Biografie

Rosa Luxemburg

Die polnische Politikerin und Publizistin wurde neben Karl Liebknecht führende Person des linken, antimilitaristischen Flügels der SPD und bedeutende Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung. 1894 wurde sie mit Leo Jogiches Mitgründerin der "Sozialdemokratie des Königreichs Polen und Litauen". Gegen die Kriegsbeteiligung der SPD gründete sie 1914 die "Gruppe Internationale". Mit Liebknecht leitete Rosa Luxemburg dann den daraus hervorgehenden Spartakusbund. Ende 1918 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der KPD, deren erstes Parteiprogramm Luxemburg mitverfasste. Nach dem "Januar-Aufstand" 1919 in Berlin, wurde sie zusammen mit ihrem Mitstreiter und Wegbegleiter Liebknecht von Freikorbsoldaten ermordet. "Freiheit ist immer die des Andersdenkenden...".
Rosa Zamosc wurde am 5. März 1870 in Polen, als Tochter des jüdischen Holzhändlers Eliasz Luxemburg und dessen Ehefrau Line geb. Löwenstein geboren.

Erzogen wurde sie nach dem jüdischen Glauben. Nach dem Umzug der Familie nach Warschau besuchte sie dort ab 1880 das Zweite Mädchengymnasium. 1888 legte sie ihr Abitur ab. Darauf studierte sie an der Universität Zürich Philosophie, Mathematik, Geschichtswissenschaften, Politik, Ökonomie mit Schwerpunkt Staatswissenschaften. 1894 gründete sie gemeinsam mit Leo Jogiches und Julian Balthasar Marchlewski die "Sozialdemokratie des Königreiches Polen" (SDKP, ab 1900 "Sozialdemokratie des Königreiches Polen und Litauen" - SDKPiL) als revolutionäre Alternative zur bestehenden "Polnischen Sozialistischen Partei" (PPS). 1897 promovierte Luxemburg in Zürich summa cum laude zum Thema "Polens industrielle Entwicklung".

Im Jahr 1898 heiratete Rosa Luxemburg Gustav Lübeck; sie erhielt damit die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie reiste nach Berlin und wurde Mitglied der SPD. Ab 1903 war Rosa Luxemburg Mitglied des Internationalen Sozialistischen Büros. In dieser Funktion lehrte sie an der Partei-Schule der SPD in Berlin und bei Veranstaltungen der Partei sprach sie in ganz Deutschland vor großem Publikum. Bei der Redaktion der Sächsischen Zeitung erhielt sie eine Anstellung als Journalistin. Als solche wurde sie 1904 wegen "Majestätsbeleidigung" gegen Kaiser Wilhelm II. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, von denen sie sechs Wochen verbüßte.

Nun nahm sie auch Einfluss auf die Politik der Sozialdemokraten in Polen und nahm 1906 in Warschau an der Russischen Revolution teil. Hier erfuhr sie derart Zustimmung, dass das Volk sie die "Geniale" und "die Göttliche" nannte. Gegenüber der Reformpolitik der SPD-Führung vertrat Rosa Luxemburg einen revolutionären, gegenüber dem Parteizentralismus der russischen Bolschewiki einen demokratischen Marxismus. 1907 wurde sie erneut wegen "Anreizung zum Klassenhass" erneut zu zwei Monaten Haft verurteilt. Luxemburg setzte sich in ihren Schriften mit dem beginnenden Reformismus in der Sozialdemokratie auseinander.

Am 5. August 1914 gründete Rosa Luxemburg mit sechs anderen Parteilinken, wie Franz Mehring und Clara Zetkin, die "Gruppe Internationale", der sich wenig später auch Karl Liebknecht anschloss. Aus dieser ging 1917 die "Spartakusgruppe" hervor, deren "Spartakusbriefe" Liebknecht und Luxemburg herausgaben. Die folgende Spaltung der SPD provozierte sie 1914 mit ihrer energischen Haltung gegen den Krieg. 1915 wurde sie verhaftet und ins Gefängnis gesperrt; Liebknecht wurde zum Kriegsdienst eingezogen. Der kurzen Freilassung 1916 folgte erneute Inhaftierung wegen Hochverrats. 1917 war sie Mitinitiatorin des "Spartakus Bundes".

Im Dezember 1918 gründeten die Spartakisten und andere linkssozialistische Gruppen die KPD. Luxemburg verfasste deren Programm. Sie verfasste am 14. Januar 1919 über die Revolution: "Ich war, ich bin, ich werde sein". Im Anschluss an den Berliner "Januaraufstand" der Spartakisten wurde ihr Mitstreiter Karl Liebknecht, gemeinsam mit ihr, von Freikorpsoffizieren entführt und im Berliner Hotel Eden stundenlang verhört und gefoltert.

Am 15. Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg, zusammen mit ihrem Wegbegleiter Karl Liebknecht, von ihren Peinigern am Berliner Landwehr-Kanal ermordet.

NameRosa Luxemburg

Geboren am05.03.1870

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortZamosc (PL).

Verstorben am15.01.1919

TodesortBerlin (D).