 oder 1224 auf Burg Roccasecca östlich von Aquin,nahe Neapel, geboren.

In Monte Cassino besuchte er als "Gottgeweihtes Kind" die Klosterschule, bis die Mönche des Klosters 1239 von Friedrich II. in der Auseinandersetzung mit Papst Gregor IX. vertrieben wurden. Im Anschluss reiste er nach Neapel, wo er Artes liberales an der Universität studierte, welche von Friedrich II., als Gegenstück zu der päpstlichen Universität von Bologna, gegründet wurde. Hier fand der Schüler zur Logik und Naturphilosophie des Aristoteles, der ihn zentral prägte. 1244 trat er dem Orden der Dominikaner bei. Die Familie widersetzte sich diesem Beitritt und nahm ihn für ein Jahr in Arrest, ehe er zum Orden zurückkehren konnte.

In den Jahren 1245 bis 1248 studierte Thomas als Bruder des Klosters Saint Jacques in Paris. 1248 reiste er mit Albert dem Großen als Schüler der Dominikaner für vier Jahre nach Köln, ehe er 1252 nach Paris zurückkehrte. Hier begann Thomas als Baccalaureus mit der Lehrtätigkeit, die in der Kommentierung der Sentenzen des Petrus Lombardus bestand. Auch griff Thomas in die Diskussion um die Anerkennung der Bettelorden ein. Mit dem "Sentenzenkommentar" entstand indes sein erstes Hauptwerk. 1256 erfolgte seine Berufung zum Magister und damit zum Lehrstuhlinhaber. 1259 wurde Thomas wieder nach Italien versetzt, wo er als Lehrer am päpstlichen Hof tätig wurde. In dieser Zeit schloss er auch sein in Paris begonnenes Werk "Handbuch gegen die Heiden" ab.

Ab 1266/67 arbeitete er an den Schriften zu seinem Hauptwerk "Summa Theologiae", welches als Lehrbuch für Anfänger imTheologiestudium gedacht war und die "Sentenzen" des Petrus Lombardus ersetzen sollte. Seine Arbeit wurde eine umfassende Gesamtdarstellung der Theologie, die seine überzeitliche Bedeutung für die gesamte christliche Religionswissenschaft begründete. Thomas wurde 1269 nach Paris zurückberufen. 1272 reiste er im Auftrag von König Karl von Anjou nach Neapel, um an der Universität die theologische Fakultät aufzubauen. Von dort plante er 1274 am Konzil in Lyon teilzunehmen.

Auf dem Weg dorthin verstarb Thomas von Aquin am 7. März 1274 in der Zisterzienserabtei Fossa Nova. Die "Summa Theologiae" blieb nach dem Erreichen der Frage 90 des Dritten Buches am 6. Dezember 1273 unvollendet. Am 7. März 1323 wurde er vom Franziskaner-Papst Johannes XXII. heilig gesprochen und 1567 durch Papst Pius V. zum Kirchenlehrer erhoben, der damit seine gegenreformatorischen Bemühungen unterstrich. Bis in das 20ste Jahrhundert blieb sein Gedenktag sein Todesdatum. Mit der Überführung seiner Reliquien in die Jakobus-Kirche nach Toulouse wurde dieser auf den 28. Januar bestimmt.

NameTommaso d’Aquino

AliasThomas von Aquin

Geboren am01.01.1225

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortAquino (I).

Verstorben am07.03.1274

TodesortFossanova (I).