Biografie

Lothar Quinte

Der deutsche Maler avancierte in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem international anerkannten Künstler. Besonderen Anteil daran hatten seine "Schleierbilder" und seine "Fensterbilder". In seiner abstrakten Stilsprache knüpfte Lothar Quinte nach dem Zweiten Weltkrieg an die internationale Avantgarde an. Dabei drückte er sich in einer gestischen Ausdrucksform aus. Große Popularität verschafften ihm seine "Fächer- und Kreisbilder" in den sechziger und frühen siebziger Jahren. 1993 erhielt er den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen. 1995 wurde er zum Professor h.c. des Landes Baden-Württemberg ernannt. 1997 erhielt er den Lovis Corinth-Preis der Künstlergilde Esslingen...
Lothar Quinte wurde am 13. April 1923 in Neisse, Oberschlesien, geboren, wo er aufwuchs und die Schule besuchte.

Im Anschluss absolvierte er von 1937 bis 1941 eine Mahlerlehre in Leipzig, nach deren Ende er zum Kriegsdienst des Zweiten Weltkrieges eingezogen wurde. 1945 kehre er zurück und besuchte bis 1950 die von HAP Grieshaber geleitete Kunstschule in Bernstein. Er war ab 1946 Leiter der Bernsteiner Puppenbühne und Mitglied im Verband bildender Künstler Württemberg. Ab 1951 war Quinte Leiter der Schattenspielgruppe "schwarzes Auge", und 1952 eröffnete er ein Atelier in Reutlingen, wo er unter Anderem ein Studio für Siebdruck leitete. Werke aus dieser Zeit waren abstrakte, informelle Darstellungen, die von großflächigen Farben dominiert wurden.

Im Jahr 1957 wurde Lothar Quinte Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Arbeiten aus den 1960er Jahren wurden für sein Gesamtwerk charakteristisch. Dabei rückte er von der abstrakten Malerei ab und arbeitete mit einer Schwammtechnik, die es ihm ermöglichte, aufgetragene Farben wieder herunter zu waschen und so jede persönliche Spur zu löschen. 1959 bis 1960 war Quinte an der Werkkunstschule in Krefeld Gastdozent und ließ sich später in Karlsruhe nieder. Ab Mitte der 1960er Jahre entstanden Arbeiten in geometrischer Abstraktion. Dominiert wurde die Oberfläche, in der verschiedene Körper dargestellt wurden, von höchster Präzision.

Zwischen 1975 und 1978 machte er eine Weltreise, die ihn nach Indien und Ägypten führte. Anfang der 1980er Jahre zog er ins nur wenige Kilometer entfernte Wintzenbach im Elsass und richtete sich in einem Gehöft, in dem er auch lebte, sein Atelier ein. Regelmäßig verließ er ab 1986 Frankreich, um in den Wintermonaten im indischen Goa zu arbeiten. 1987 heiratete er die Malerin und Performance-Künstlerin Sibylle Wagner-Quinte. 1990 wurde die gemeinsame Tochter Norina geboren.

Zu seiner wichtigsten Hinterlassenschaft zählt man heute seine "Schlitzbilder", bei denen der Künstler mit kräftigen Farben arbeitete, die unter dunkleren Schichten hervorleuchten. Sein Bestreben dabei war die Wirkung der Farben und Formen als Bildinhalte in den Vordergrund zu stellen. 1993 erhielt er den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen. 1995 wurde er zum Professor h.c. des Landes Baden-Württemberg ernannt. 1997 erhielt er den Lovis Corinth-Preis der Künstlergilde Esslingen. Anfang 2000 schuf er die Fenster für die Kapelle in Champenay (Elsass).

Lothar Quinte verstarb am 29. Juli 2000, im Alter von 77 Jahren in Wintzenbach.

NameLothar Quinte

Geboren am13.04.1923

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortNeisse (Schlesien)

Verstorben am29.07.2000

TodesortWintzenbach (F).