Biografie

Mike Kelley

Der US-amerikanische Installationskünstler zählte zu den bedeutendsten Gestaltern der Gegenwartskunst. Mike Kelley thematisierte in seinen Performances, Objekten, Zeichnungen und Texten "Weltanschauungssysteme", welche die psychische Abhängigkeit der darin gefangenen Menschen spiegelt. Seine frühe Aktionskunst zielte auf das Prinzip der Wiederholung sowie den assoziativen Umgang mit Sprache. Dabei traten psychologische wie auch politisch-ideologische Inhalte in den Vordergrund. Seine Arbeiten beziehen ein breites Feld der Beobachtung ein. Kelleys Spektrum reicht von der christlichen Ikonographie, dem Surrealismus, der Psychoanalyse und Konzeptkunst bis zur amerikanischen Hippie- und Punkbewegung, der Trashkultur, Folklore und Karikatur...
Mike Kelley wurde am 27. Oktober 1954 in Detroit, Michigan geboren.

Nach Abschluss der High School studierte er bis 1976 an der Universität von Michigan, Ann Arbor, zum Bachelor of Fine Arts. Im Anschluss wurde er bis 1978 Schüler von John Baldessari am Institute of the Art, Valencia. 1977 gründete er mit Tony Oursler die Punk-Band Poetic. Diese existierte bis 1983. Ab 1981 folgten regelmäßig Einzelausstellungen. Seine frühe Aktionskunst zielte in Erinnerung an Gertrude Stein und Raymond Roussels auf das Prinzip der Wiederholung sowie den assoziativen Umgang mit Sprache. Dabei traten psychologische wie auch politisch-ideologische Inhalte in den Vordergrund. Kelleys Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien und Texte entstanden parallel. In dieser Beziehung diente jeder Ausdruck als ein Teil der Performances.

Im Jahr 1984 wurde er mit dem Louis Comfort Tiffany Foundation Grant ausgezeichnet. Ab Mitte der 1980er Jahre schuf er aus altem Spielzeug morbide anmutende Skulpturen mit sexuellen Anspielungen. 1990 erhielt Kelley den National Endowment for the Arts Museum Program Exhibition Grant. 1992 war Mike Kelley auf der documenta 9. in Kassel vertreten. Zentral fand er seine Inspirationen in der Massenkultur. Er griff diese nicht nur thematisch, sondern auch durch Cartoons, Comics und Filme in ihrer Gestaltungsweise auf. Um verdrängte Schattenseiten der Zivilisation bloß zu stellen, griff er 1992 gemeinsam mit Paul McCarthy den Heidi-Mythos auf, um die Ideologie dieser heilen Welt in eine pervertierte und albtraumhafte Szenerie zu verwandeln.

Seine Arbeiten bezogen ein breites Feld der Beobachtung ein. Kelley verband die "High and low culture" als gleichwertiges Modell der Kommunikation. Zugleich lenkten seine Performances den Blick auf unterschwellig vorhandene kollektive Ängste und Begehren, die er vor allem in der amerikanischen, religiös geprägten Mittelklasse fand. Kelleys Spektrum reichte von der christlichen Ikonographie, dem Surrealismus, der Psychoanalyse und Konzeptkunst bis zur amerikanischen Hippie- und Punkbewegung, der Trashkultur, Folklore und Karikatur. 2003 erhielt er das Guggenheim-Stipendium; 2006 wurde er mit den Wolfgang-Hahn-Preis geehrt.

Mike Kelley starb am 31. Januar 2012 im Los Angeles, CA.

NameMike Kelley

Geboren am27.10.1954

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortDetroit, MI. (USA).

Verstorben am31.01.2012

TodesortLos Angeles, CA. (USA).