Biografie

Petra Kelly

Die deutsche Politikerin und Friedensaktivistin wurde 1979 Mitbegründerin der Grünen, deren Bundesvorstandssprecherin sie ab 1980 stellte. Von 1983 bis 1990 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Petra Kelly avancierte indes zur deutschen Symbolfigur der Umwelt- und Friedensbewegung. Durch zahlreiche Teilnahmen an Protestaktionen machte sie regelmäßig auf aktuelle Umwelt- und Sozialprobleme aufmerksam. Zusammen mit ihrem Lebenspartner, politischen Freund und Fraktionskollegen Gert Bastian, unterhielt sie internationale Kontakte zu Friedens- und Emanzipationsbewegungen, ehe dieser Kelly vermutlich im Schlaf tötete und sich anschließend selbst richtete...
Petra Karin Lehmann wurde am 29. November 1947 in Günzburg als Tochter deutscher Eltern geboren.

Ihr Vater verließ die Familie, als sie sieben Jahre alt war. Die Mutter arbeitete indes ganztags, so dass sie von ihrer Großmutter aufgezogen wurde. Nach der Adoption durch ihren Stiefvater, dem amerikanischen Offizier John E. Kelly, wurde sie ab 1960 in den USA wohnhaft. Von 1966 bis 1970 studierte sie Politische Wissenschaften und Weltpolitik in Washington D.C. und war dort auch hochschulpolitisch aktiv. 1968 engagierte sich Kelly im Präsidentschaftswahlkampf für die Senatoren Robert F. Kennedy und Hubert H. Humphrey. Sie wurde Geschäftsführerin der JEF (Junge Europäische Föderalisten).

Im Jahr 1972 wurde sie Mitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiative Umweltschutz sowie bis 1982 an Verwaltungsrätin der Europäische Kommission in Brüssel. Bis 1979 selbst Mitlied der SPD, erklärte sie im selben Jahr in einem offenen Brief an Helmut Schmidt ihren Austritt aus der Partei. Im selben Jahr wurde Petra Kelly Mitbegründerin der Grünen, deren Bundesvorstandssprecherin sie 1980 wurde; ab 1983 als Mitglied des Deutschen Bundestages (bis 1990). Indes wurde Kelly 1982 mit dem Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet. Schwerpunkte ihrer Arbeit im Bundestag und in der Fraktion Die Grünen waren Friedenspolitik, Menschenrechte und Minderheiten.

Kelly avancierte international zur deutschen Symbolfigur der Umwelt- und Friedensbewegung. Durch zahlreiche Teilnahmen an Protestaktionen machte sie regelmäßig auf aktuelle Umwelt- und Sozialprobleme aufmerksam, wie etwa 1983 mit der Sitzblockade in Mutlangen oder 1985 der Besetzung der Botschaft in Pretoria. Als sie sich 1985 als einzige Bundestagsabgeordnete dem Rotationsprinzip der Grünen nicht unterwarf, verlor sie weitreichenden Einfluss in der Partei. 1989 gründete sie unter anderem mit Theodor Ebert in Minden den Bund für Soziale Verteidigung und war zugleich Gründungsvorsitzende. Anfang der 1990er Jahre moderierte Kelly die Umweltsendereihe "Fünf vor Zwölf" bei SAT.1.

Unter ungeklärten Umständen wurde Petra Kelly von ihrem Lebensgefährten Gert Bastian vermutlich im Schlaf mit dessen Pistole getötet. Dieser richtete sich anschließend selbst. Am 19. Oktober 1992 wurden ihre Leichen aufgefunden und als Todeszeitpunkt die Nacht zum 1. Oktober 1992 angenommen.

NamePetra Kelly

Geboren am29.11.1947

GeburtsortGünzburg (D).

Verstorben am01.10.1992

TodesortBonn (D).