Biografie

Nikolaus Lenau

NameNikolaus Niembsch

AliasNikolaus Lenau

Geboren am13.08.1802

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortCsatàd / Lenauheim

Verstorben am22.08.1850

TodesortWien

Nikolaus Lenau

Der österreichische Schriftsteller des Biedermeier tat sich als Lyriker hervor, der in seinem Gesamtwerk eine starke Ambivalenz zeigt. Einerseits handeln seine poetischen Werke von Weltschmerz, der Melancholie und dem Verfall, andererseits fordern seine politischen Gedichte die Freiheit, die Demokratie und die Emanzipation. Als Dichter verstand er es, Musikalität mit sprachlicher Lautmalerei meisterhaft zu verbinden. Nikolaus Lenaus poetische Produktivität konzentrierte sich vor allen Dingen auf die Naturlyrik. Mit seinen Bildern von der Natur sind zugleich der Tod, die Vereinsamung, die Vergänglichkeit und der Verlust verbunden. Ab 1844 verfiel der sensible Dichter dem Wahnsinn. Seine Arbeit am "Don-Juan" blieb unvollendet...
Nikolaus Lenau wurde am 13. August 1802 als Sohn des Rentamtschreibers Franz Niembsch und dessen Frau Maria Theresia Antonia, geborene Maigraber, in Csatàd, heute Lenauheim, bei Temesvár geboren.

Mit bürgerlichem Namen hieß Nikolaus Lenau Nikolaus Niembsch, Edler von Strehlenau (ab 1822). Lenau wuchs in der erzieherischen Enge einer verarmten Offiziersfamilie auf. Seine Kindheit und Jugend verlebte er in Pest, Trokaj, Wien und Stockerau bei Wien. Von 1812 bis 1815 ging er auf das Piaristengymnasium in Pest. 1816 zog die Familie nach Tokaj, wo er neben Privatunterricht auch Geigen- und Gitarrenstunden bekam. 1817 legte er seine Prüfung am Piaristengymnasium in Sátoraljaújhely ab und 1818 am Gymnasium in Pest. Danach siedelte er über zu seinen wohlhabenden Großeltern väterlicherseits nach Stockerau bei Wien. 1820 erhielt sein Großvater Oberst Josef Niembsch den Adelstitel, den Nikolaus Lenau nach dessen Tod 1822 vererbt bekam. Daraus leitete er seinen Künstlernamen ab.

Nach seiner schulischen Ausbildung studierte er mit finanzieller Unterstützung der Großeltern von 1822 bis 1832 Jura, Philosophie, Landwirtschaft und Medizin in Preßburg, Wien, Ungarisch-Altenburg und Heidelberg, ohne jedoch ein Studium abzuschließen. 1828 konnte er erstmals eines seiner Werke, das Gedicht "Die Jugendträume" in J.G. Seidls Taschenbuch "Aurora" veröffentlichen. Ab 1830 benutzte er sein Pseudonym Lenau. In Württemberg hatte er 1831 erstmals Kontakt zu den Mitgliedern des "Schwäbischen Dichterkreises", dort begegnete er Gustav Schwab, Ludwig Uhland, Justinus Kerner, dem Grafen Alexander v. Württemberg und Carl Mayer. Dem Professor, Redakteur und Dichter Gustav Schwab verdankte er erste Publikationen im Cotta-Verlag. In Stuttgart verkehrte er in verschiedenen Salons, in denen er eigene Gedichte rezitierte.

Von 1832 bis 1833 reiste er nach Amerika, um dort einen Neuanfang zu wagen, der aber scheiterte. Dort traf er auf eine ähnliche Situation wie zu Hause, die ihm keine neuen Motive für sein dichterisches Schaffen vermittelte. In Ferdinand Kürnbergers Roman "Der Amerika-Müde" (1855) wurden seine Erlebnisse verarbeitet. Lenau versuchte mit dieser Reise vor der politischen und geistigen Enge im zeitgenössischen Deutschland zu fliehen. Aufbrüche begleiteten ihn seit seiner Kindheit und auch in späterer Zeit. Diese Heimatlosigkeit übertrug sich auf sein dichterisches Schaffen, in dem er sich zwischen Melancholie und Engagement bewegte. 1833 verliebte Lenau sich in die verheiratete Wienerin Sophie von Löwenthal, in deren Haus er in den Jahren 1837 bis 1841 mit Unterbrechungen lebte. Er begann ein unruhiges Reiseleben zwischen Württemberg und Wien.

Lenau ging mehrere Verlobungen ein, die er als Ausweg aus seiner unglücklichen Liebe betrachtete, - doch keine davon führte zu einem glücklichen Ende. 1836 lernte er den dänischen Theologen Hans Lassen Martensen. Er sowie die Lektüre von Georg Wilhelm Friedrich Hegel beeinflussten sein Denken und Schaffen. Zwischen 1833 und 1842 verfasste Nikolaus seine drei großen Mischformen "Faust" (1836), "Savonarola" (1837) und "Die Albigenser" (1842). Diese dramatischen Werke mit epischem Ton sind gekennzeichnet durch ausgesprochen lyrische Elemente, die sich auch in anderen dramatischen Stücken und in seinen Versepen wiederfinden. Lenaus poetische Produktivität konzentrierte sich vor allen Dingen auf die Naturlyrik. Mit seinen Bildern von der Natur sind zugleich Tod, Vereinsamung, Vergänglichkeit und Verlust verbunden. Lenau schlägt darin einen Ton von Trauer und Melancholie an.

Dem stehen seine politischen oftmals aggressiven und anklagenden Dichtungen gegenüber, die eine europäische Freiheit, Emanzipation, Liberalismus und Demokratie propagieren. Diese beiden Seiten machen die Ambivalenz im dichterischen Schaffen von Nikolaus Lenau aus. Seine lyrischen Werke zeichnen sich nicht nur aus durch reiche Bilder und Metaphern, sondern ebenso durch eine lautmalerische Sprache, die alle Sinne anspricht. 1844 folgte der körperliche und seelische Einbruch, von dem sich Nikolaus Lenau nie mehr erholte. Der sensible Dichter verfiel dem Wahnsinn, erlitt einen Schlaganfall und verübte mehrere Selbstmordversuche. Er kam in geschlossene Heilanstalten in Stuttgart und Wien, in denen er noch insgesamt sechs Jahre verbrachte. Seine Arbeit am "Don-Juan" wurde nie fertiggestellt.

Nikolaus Lenau starb am 22. August 1850 in Oberdöbling/Wien.
1822 - Der Unbeständige

1823 - Abschied. Lied eines Auswanderers

1828 - Die Jugendträume

1832 - Winternacht

1835 - Polenlieder

1836 - Faust

1837 - Savonarola

1838 - Stimme des Kindes

1840 - In der Neujahrsnacht

1842 - Die Albigenser

1843 - Waldlieder

1844 - Blick in den Strom

1844 - Eitel nichts!

1844 - Der Postillion

1844 - Don Juan (Fragment)

NameNikolaus Niembsch

AliasNikolaus Lenau

Geboren am13.08.1802

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortCsatàd / Lenauheim

Verstorben am22.08.1850

TodesortWien

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