Biografie

Lars Windhorst

Der deutsche Unternehmer wurde durch seine frühen beruflichen Erfolge in den 1990er Jahren zum Begründer einer neuen Wirtschaftsgeneration, in der Teenager zu akzeptierten Geschäftspartnern aufstiegen. Lars Windhorst gelang es indes nicht nur das Interesse der Medien auf sich zu lenken, sondern auch mit hochrangigen Personen aus Wirtschaft, Show-Business und Politik zu verkehren. 1995 meldete die in Deutschland und Asien operierende Windhorst-Gruppe einen Umsatz von 180 Millionen Mark. Der polarisierende Windhorst avancierte darauf zum Wunderkind der deutschen Wirtschaft. 2003 endete zunächst mit einer Privatinsolvenz seine hoffnungsvolle Erfolgsgeschichte, ehe er nach Abschluss des Verfahrens 2007 entschuldet wurde...
Lars Windhorst wurde am 22. November 1976 im westfälischen Rahden, als Sohn eines Einzelhändlers geboren.

Aufgewachsen ist er bei seinen Eltern in Rahden, wo er bis zur Mittleren Reife die Schule besuchte. Zu Beginn der 1990er Jahre begann Windhorst mit dem Handel von Elektrobausteinen. Dabei zeigte er schon im Alter von 15 Jahren ein solches geschäftliches Geschick, dass er 1992 seine erste Firma, die "Windhorst Computer" gründete, in der aufgrund seines Alters der Vater als Geschäftsführer eingetragen werden musste.

Das Unternehmen baute Computer aus in Asien erworbenen Bauteilen, die er in Deutschland mit hohen Gewinnen verkaufte. Ab Mitte der 1990er Jahre erlangte das Unternehmen durch die Ausweitung der Geschäftsfelder in Bereiche wie Bau, Chemie und Handel, sowie der Gründung der "Windhorst Company Ltd." und der "Windhorst Electronic GmbH" Rahden, die Aufmerksamkeit der Medien.

Ab 1995 wurden weitere Niederlassungen in China, Vietnam und Europa eröffnet. Im selben Jahr meldete die Windhorst-Gruppe einen Umsatz von 180 Millionen Mark. Windhorst avancierte zum "Wunderkind" der deutschen Wirtschaft. 1997 begleitete er Bundeskanzler Helmut Kohl auf Wirtschaftsreisen in Asien. Dabei verstand es Windhorst sich stets im Mittelpunkt des Interesses zu bewegen.

Im Jahr 1999 gründete er die "Windhorst Technologies GmbH" für die Bereiche Internet und Telekommunikation. Im Oktober 2000 erfolgte die Verlegung des Hauptsitzes der "Windhorst Holding" an den Potsdamer Platz in Berlin. 600 neue Arbeitsplätze sollten hier im neuen "Windhorst-Center" entstehen. Im selben Monat wurde er Vorstandsmitglied des "Asien-Pazifik Forums Berlin".

Im Zusammenbruch der New Economy gerieten auch Windhorsts Unternehmungen in die Krise. Nach ersten Verlusten hatte er sich aus dem Computerhandel zurückgezogen. Er fokussierte seine Aktivitäten in die Bereiche Bank- und Finanzdienstleistungen, wie Corporate Finance, Asset Management und Direct Investment. Im Zentrum standen dabei die Regionen Naher- und Mittlerer Osten mit den Schwerpunkten auf der arabischen Welt sowie Westafrika und Fernost.

Schachweltmeister Garri Kasparow warb für seine Projekte und der US-amerikanische Schauspieler Michael Douglas wurde Windhorsts Partner bei einer Filmfirma. Doch schon während dieser Zeit hatte die Unterstützung der Medien auch Nachteile. Es wurden Nachrichten laut, Lars Windhorst würde mit geschönten Zahlen und nicht existierenden Aufträgen prahlen. Als ein schwäbischer Automobilhersteller auf Presseanfrage eine Zusammenarbeit mit Windhorst in Asien dementierte, eskalierte die Situation.

Hinzu kamen einige geplatzte Großprojekte, wie der Bau eines in Ho-Tschi-Minh-Stadt (Vietnam) geplanten Wolkenkratzers für 100 Millionen Dollar. Ohne Erfolg blieben die Versuche, durch die Unterstützung von Hans-Hermann Tiedje, ehemals Chef der Zeitschriften "Bunte" und "Bild" sowie späterer Wahlkampfmanager Kohls und heute Anteilseigner der PR-Agentur WMP, die Windhorst-Gruppe zu retten. Auch Andreas Fritzenkötter, der einstige Kommunikationschef von Helmut Kohl, versuchte vergebens dem Image von Windhorst neuen Glanz zu verleihen.

Gegen den einstigen Vorzeigejungunternehmer Lars Windhorst wurde im Dezember des Jahres 2002 die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Ende Mai 2003 legte er als Privatmann die "eidesstattliche Versicherung" ab. Zeitweise ermittelte auch die Staatsanwaltschaft wegen Betruges. Im August 2004 meldete er für die drei Firmen Windhorst AG, Windhorst Electronics GmbH und die Windhorst Capital Holding GmbH Insolvenz an.

Im Jahr 2006 wurde er Geschäftsführer der Vatas Holding GmbH mit Sitz in Berlin. Seine Privatinsolvenz wurde im Sommer 2007 abgeschlossen. 55 Gläubiger, denen er mehr als 60 Millionen Euro schuldete, nahmen eine vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 25. August 2005 vorgeschlagene Quote von 1,9129 Prozent an bzw. klagten dagegen. Windhorst wurde damit entschuldet.

Am 26. Dezember 2007 wurde Windhorst bei einem Absturz seines Geschäftsflugzeuges in Almaty, Kasachstan, schwer verletzt. Ein Pilot starb, als die Maschine nach einem Tank-Stopp von der Startbahn abkam und explodierte. Zwei weitere Mitglieder der Besatzung überlebten das Unglück verletzt. Das Flugzeug vom Typ Bombardier Challenger 604 war von Hannover nach Hongkong unterwegs.

NameLars Windhorst

Geboren am22.11.1976

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortRahden (D).