Biografie

Richard Serra

Der US-amerikanische Künstler zählt zu den bedeutendsten Metallbildhauern des Minimalismus. In den 1960er Jahren stellte er Versuche mit neuen Materialien, wie Gummi oder Neon und ihrer Komposition an, nachdem er mit der Arte poevera Bekanntschaft gemacht hatte. In seinem Werk steht oftmals die Schwerkraft im Mittelpunkt, indem er unter anderem schwere Cor-Ten-Stahlplatten gegeneinander lehnt und verankert. Die noble gegenseitige Ausbalancierung der Objekte verleiht ihnen eine scheinbare Leichtigkeit. Seine gegenstandslosen Skulpturen in bisweilen monomentalen Ausmaßen treten in den Dialog mit dem Raum und erzeugen ein neues, eigenes Körpergefühl. Dabei ist seine Arbeit frei von allen politischen oder gesellschaftlichen Thematisierungen...
Richard Serra wurde am 2. November 1939 in San Francisco geboren.

Serra studierte von 1957 bis 1961 in Berkeley und Santa Barbara. Nach dem Abschluss als Bachelor of Arts absolvierte er seine weiteren Studien mit dem Titel Magister der Schönen und Freien Künste. Er war von 1961 bis 1964 Schüler des deutsch-amerikanische Malers und Designers Josef Albers an der University of California und an der Yale University in New Haven. Anschließend verdingte er sich in einem Stahlwerk. 1964 unternahm er eine Reise nach Italien. Dort stieß er auf die Strömungen von Arte pova und Minimal Art, die ihn beeinflussten. 1966 zog er nach New York und knüpfte Kontakte zu Künstlern der Minimal Art.

Seine Anregungen verarbeitete Serra in plastischen Werken, die er mit Materialien wie Blei, Neonröhren oder Gummi ausstattete. In den Jahren 1966 und 1967 entstand dazu die Arbeit mit dem Titel "Belts". Ende der siebziger Jahre realisierte Richard Serra eine Art Prozesskunst, indem er beispielsweise durch Werfen verformtes Blei ausstellte. 1969 schuf er in dieser Weise sein Objekt "Casting". Ab dem Jahr 1968 fertigte Serra Monumentalplastiken aus Stahl und Eisen an. Darüber hinaus wurde er in den Techniken Druckgraphik, Zeichnung, Video und Film tätig. Die Themen seiner stählernen und eisernen Großplastiken sind Masse und Schwere.

Die tonnenschweren und viele Meter hohen Metallplatten sind so kombiniert, dass sie sich größtenteils durch ihre Anordnung und ohne zusätzliche Verankerungen im Gleichgewicht halten. Serra glückt diese Positionierung seiner Kunstobjekte aufgrund genauester Berechnungen. Die physikalischen Gesetze wie das Gleichgewicht und die Schwerkraft sind nicht nur zentrales Thema seiner plastischen Kunstwerke, sondern zugleich Teil der Kunstobjekte selbst. Beim Betrachter bewirken die bis zu 17 Meter hohen Metallplatten in ihrer scheinbaren Leichtigkeit und angesichts fehlender Befestigungssysteme eine Abwägung von Wagnis und Gefühle der Unsicherheit.

Mit diesen Kompositionen orientiert sich Richard Serra eher an Entwürfen aus der Architektur. Zur Erstellung seiner Monumentalplastiken zieht er Ingenieure und Monteure zu Rate. Sein Beschäftigungsareal geht weit über sein Atelier hinaus. In den Jahren 1976 und 1977 installierte er in dieser Weise das Objekt "Terminal" in Bochum. Die Plastiken des Künstlers stellen einen ambivalenten Bezug zu ihrer Umgebung her. Einmal stehen sie bezüglich Größe und Form in einer eher harmonischen Beziehung zu ihrer Umgebung, auch derart, dass neue Erfahrungen in der sonst gewohnten Örtlichkeit eröffnet werden.

Andererseits beabsichtigt der Künstler mit seiner Kunst der Großskulpturen das Hervorrufen des Widerspruchs zur Umgebung. Damit verbunden sind Veränderung und die Schaffung einer eigenen Umgebung. Der Künstler bezeichnet sein diesbezügliches Kunstschaffen als "antidekorativ". Das Gesamtkunstwerk ist redaktionistisch und die Anordnung der einzelnen Elemente, aus der sich eine emotionale Wirkung beim Betrachter ergibt, erscheint wuchtig. 1970 wurde Richard Serra ein Guggenheim-Stipendium genehmigt. Fünf Jahre später, 1975, wurde er mit dem "Sculpture Award" der Skowhegan School of Painting and Sculpture ausgezeichnet.

Serras Monumentalplastiken wurden indes kontrovers diskutiert, wenn sie in der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten. 1989 ließ die Stadtverwaltung von New York sogar das Objekt "Tilted Arc" wieder niederreißen. Dabei ist seine Arbeit frei von allen politischen oder gesellschaftlichen Thematisierungen. 1998 zog er sich aus dem Wettbewerb um das geplante Holocaust-Denkmal in Berlin zurück. 2005 entstand die raumgreifende begehbare Installation "The Matter of Time" für das Guggenheim Museum Bilbao. Das Werk zählt zu den größten bildhauerischen Aufträgen, die bislang in der Geschichte der Moderne für einen konkreten Raum entwickelt wurden.

Die begehbare Installation aus sieben monumentalen Stahlskulpturen, manche sind rund 40 Tonnen schwer, erzeugen Skulpturen, die leicht und spielerisch wirken.

Richard Serra lebt seit 1991 in New York.

NameRichard Serra

Geboren am02.11.1939

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortSan Francisco, Californien (USA)