Biografie

Oskar Schindler

NameOskar Schindler

Geboren am28.04.1908

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortZwittau (heute CZ).

Verstorben am09.10.1974

TodesortHildesheim (D).

Oskar Schindler

Der mährische Unternehmer bewies inmitten der nationalsozialistischen Herrschaft eine unter den Deutschen jener Zeit einzigartige Zivilcourage. Bereits von 1935 bis 1939 wurde er im Amt für Ausland und Abwehr unter Wilhelm Canaris im Bereich der deutschen Spionageabwehr in Mährisch-Ostrau und Breslau tätig. Als Inhaber der Deutschen Emailfabrik (DEF) und schillernde Persönlichkeit, behütete er unter hohem persönlichem Risiko jüdische Zwangsarbeiter vor der Deportation. So bewahrte Oskar Schindler in der Zeit von 1939 bis 1945 über 1.200 Juden durch die Arbeit für sein Unternehmen vor ihrer Ermordung in den Vernichtungslagern. Sein beispielloses, aber für lange Zeit in Vergessenheit geratenes, humanitäres Engagement fand 1994 durch die beeindruckende Verfilmung von "Schindlers Liste" die Aufmerksamkeit eines internationalen Filmpublikums...
Oskar Schindler wurde am 28. April 1908 im mährischen Zwittau (heute Tschechien) als Sohn eines Unternehmers geboren.

Nach dem Abschluss der Volks- und Realschule war Schindler zuerst im Unternehmen des Vaters eingesetzt, der Landmaschinen produzierte. Indes absolvierte er eine Ausbildung zum Ingenieur mit Fachkursen in Maschinenbau und Dampfantriebstechnik. Am 6. März 1928 heiratete er Emilie Pelzl. Nach der Schließung der väterlichen Landmaschinenfabrik während der Weltwirtschaftskrise, arbeitete er von 1930 bis 1935 für die Mährischen Elektrizitätswerke in Brünn. (h. Brno). Von 1935 bis 1939 wurde Schindler im Amt für Ausland und Abwehr unter Wilhelm Canaris im Bereich der deutschen Spionageabwehr in Mährisch-Ostrau und Breslau tätig. Am 10. Februar 1939 trat Schindler in die NSDAP ein.

Nachdem seine Agententätigkeit verraten wurde, klagten ihn die staatlichen Behörden wegen Hochverrats an: Ein Gericht verurteilte Schindler zum Tode. Die "Zerschlagung der Rest-Tschechei" verhinderte indes die Urteilsvollstreckung. Nachdem Adolf Hitler im selben Jahr den Zweiten Weltkrieg durch den Überfall auf Polen eröffnet hatte, pachtete der Unternehmer die Deutsche Emailfabrik (DEF) im polnischen Krakau. Schindlers Betrieb profitierte bald vom Kriegsgeschehen, da zu seinen Auftraggebern auch die deutsche Wehrmacht zählte. 1940 wurde Schindler ebenfalls Pächter der Prokászimer Glashütte. Indes unterhielt er zahlreiche Beziehungen zu hochrangigen Beamten, Wehrmachtsvertretern und Offizieren der SS. 1942 erwarb Schindler die DEF in einer Versteigerung.

Im Zuge der Liquidierung der Ghettos und dem Beginn des NS-Völkermords, entschloss sich Schindler verstärkt jüdische Arbeiter in der Fabrik zu beschäftigen. Nach dem Bau des Konzentrationslagers Krakau-Plasnow pendelten seine Arbeitskräfte zwischen KZ und Betrieb. Schindler erwirkte mit dem Argument der Vereinfachung der Arbeitsorganisation die Genehmigung zur Errichtung eines eigenen Lagers auf dem Fabrikgelände. Für alle Kosten, wie Bau, Einrichtung und Unterhaltung, musste Schindler selbst aufkommen. Zugleich wurde die DEF zum Rüstungsbetrieb erklärt. 1944 wurde er wegen Bestechung eines SS-Führers kurzzeitig verhaftet. Im Zuge des Vorrückens der Roten Armee erhielt er den Räumungsbefehl für seine Krakauer Fabrik durch das Heereswaffenamt Berlin. Erfolgreich bat er um die Verlagerung seiner Rüstungsproduktion nach Brünnlitz (h. Brnìnec) bei Zwittau.

Durch Bestechungen, nicht zuletzt an Amon Göth (1908-1946), dem Lagerkommandant des KZ Krakau-Plasnow, gelang es dem Unternehmer, alle jüdischen Arbeiter mit nach Brünnlitz zu überführen, wozu ihre Namen in einer von Schindler erstellten Liste erfasst wurden. Die männlichen Arbeiter erreichen die neue Fabrik nach einer Station im KZ Groß-Rosen; die Frauen trafen nach einer Irrfahrt über das Vernichtungslager Auschwitz ein. Erneut kam Schindler selbst für alle Kosten, wie dem Aufbau der neuen Fabrik, des angeschlossenen Lagers und dem Unterhalt der Zwangsarbeiter auf. Hinzu kamen die Versorgung mit Kleidung und Medikamenten, an der auch Schindlers Ehefrau Emilie mitwirkte. Oscar Schindler rettete damit, gemeinsam mit seiner Frau Emilie, über 1.200 Juden vor dem Tod.

Nach der deutschen Kapitulation 1945 und einer fehlgeschlagenen Flucht in die Schweiz, lebten Oskar und Emilie Schindler, mit der Unterstützung der jüdischen Hilfsorganisation "Joint", als Flüchtlinge in Konstanz und Regensburg. 1949 wanderten sie nach Argentinien aus. 1957 kam er nach Deutschland zurück. Eine erneute Karriere als Unternehmer in unterschiedlichen Branchen scheiterte. 1961 besuchte er erstmals Israel. Zahlreiche Reisen dorthin folgten. Zur wirtschaftlichen Unterstützung Schindlers initiieren von Schindler geretteten Juden den "Oskar Schindler Fund". Am 5. November 1965 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet. Am 4. Dezember 1967 erhielt er den Martin-Buber-Friedenspreis. Papst Paul VI. verlieh Schindler für seine besonderen Verdienste um die katholische Kirche den Silvester-Orden. 1972 erlitt er einen Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmte.

Oscar Schindler starb am 9. Oktober 1974 im Bernwardkrankenhaus in Hildesheim. Auf eigenem Wunsch wurde er auf dem Franziskaner-Friedhof in Jerusalem auf dem Berg Zion beigesetzt.

Sein außerordentliches humanitäres Engagement im Zweiten Weltkrieg fand erst 1994 in der dramatischen Verfilmung von "Schindlers Liste" durch Steven Spielberg seine späte, aber weltweit Aufsehen erregende Anerkennung. 2005 erschien eine Biografie über das Leben Schindlers, mit der der Autor David M. Crowe die menschlichen Schwächen des Helden erstmals öffentlich thematisierte.

NameOskar Schindler

Geboren am28.04.1908

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortZwittau (heute CZ).

Verstorben am09.10.1974

TodesortHildesheim (D).

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