Biografie

Thilo Sarrazin

Der deutsche Politiker und Volkswirtschaftler machte sich seit 1975 im öffentlichen Dienst verdient. Von 2000 bis 2001 profilierte sich Thilo Sarrazin bei der Deutschen Bahn AG als Entwickler des Volksaktienmodells der Deutschen Bahn; von 2002 bis April 2009 war er Finanzsenator im Berliner Senat, ehe er im Mai 2009 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank wurde. In seiner Karriere zeigte sich Sarrazin mehrfach als streitbarer Gegner insbesondere in Sozialfragen des Landes. Sein 2010 erschienenes Buch mit dem Titel "Deutschland schafft sich ab" wurde in der Öffentlichkeit vielfach als Provokation kritisiert und löse ein großes Medienecho aus...
Thilo Sarrazin wurde am 12. Februar 1945 in Gera, als Sohn eines Arztes, geboren.

Aufgewachsen ist er in Recklinghausen in einer hugenottischen Familie die ursprünglich südfranzösischer Herkunft war. Seine Mutter stammte aus einer Familie früherer westpreußischer Gutsbesitzer. Ab seinem siebten Lebensjahr besuchte er ein Kinderheim in Bayern. Nach Abschluss der Schule mit Abitur am altsprachlichen Gymnasium Petrinum und dem Wehrdienstes, studierte Sarrazin von 1967 bis 1971 Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn.

Im Anschluss war er Assistent am Institut für Industrie- und Verkehrspolitik der Universität Bonn. 1973 promovierte er zum Dr. rer. pol.. Von November 1973 bis Dezember 1974 war er wissenschaftlicher Angestellter der Friedrich-Ebert-Stiftung. Mitte der 1970er Jahre trat er auch der SPD bei. Im öffentlichen Dienst des Bundes war Sarrazin ab 1975 tätig. In den Jahren von 1975 bis 1978 war er Referent im Bundesministerium der Finanzen (1977 Abordnung zum IWF nach Washington, D.C.). Darauf wurde er bis 1981 Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung; ab 1981 erneut im Bundesfinanzministerium.

Im Oktober 1981 wurde Sarrazin Büroleiter und Mitarbeiter von Bundesfinanzminister Hans Matthöfer, ehe er Nachfolger von Manfred Lahnstein wurde. Im Bundesfinanzministerium war er weiter Leiter mehrerer Referate, darunter von 1989 bis 1990 des Referats "Innerdeutsche Beziehungen", das die deutsch-deutsche Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion vorbereitete. Indes war er auch zeitweise für den Schienenverkehr verantwortlich. Von 1990 bis 1991 verdiente er sich für die Treuhandanstalt. Im Anschluss war er bis 1997 Staatssekretär im Ministerium für Finanzen in Rheinland-Pfalz. Darauf wurde er Vorsitzender der Geschäftsführung der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG).

Im Frühjahr 2000 wurde er im Konzern der Deutsche Bahn AG vier Monate als Leiter der Konzernrevision und anschließend, ab 1. September 2000, als Vorstandsmitglied der DB Netz, zuständig für Planung und Investitionen. In dieser Zeit profilierte er sich als Entwickler des Volksaktienmodells der Deutschen Bahn, das die Ausgabe von stimmrechtslosen Volksaktien vorsah. Im Januar 2002 wurde er in Berlin Senator für Finanzen. Hier führte er eine strenge Spar- und Haushaltspolitik. 2007 kam es zum ersten Haushaltsüberschuss (80 Mio. €) in der Geschichte des Landes Berlin. Parallel erwarb er sich mit Äußerungen zur Berliner Sozial- und Bildungspolitik den Ruf eines Provokateurs.

In der Hauptstadt wurde er unter anderem Mitglied des Aufsichtsrats der Berliner Verkehrsbetriebe, der Charité, der Investitionsbank Berlin und der Vivantes GmbH. 2009 wurde er Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank. Am 30. April 2009 gab er sein Senatorenamt ab; Sarrazins Nachfolger wurde Ulrich Nussbaum. Für die Bundesbank verantwortete er ab dem 1. Mai 2010 die Bereiche Informationstechnologie, Risiko-Controlling und Revision. Ende August 2010 erschien sein Buch "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen". Der Titel wurde in der Öffentlichkeit vielfach als Provokation kritisiert und löse ein großes Medienecho aus.

Privat ist Thilo Sarrazin mit Ursula Sarrazin, geb. Breit, verheiratet und Vater von zwei Söhnen.
1974
Ökonomie und Logik der historischen Erklärung. Zur Wissenschaftslogik der New Economic History.

1974
Krise und Planung in marxistischer Sicht: Das Beispiel Habermas. In: Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik (zusammen mit Manfred Tietzel).

1976
Investitionslenkung: "Spielwiese" oder "vorausschauende Industriepolitik?" (als Herausgeber).

1978
Beiträge zur Sozialpolitik (als Herausgeber).

1997
Der Euro: Chance oder Abenteuer?

1998
Reform der Finanzverfassung.

1998
Der Euro.

1999
Ansatzpunkte für eine europäische Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik.

2004
Gestaltung der Zukunftsfähigkeit Berlins in Zeiten knapper Kassen.

2007
Regionale bzw. kommunale Entwicklungen im Bereich der Wohnungs- und Städtebaupolitik.

2008
Neue Wege zu einer angemessenen Finanzverteilung im Bundesstaat.

2010
Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.

NameThilo Sarrazin

Geboren am12.02.1945

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortGera (D).