Biografie

Pablo Escobar

Der Kolumbianer wurde als Kokainkönig und Schlüsselfigur des sogenannten "Medellin-Kartells" zur zentralen Person des internationalen Drogenhandels. Durch seine hervorgehobene Stellung unter den großen kolumbianischen Kokainhändlern, sowie durch seine Beziehungen und dem klugen Einsatz seiner finanziellen Mittel, verschaffte sich der Multimillionär ein Imperium mit politischer Akzeptanz und weltweiter Popularität. Pablo Escobar zeichnete sich durch Grausamkeit und Skrupellosigkeit aus. Er avancierte indes zum mächtigsten und brutalsten Drogenhändler den es je gab...
Pablo Emilio Escobar wurde 1949 als Sohn einer Dorfschullehrerin und eines Bauern in Kolumbien geboren.

Aufgewachsen ist er in ärmlichen Verhältnissen. Bereits als Schüler lernte er sich durch Brutalität durchzusetzen. Seine kriminelle Karriere begann mit dem Diebstahl von Grabsteinen, die er an Schmuggler aus Panama verkaufte. Als jedoch erste organisierte Gruppen mit dem Schmuggel von Kokain Anfang der 1970er Jahre zu Wohlstand kamen, fand auch der jugendliche Escobar Interesse am Kokainhandel. Nach ersten finanziellen Erfolgen investierte er sein Geld in Kokapaste, die er sich aus Bolivien und Peru liefern ließ. Escobar raffinierte daraus Kokain und importierte die Droge über Drittländer in die USA.

Hätte Escobar damit nur wenige Monate gezögert, währe aus ihm ein gewöhnlicher Schmuggler geworden. Die Nachfrage nach Kokain in den USA war gigantisch und die verantwortlichen Schmuggler verdienten in kürzester Zeit ein Vermögen, das sie dazu einsetzten, marktbeherrschende Stellungen zu erreichen. Escobar verstand es auf höchstem politischen Niveau, die sechs größten bestehenden Gruppen aus Medellin zu befriedigen und sich auf partnerschaftlicher Basis zu einigen. Dadurch entstand ein Höchstmaß an Sicherheit für alle Beteiligten, und die daraus resultierende Infrastruktur konnte von weiteren kleineren Händlern und Schmugglern genutzt werden.

Pablo Escobar wurde so zum Begründer des Medellin-Kartells. Er schuf ein an Organisation, Management und krimineller Energie kaum zu überbietendes Wirtschaftsimperium. Die Region um Medellin wurde wie ein Hochsicherheitsgelände bewacht. Die Einwohner zahlreicher Dörfer standen auf der Gehaltsliste des Kartells. Mit modernstem Gerät wurde in Laboratorien, die im Dschungel versteckt waren, Kokain raffiniert und mit Sportflugzeugen ausgeflogen. Zur Tarnung der Landebahnen wurden diese mit Häusern bebaut, die man auf Rollen zur Seite fahren konnte. Die Startfreigabe wurde von der Funkzentrale gegeben, die im Stande war, nicht nur amerikanische Radarflugzeuge zu erkennen und deren Funk abzuhören, sondern auch Spionage-Satelliten zu orten.

Waghalsige Piloten, die die Fracht in den Gewässern vor der amerikanischen Küste abwarfen, damit sie dort von Off-Shore Booten aufgenommen wurde, erhielten pro Flug eine Million US$. Der Marktwert an Kokain, den sie dabei transportierten lag bei über einhundert Millionen US$. Seine gigantischen Gewinne investierte Escobar hauptsächlich in Grundbesitz und Immobilien in den USA. Des weiteren tat er sich als Geldgeber sozialer Projekte hervor. Als Sponsor von sportlichen Ereignissen erlangte er positive Popularität und politischen Einfluss, die ihm auch ein Parlamentsmandat einbrachte. Nach diesen Entwicklungen zog sich Pablo Escobar aus dem direkten Geschäft zurück. Kokainhändler, die seine Vertriebswege nutzten, zahlten an ihn eine Gewinnbeteiligung in Form einer Steuer.

Als der Öffentlichkeit die Herkunft des Vermögens Escobars bekannt wurde, verstärkte die USA den Druck auf Kolumbien, Escobar auszuliefern. Escobar antwortete auf die Situation mit höchster Aggressivität und versuchte mit Mitteln des Terrors auf die Politik einzuwirken, um ein Auslieferungsverbot in der Verfassung zu verankern und ein Abkommen durchzusetzen, das den Drogenhändlern im Gegenzug gegen die Aufgabe des Drogengeschäfts Straffreiheit und die Sicherung des erlangten Vermögens garantieren sollte. Die öffentliche Stimmung gegen Escobar, zwang die Regierung zu handeln. In den daraus resultierenden Polizeieinsätzen, Kämpfen und Anschlägen, verloren etliche Politiker, Beamte, Journalisten und unbeteiligte Menschen ihr Leben.

Nach seiner Verhaftung und Verurteilung brachte man Escobar in sein privates Gefängnis in Kolumbien, das er sich mit allen luxuriösen Vorzügen selbst hat bauen lassen. Grund zur Zustimmung brachte Escobars Angst, im Gefängnis ermordet zu werden. Escobar hielt sich jedoch nicht an Abmachungen mit der Justiz und besuchte regelmäßig die Freiheit. Nach einem Jahr der Beobachtung, sollte Escobar erneut verhaftet werden und seine Strafe in einem amerikanischen Staatsgefängnis absitzen. Escobar jedoch entzog sich seiner Verhaftung durch Flucht. In einer Aktion außerhalb aller Legalität, wurde der 44jährige Escobar von einem Special Forces Team des amerikanischen Geheimdienstes aufgespürt und am 2. Dezember 1993 erschossen.

NamePablo Escobar

Geboren am01.01.1949

GeburtsortKolumbien

Verstorben am02.12.1993

Todesort--