Biografie

Paul Delvaux

Der belgische Maler und Graphiker war einer der bedeutendsten Repräsentanten des Surrealismus. In seiner frühen Phase beschäftigte sich Paul Delvaux mit Stillleben, Seestücken und Landschaftsmotiven in der Ausdruckssprache des Realismus, die auch eine Tendenz zum Impressionismus haben. Durch die Begegnung mit den Werken von René Magritte fand ein Stilwechsel hin zum Surrealismus statt. Delvaux erstellte in diesem Stil imaginäre Welten, die von einer Traumstimmung geprägt sind. Durch den assoziativen Charakter der Werke wurden traumähnliche Bilder bewirkt, in denen eine magisch-metaphysische Stimmung herrscht. Er selbst schloss sich den Surrealisten zwar nie an, beteiligte sich aber an deren Ausstellungen. Zu seinen Sujets gehören unter anderem weibliche Akte vor antiken Architekturbauten...
Paul Delvaux wurde am 23. September 1897 in Antheit bei Huy geboren.

Delvaux begann seine akademische Ausbildung im Jahr 1920 mit einem Studium der Architektur. Später wechselte er zur Malerei an die Académie Royale des Beaux-Arts. Er war unter anderem ein Schüler des Symbolisten C. Montald. 1924 beendete er seine Studien. In seiner frühen Schaffensperiode ließ er sich von den belgischen Expressionisten Permeke und de Smet inspirieren. In seiner künstlerischen Frühphase widmete er sich dem Stillleben sowie den Motiven der Seestücke und der Landschaftsmalerei, die er in einer realistischen Ausdruckssprache realisierte mit einer leichten Tendenz zum Impressionismus.

Im Jahr 1935 machte er auf der Ausstellung Minotaure erstmals Bekanntschaft mit den Werken der Surrealisten. Für seinen folgenden Stilwechsel waren vor allen Dingen die Werke des belgischen Surrealisten René Magritte verantwortlich. In den beiden Jahren 1938 und 1939 unternahm Paul Delvaux Reisen nach Italien, die sein künstlerisches Schaffen stark prägten. 1938 beteiligte er sich an einer Ausstellung der Surrealisten, die von Marcel Duchamp organisiert war. In der folgenden Zeit wandte er sich der italienischen Bewegung der Pittura metafisica zu, die unter anderem von dem italienischen Maler Giorgio de Chiroco begründet wurde. Die Pittura metafisica ist eine Strömung, die den Stil der Surrealisten rund zehn Jahre vorwegnahm und bis zum Jahr 1920 andauerte.

Die Künstler verbanden in ihren Werken reale und imaginäre Elemente, die untereinander keinen reellen Bezug mehr herstellen. Die künstlerische Phantasie wurde zum Bestandteil des Bildaufbaus. Durch den assoziativen Charakter der Werke wurden traumähnliche Bilder bewirkt, in denen eine magisch-metaphysische Stimmung herrscht. Delvaux selbst schloss sich den Surrealisten zwar nie an, beteiligte sich aber an deren internationalen Ausstellungen in den beiden Jahren 1938 und 1940. 1944 entstand das Gemälde mit dem Titel "Schlafende Venus", das er im surrealistischen Stil realisierte. Es zeigt Frauengestalten in bewegungsloser Statuenhaltung als weibliche Akte und symbolische Figuren, die vor antiken Architekturbauten traumwandeln.

Delvaux` Bilder zeigen imaginäre Welten mit entrückten Traumstimmungen. Sie wirken durch die Absolutheit des Traums mysteriös und strahlen eine erotische Wirkung aus. Zu seinen weiteren surrealen Gemälden zählen unter anderem Titel wie "Der Tagesanbruch" aus dem Jahr 1937, "Hände" aus dem Jahr 1941 oder "Die Prozession" aus dem Jahr 1963. 1952 folgte Paul Delvaux einer Berufung als Professor an die École Nationale de la Chambre, wo er bis zum Jahr 1962 lehrte. In den beiden Jahren war er Professor an der Académie Royale in Brüssel.

Paul Delvaux starb am 20. Juli 1994 in Veurne.

NamePaul Delvaux

Geboren am23.09.1897

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortAntheit, Wanze (B).

Verstorben am20.07.1994

TodesortVeurne, Westflandern (B).