Biografie

Sonia Gandhi

Die italienische Unternehmerstochter heiratete 1968 in die indische Gandhi-Dynastie ein. Im Schatten ihrer Schwiegermutter Indira Gandhi und ihres Ehemannes Radjiv Gandhi erlangte sie Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit des Subkontinents. Nach deren gewaltsamen Tod stieg Sonia Gandhi zur moralischen Instanz Indiens auf. Auf der politischen Bühne führte sie zugleich die Kongresspartei als deren Vorsitzende 1998-2004 an die Regierungsmacht, die sie für sich selbst aber ausschlug ...
Sonia Maino wurde am 9. Dezember 1946 Lusiana, Vicenza, als Tochter eines Industrieunternehmers geboren.

Nach der Schule ging Maino 1964 für ein Sprachstudium ins englische Cambridge. Im Jahr darauf freundete sie sich dort mit Radjiv Gandhi, dem Sohn der indischen Premierministerin Indira Gandhi, an. Das Paar heiratete 1968, und Sonia Gandhi begleitete ihren Ehemann in dessen indische Heimat, wo dieser zunächst als Pilot bei den Indian Airlines tätig wurde. Ab Beginn der 1980er Jahre galt Gandhis Ehemann als Nachfolger seiner Mutter. 1981 wurde er erstmals für die Kongresspartei ins indische Parlament gewählt. Als Indira Gandhi 1984 einem Attentat zum Opfer fiel, erhob man ihren Sohn Radjiv zum neuen Regierungschef. Sonia Gandhi nahm 1984 die indische Nationalität an und beeinflusste die Regierungsgeschäfte ihres Mannes im Hintergrund.

Im gesellschaftlichen Vordergrund absolvierte sie ein Studium der Kunstrestauration. Auch tat sie sich mit einer Edition des Briefwechsels von Indira Gandhi hervor. Bei den Wahlen von 1989 wurde Radjiv Gandhi, dessen Regierung durch Bestechungsskandale in die Schlagzeilen geraten war, nicht mehr in der politischen Führung des Landes bestätigt. Als auch er im Mai 1991 einem Attentat zum Opfer fiel, lehnte Sonia Gandhi den ihr angetragenen Vorsitz über die Kongresspartei ab. Die Witwe zog sich in den folgenden Jahren zwar aus der Öffentlichkeit zurück, im Hintergrund übte sie jedoch als Präsidentin der Radjiv-Gandhi-Stiftung weiterhin politischen Einfluss aus. Durch zahlreiche Initiativen zur Erinnerung an ihren Ehemann und an die Gandhi-Dynastie avancierte sie sogar zur Hüterin des modernen indischen Nationalgedächtnisses. Vertreter aller Parteien erwiesen ihr Anerkennung.

Ab 1997 zeigte sich Gandhi offen auf der politischen Bühne: Sie trat in die Kongresspartei ein und wirkte 1998 aktiv am Wahlkampf mit, durch den sie ein stabiles Ergebnis für ihre Oppositionspartei erzielen konnte. Noch im selben Jahr stieg sie zur Präsidentin der Kongresspartei auf. Nach dem Rücktritt der Regierung von Atal Bihari Vajpayee im April 1999 wurde Gandhi in einen parteiinternen Machtkampf innerhalb der Kongresspartei verwickelt, bei dem sie jedoch ihre Führungsposition behaupten konnte. Gegner warfen ihr in diesem Zusammenhang vor allem ihre italienische Abstammung vor, um ihre nationale Gesinnung im Sinne der indischen Interessen öffentlich in Zweifel zu ziehen. Als Spitzenkandidatin der Kongresspartei erlitt Gandhi jedoch bei den anschließenden Neuwahlen im Herbst 1999 eine deutliche Niederlage. In der folgenden Legislatur führte sie dennoch als Fraktionsvorsitzende die Oppositionspartei im indischen Parlament an.

Hierbei kooperierte sie mit ihrem führenden Parteikollegen Manmohan Singh. Im November 2000 wurde Gandhi auch als Präsidentin der Kongresspartei wiedergewählt. Nachdem sie für ihre Partei 2002 mehrere Wahlerfolge bei Abstimmungen in einzelnen Unionsstaaten erzielt hatte, führte sie die Kongresspartei bei den Parlamentswahlen vom Frühjahr 2004 zum Wahlsieg. Nach dem Wahlsieg der Kongresspartei schlug Gandhi zur Überraschung der indischen und internationalen Öffentlichkeit das Amt des Regierungschefs jedoch aus. Wegen massiver Widerstände nationalistischer Hindu-Kreise verzichtete sie Mitte Mai 2004 auf das Amt des indischen Regierungschefs, für das sie ihren Parteikollegen Manmohan Singh vorschlug. Daraufhin berief die Partei am 22. Mai 2004 Singh zum neuen Premierminister der Republik Indien.

Als Präsidentin der Kongresspartei nimmt Gandhi jedoch im Hintergrund weiterhin Einfluss auf die indische Regierungspolitik.

Sonia Gandhi lebt in Neu Delhi und ist Mutter von zwei Kindern.

NameSonia Gandhi

AliasSonia Maino

Geboren am09.12.1946

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortLusiana, Vicenza (I).