Biografie

Thomas More

Der englische Jurist, Staatsmann und Staatsphilosoph Thomas More, latinisiert Morus, schuf mit seinem staatsphilosophischen Hauptwerk "Utopia" (1516) eine neue Literaturgattung, nach der sämtliche politische Literatur mit Utopien bezeichnet wurde. Später dehnte sich dieses Merkmal auch auf die Gattung des Romans aus, als Spielart des utopischen Romans. In seinem Hauptwerk schuf er den Idealstaat "Utopia" auf einer fernen Insel. Darin propagierte er die Abschaffung des individuellen Eigentums, religiöse Toleranz und die Priester als Erzieher der Jugend. In seiner Traditionslinie entstanden unter anderem Voltaires "Candice ou l`optimisme" aus dem Jahr 1759, Samuel Butlers "Erewhon" aus dem Jahr 1872 oder William Morris` "A Dream of John Ball and a King`s Lesson" aus dem Jahr 1886/87...
Thomas More wurde am 7. Februar 1478 in London geboren.

More, in latinisierter Form bezeichnete er sich Thomas Morus, studierte an der Universität Oxford Naturwissenschaften, Theologie, Rechtswissenschaften und Literatur. Ab dem Jahr 1496 war er Schüler der Rechtsschule Lincoln`s Inn. Zwei Jahre später machte er die Bekanntschaft des bekannten Humanisten Erasmus von Rotterdam, aus der sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. 1499 realisierte er sein Vorhaben, als Mönch zu leben. Er begab sich zu den Kartäuser-Mönchen und lebte nach deren Regeln. Er studierte bei ihnen klassische Philosophie, Griechisch und Literatur. Nach vier Jahren verließ er die Mönche wieder. 1501 erhielt er seine Zulassung als Anwalt. Zwei Jahre später war er Mitglied im englischen Unterhaus.

Unter König Heinrich VIII. machte Thomas More schnell eine steile politische Karriere. 1510 wurde er Untersheriff von London. Er wurde Gesandter seines Landes und reiste in dieser Funktion in die Niederlanden. 1518 wurde er Geheimer Staatsrat. 1523 avancierte er zum Sprecher des Unterhauses und im Jahr 1529 zum Lordkanzler. Er war ein Vertrauter und Berater des Königs und stellte sich schützend vor ihn gegen die Angriffe der Protestanten. In seinem Namen verfasste er die Schrift "Verteidigung der sieben Sakramente". Unter den Pseudonym W. Ross antwortete er auf ein Schreiben von Martin Luther. Thomas More war ein Anhänger des Papsttums. Aus diesem Grunde konnte er auch nicht den staatskirchlichen Plänen von Heinrich VIII. zustimmen, der die katholische Geistlichkeit unter seine Verfügungsgewalt bringen wollte.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Haltungen trat More im Jahr 1532 von dem Posten des Lordkanzlers zurück. Diese Abweichung von der königlichen Auffassung in der Kirchenangelegenheit hatte für Thomas More weitreichendere Folgen als der Rücktritt. More hatte die Kirchenpolitik von Heinrich VIII. soweit mitgestaltet, wie es um den Konflikt mit den Protestanten ging. Doch einer Gründung einer Staatskirche konnte More unmöglich zustimmen, da er die päpstliche Gewalt und Hoheit bedingungslos anerkannte. Aus diesem Grunde lehnte er eine kirchliche Führungs- und Entscheidungsgewalt durch den König ab. Er weigerte sich den Suprematseid auf den König als kirchliches Oberhaupt zu leisten. In dieser Haltung blieb Thomas More verharrt und zog sich dadurch den Unmut und die Ungunst des Königs zu.

Der einstige Vertraute des Königs wurde festgenommen und wegen Hochverrats angeklagt. Der Prozess endete mit einem Todesurteil durch Enthaupten für Thomas More. Thomas Mores Hauptschrift "Utopia" wurde im Jahr 1516 veröffentlicht und machte ihn bekannt. Als ein dialogischer Reisebericht geschrieben, schildert More darin das Leben in dem Idealstaat "Utopia" auf einer fernen Insel. Dort gibt es kein individuelles Besitztum, das, wie auch alle anderen Einzelinteressen, zugunsten des Staatswesens als Gesellschaft aufgegeben ist. So besitzt dort beispielsweise niemand ein Grundstück, der gesamte Boden gehört der Gemeinschaft. Jeder der Gesellschaftsmitglieder von Utopia hat den gleichen Zugang zur Bildung. Thomas Mores "Utopia" ist ein Gegenentwurf zur englischen Realität und ein Idealmodell vom Staatswesen.

Mit diesem Werk orientierte er sich an den Ideen Platons in dessen Werk "Staat" und dem Werk von Pico della Mirandola. Die Eigentumslosigkeit ist als Vorläufer der späteren Theorie zum utopischen Kommunismus zu sehen. More hatte als erster den Zusammenhang zwischen Besitztum und der kritischen Betrachtung zur Ausbeutung literarisch dokumentiert. Als Folge davon müssen in "Utopia" auch alle arbeiten. Eine klare Gegenaussage zur bestehenden Wirklichkeit, in der die Minderheit der Reichen und Besitzenden auf Kosten der arbeitenden Besitzlosen leben und diese weiter in die Armut treiben. Mores Anschauungen in seinem Werk "Utopia" führten bis ins 19. Jahrhundert zur theoretischen Begründung des utopischen Sozialismus von Karl Marx und Friedrich Engels, die ihn dann zur Wissenschaft erhoben.

Als literarisches Vorbild machte Mores Werk eine ebensolche lange Zeitreise. In seiner Traditionslinie entstanden unter anderem Voltaires "Candice ou l`optimisme" aus dem Jahr 1759, Samuel Butlers "Erewhon" aus dem Jahr 1872 oder William Morris` "A Dream of John Ball and a King`s Lesson" aus dem Jahr 1886/87.

Thomas More starb am 6. Juli 1535 durch Enthauptung in London. More wurde im Jahr 1935 von der katholischen Kirche heilig gesprochen.

NameThomas More

Geboren am07.02.1478

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortLondon (GB).

Verstorben am06.07.1535

TodesortLondon (GB).