Biografie

Max Stirner

Der deutsche Philosoph, Journalist und Schriftsteller vertrat in seinen Werken einen konsequenten Individualismus. Er erläuterte in seinem Hauptwerk "Der Einzige und sein Eigentum" (1845), dass das Ich das einzig Reale sei. Er bezog zugleich den Wert einer Sache auf den Nutzen für das eigene Ich. Max Stirner, mit eigentlichem Namen Johann Caspar Schmidt, ließ sich in seiner Philosophie von den Werken Hegels und Feuerbachs beeinflussen. Von ihnen ausgehend entwickelte er seinen materialistischen Solipsismus und Individualismus, der das subjektive Ich und die eigenen Bewusstseinseinsinhalte für das einzig Seiende erkennt...
Max Stirner wurde als Sohn Johann Caspar Schmidt eines Instrumentenbauers am 25. Oktober 1806 in Bayreuth geboren.

Stirner wuchs in einem protestantischen Elternhaus auf. Sein Vater starb, als Stirner erst ein halbes Jahr alt war. Die Mutter heiratete im Jahr 1809 wieder. Sie zog mit der Familie in das westpreußische Kulm. 1818 kehrte Stirner als Zwölfjähriger wieder nach Bayreuth zurück. Dort besuchte er das Gymnasium, das unter der Leitung des späteren Nachfolgers von Georg Wilhelm Friedrich Hegel an der Universität Berlin, Georg Andreas Gabler, stand. Nach seinem Schulabschluss begann Max Stirner an der Universität in Berlin ein Jura-Studium. Dabei entdeckte er seine Vorliebe für Philosophie und Theologie.

Er besuchte unter anderem Vorlesungen von Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher. Während seines unsteten Studierens auch in Erlangen und Königsberg reiste er für längere Zeit durch Deutschland. 1839 beendete er seine akademische Ausbildung mit dem Lehrerexamen. In den beiden Jahren 1835 und 1836 absolvierte er seine Referendarzeit an einer königlichen Realschule in Berlin. 1839 wurde Stirner Lehrer an einer Mädchenschule in Berlin. In dieser Zeit machte er die Bekanntschaft von Mitgliedern der Gruppe "Die Freien". Dort fanden sich Junghegelianer um den Philosophen Bruno Bauer zusammen.

Die anarchische Lebensweise nach Bohèmien-Art der Gruppenmitglieder galt als Provokation der Bürgerlichen. Stirner veröffentlichte in dieser Zeit Aufsätze in Zeitungen, die anonym oder mit der Unterzeichnung: Max Stirner erschienen. In der Umgebung der Junghegelianer machte er die Bekanntschaft der Apothekertochter Marie Dähnhardt, die er später heiratete. Seine Frau brachte ein ansehnliches Vermögen in die Verbindung, das es Max Stirner erlaubte, sich ganz seiner Philosophie zu widmen. Ab dem Jahr 1842 schrieb Stirner Rezensionen und Zeitungsbeiträge.

Um dieser Zeit begannen auch seine Arbeiten zu seinem Hauptwerk "Der Einzige und sein Eigentum", das dann im Jahr 1845 veröffentlicht wurde. Danach beschäftigte sich Stirner zunächst noch mit Übersetzungen und Kompilationsarbeiten. Seine Schaffenskraft ließ aber immer mehr nach. Er geriet in eine große wirtschaftliche Krise, die in der Armut endete. 1846 wurde seine Ehe, die kinderlos blieb, geschieden. Stirner ließ sich in seiner Philosophie von den Werken Hegels und Feuerbachs beeinflussen. Von ihnen ausgehend entwickelte er seinen materialistischen Solipsismus und Individualismus, der das subjektive Ich und die eigenen Bewusstseinseinsinhalte für das einzige Seiende erkennt.

In seiner Weiterentwicklung zu einem ausgeprägten Individualismus geriet Stirne in ein kritisches Verhältnis zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel und dem deutschen Idealismus. Er sah bereits in den Allgemeinbegriffen einen Angriff auf das Individuum. Besonders in Ideen und Idealen erkannte er eine Unterdrückung des individuellen Wesens. In seinem Hauptwerk "Der Einzige und das Eigentum" handelt Stirner die Unterdrückungsmechanismen analysierend ab und entwickelt aber auch eine Lösung als Befreiung. Als Hemmfaktoren zur Entwicklung des Ich zählt Stirner die Religion, Philosophie oder auch die politischen Richtungen Sozialismus, Kommunismus und Liberalismus.

Er fordert dagegen den Rückweg des Ich zu sich selbst. Nur dasjenige, was auf das Ich selbst gegründet ist, führt zu seiner freien Entfaltung und hat Gültigkeit. Demnach vollzieht sich die Befreiung des Ich von ideologischen Schranken nur im Ich selbst. Stirners Werk "Der Einzige und sein Eigentum" löste zwar kontroverse Diskussionen, war aber auch schnell vergessen. An Aktualität gewann es erst wieder im Jahr 1893 durch den Nietzsche-Anhänger Paul Lauterbach und im Jahr 1968 durch den Marxisten Hans G. Helms. Sie setzten Friedrich Nietzsche und Karl Marx Max Stirner als dessen Überwinder gegenüber, denn immerhin galt Stirner mit seinem radikalen Individualismus als ein literarisch "Böser".

Stirners skandalträchtiges Hauptwerk zog neben Verkaufsverboten und Aufhebungen mehrere kleinere Gegenschriften nach sich. Der Autor selbst reagierte mit dem Titel "Recensenten Stirners". Karl Marx und Ludwig Feuerbach machten gleichfalls Front gegen "Der Einzige und sein Eigentum". Sie verfassten die Gegenschrift mit dem Titel "Sankt Max", die aber nie zu deren Lebzeiten zur Veröffentlichung kam. In die Ecke des radikalen Egoismus wurde Stirners Werk unter anderem durch bloße auszugsweise Zitierungen von einprägsamen Sentenzen gerückt. Dennoch nahm er eine Sonderstellung in der Philosophie des 19. Jahrhunderts ein.

Eine angemessene Standortbestimmung Max Stirners und seines Werkes in der Philosophiegeschichte ist bis heute noch ausgeblieben.

Max Stirner starb am 25. Juni 1856 in Berlin.

NameMax Stirner

Geboren am25.10.1806

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortBayreuth (D).

Verstorben am25.06.1856

TodesortBerlin (D).