Biografie

Rosemarie Nitribitt

Die Laufstegdame gilt als Deutschlands berühmteste Prostituierte. Der Tod der in Frankfurt am Main tätigen Edelhure entwickelte sich zum ersten Gesellschaftsskandal der jungen Bundesrepublik Deutschland. Ihre Ermordung im Jahr 1957 wurde nie aufgeklärt. Der Mord wurde daraufhin mit Mitgliedern von Gesellschaftskreisen in Verbindung gebracht, die über ausreichend Einfluss verfügten, um dessen Aufklärung zu verhindern. 1996 wurde der TV-Film "Das Mädchen Rosemarie" des deutschen Regisseurs Bernd Eichinger gesendet, der die Geschichte der Prostituierten Rosemarie Nitribitt erzählt...
Rosemarie Nitribitt wurde am 1. Februar 1933 in Düsseldorf geboren.

Nitribitt wuchs in einfachen Verhältnissen in Düsseldorf auf. Ihr Bildungsniveau blieb niedrig. Ausgestattet mit einer gewissen Schönheit, merkte sie bereits mit 14 Jahren, dass sich Männer damit fangen lassen. Sie beginnt, ihren Körper zu verkaufen, zunächst als einfache Prostituierte. Zu ihren anfänglichen Kunden gehörten amerikanische Soldaten. Sie siedelte von Düsseldorf nach Koblenz über. Nitribitt arbeitete als Kellnerin und später als Laufstegdame bei Modevorführungen in Frankfurt am Main. Schnell kam sie darauf, wie noch mehr Geld zu verdienen ist. Ihre einfache Herkunft überspielte sie, sie lernte Englisch und Französisch. Mittlerweile arbeitete sie im Rotlichtmilieu als Prostituierte rund um das Areal des Frankfurter Hauptbahnhofs.

Furore machte sie in einschlägigen Kreisen, als sie sich einen roten Mercedes SL 190 Cabriolet zulegte und damit auf Freiersuche ging. Das machte sie in der Mainmetropole bekannt. Sie erhielt Zutritt zu gesellschaftlich gehobenen Kreisen, zu denen Rechtsanwälte, Ärzte oder Unternehmer gehörten. Sie wurden ihre Freier, die sie in ihrer Frankfurter Wohnung empfing. Über ihre Kunden hielt sie Buch. Nitribitt avanvierte zu Deutschlands berühmtester "Lebedame". Am 1. November 1957 wurde Rosemarie Nitribitt ermordet und von Kriminalpolizeibeamten tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Ihre Leiche war furchtbar zugerichtet. Es fanden sich unter anderem Würgemale an ihrem Hals. Neben dem Mercedes Cabriolet SL 190 hinterließ sie noch ein Vermögen von 90.000 DM in bar und einen Pudel namens "Joe".

In ihrer Wohnung wurde auch ein Notizbuch gefunden, in dem sie die Namen ihrer Kunden eintrug. Der Täter wurde nie ermittelt, deswegen brodelte die Gerüchteküche um den Mordfall republikweit. Die Kriminalpolizei hielt die Personennamen geheim, es sollen über 100 gewesen sein. Darunter sollen sich zahlreiche führende Persönlichkeiten aus der Politik, Wirtschaft und Industrie wie zum Beispiel ein Bankdirektor aus Bad Homburg gefunden haben. Beerdigt wurde sie in Düsseldorf, der Heimatstadt ihrer Mutter. Der Mordfall beschäftigte die ganze Republik und wurde 1957 ein Medienspektakel ohnegleichen. Das Verbrechen im Sexmilieu deckte die gesellschaftliche Prüderie der Adenauer-Ära in den 1950er Jahren auf.

Im Jahr darauf erschien der Roman "Rosemarie – des deutschen Wunders liebstes Kind", der die Geschichte der Rosemarie Nitribitt erzählt. Kurz darauf wurde der Roman als zeitkritische Version verfilmt unter dem Titel "Das Mädchen Rosemarie". Darin spielte Nadja Tiller die Rolle der Nitribitt, außerdem wirkten weitere bekannte deutsche Schauspieler wie Gert Fröbe, Mario Adorf, Peter van Eyck und Carl Raddatz mit. Politiker versuchten, die Veröffentlichung des Films zu verhindern, doch erfolglos. Noch fast vierzig Jahre nach dem Mord beschäftigt der Fall die Gegenwart. Im Jahr 1996 kam ein Remake mit dem gleichen Titel als Fernsehversion von dem Regisseur Bernd Eichinger heraus. Die Titelrolle der Prostituierten spielt die Stuttgarter Schauspielerin Nina Hoss.

Die schauspielerischen Leistungen bekamen gute Kritiken. Der Streifen wurde mit hochkarätigen deutschen Schauspielern besetzt. In den weiteren Rollen wirkten mit Til Schweiger, Hannelore Elsner, Katja Flint und Heiner Lauterbach.

NameRosemarie Nitribitt

Geboren am01.02.1933

GeburtsortDüsseldorf (D).

Verstorben am01.11.1957

TodesortFrankfurt a.M. (D).