Biografie

Kurt Weill

NameKurt Weill

Geboren am02.03.1900

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortDessau (D).

Verstorben am03.04.1950

TodesortNew York (USA).

Kurt Weill

Der Sohn eines deutsch-jüdischen Kantors komponierte mit 12 Jahren seine ersten Musikstücke. Durch seine erfolgreiche Oper "Der Protagonist" (1926) und durch zahlreiche gemeinsame Produktionen mit Bertolt Brecht, darunter "Die Dreigroschenoper" (1928), avancierte Kurt Weill in der Weimarer Republik zu einem der führenden Komponisten der deutschen Theatermusik. Infolge seiner Emigration konnte der Musiker seinen Erfolgsweg ab März 1933 zunächst in Paris, dann ab 1935 in New York mit beachtlichen Broadway-Erfolgen fortsetzen...
Kurt Julian Weill wurde am 2. März 1900 in Dessau geboren.

Sein Vater, Albert Weill, war Kantor an der örtlichen Synagoge. Die Mutter, Emma (geborene Ackermann), baute aufgrund ihrer bibliophilen Neigung eine umfangreiche Familienbibliothek auf. Weill wuchs unter einer jüdisch-orthodoxen und musischen Erziehung auf. Bereits als Kind wohnte er der Aufführung von Wagner-Opern in Dessau bei. Mit 12 Jahren begann er, eigene Stücke zu komponieren. Mit 15 Jahren erhielt er eine private Ausbildung beim anerkannten Komponisten Albert Bing.

Im Jahr 1918 wechselte Weill nach Berlin, wo er an der Hochschule für Musik bei dem Wagner-Schüler Engelbert Humperdinck Komposition, bei Friedrich E. Koch Harmonie und bei Rudolf Krasselt Dirigieren studierte. Nach einem Jahr kehrte Weill nach Dessau zurück, wo er an der Hofoper als Gesangslehrer zu arbeiten begann. Zum Jahresende 1919 übernahm er eine vorübergehende Dirigentschaft an der Oper von Lüdenscheid. Im September 1920 wurde Weill in den Studiengang Komposition unter Ferruccio Busoni an der Berliner Akademie der Künste aufgenommen.

Während dieser Studien, die bis Dezember 1923 dauerten, schrieb er bereits seine ersten Stücke, die - wie etwa das Ballett "Die Zaubernacht" - auch erfolgreiche Aufführungen erlebten. 1924 erhielt Weill infolge der erfolgreichen Aufführung seines "Frauentanzes" bei den Salzburger Festspielen einen Vertrag mit Universal Edition, einem führenden Musikverlag jener Zeit. Durch die Zusammenarbeit mit dem expressionistischen deutschen Bühnenautor Georg Kaiser lernte Weill 1924 die Schauspielerin Lotte Lenya (Karoline Blaumauer) kennen, die er zu Jahresbeginn 1926 heiratete.

Nachdem Weill und Kaiser im Frühjahr 1925 ihre gemeinsame Oper "Der Protagonist" vollendet hatten, geriet die Premiere an der Dresdener Staatsoper im März 1926 zu einem glänzenden Erfolg. Dies bedeutete den Durchbruch in der Karriere Weills, der fortan zu den führenden Komponisten für Theatermusik in Deutschland zählte. Im März 1927 begann Weill eine der fruchtbarsten und berühmtesten Kooperationen in der Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts: In Zusammenarbeit mit dem marxistischen Bühnenautor Berthold Brecht schuf er die Opern "Die Dreigroschenoper" (1928), "Happy End" (1929) und "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" (1930).

Die Premiere des letztgenannten Werkes an der Leipziger Oper wurde durch Nazi-Schergen so sehr gestört, dass die Aufführung abgebrochen werden musste. Bis zu ihrer Machtübernahme zu Jahresbeginn 1933 gelang es den NSDAP-Anhängern, die Opern Weills von deutschen Bühnen zu verbannen. Inzwischen hatte Weill noch 1930 aufgrund gegenseitiger Differenzen die Zusammenarbeit mit Brecht beendet. Daraufhin schuf er nochmals in Zusammenarbeit mit Kaiser eine Oper: "Der Silbersee" erfuhr noch im Februar 1933 erfolgreiche Premieren in Leipzig, Erfurt und Magdeburg. Bereits im März konnte Weill seiner Verhaftung durch die Gestapo nur durch Flucht nach Frankreich entgehen.

Im Juni 1933 erlebte ein weiteres gemeinsames Werk mit Brecht, das Ballett "Die sieben Todsünden der Kleinbürger", seine Premiere am Pariser Théâtre des Champs Élysées. Im September 1935 brachen Weill und Lenya in die USA auf, wo der Komponist zu Jahresbeginn 1937 die Premiere seines biblischen Dramas "Der Weg der Verheissung" in New York selbst dirigierte. Im Herbst 1938 wurde "Knickerbocker Holiday" zum ersten Broadway-Erfolg des Exil-Komponisten. Zu einem weiteren Erfolg am Broadway entwickelte sich im Januar 1941 die Premiere von "Lady in the Dark".

Seinen größten Erfolg am Broadway feierte Weill jedoch mit dem Musical "One Touch of Venus", das im Oktober 1943 seine Premiere erlebte. In den unmittelbaren Nachkriegsjahren produzierte Weill Stücke mit eher mäßigem Erfolg, die sich an der amerikanischen Volksmusik orientierten. In Zusammenarbeit mit Maxwell Anderson schuf der Komponist sein letztes Werk unter dem Titel "Lost in the Stars", das Ende Oktober 1949 seine New Yorker Premiere erlebte.

Wenig später verstarb Kurt Weill am 3. April 1950 in einem New Yorker Krankenhaus.
Opern, Musikstücke

1926 - Der Protagonist op.15 (Libretto von Georg Kaiser)

1927 - Royal Palace op.17 (Libretto von Yvan Goll)

1927 - Mahagonny (Libretto von Bertolt Brecht)

1928 - Der Zar lässt sich photographieren op.21 (Libretto von Georg Kaiser)

1928 - Die Dreigroschenoper (Text: Bertolt Brecht)

1929 - Happy End (Text: Dorothy Lane, Pseudonym für Elisabeth Hauptmann, Liedtexte von Brecht)

1930 - Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Libretto von Bertolt Brecht)

1930 - Der Jasager (Libretto von Elisabeth Hauptmann und Bertolt Brecht)

1932 - Die Bürgschaft (Libretto von Caspar Neher)

1933 - Der Silbersee (Text: Georg Kaiser)

1934 - Marie Galante (Libretto von Jacques Deval, nach seinem gleichnamigen Roman)

1937 - Der Weg der Verheißung (Text: Franz Werfel)

1947 - Street Scene (Libretto von Elmer Rice und Langston Hughes)

1948 - Down in the Valley (Libretto von Arnold Sundgaard)


Musicals


1936 - Johnny Johnson (Text: Paul Green)

1938 - Knickerbocker Holiday (Text: Maxwell Anderson)

1941 - Lady in the Dark (Text: Moss Hart und Ira Gershwin)

1943 - One Touch of Venus (Text: Sidney Joseph Perelman und Ogden Nash)

1949 - Lost in the Stars (Musical Tragedy, Text: Maxwell Anderson)


Lieder, Liederzyklen, Songs und Chansons

1919 - Die stille Stadt, für Stimme und Klavier (Richard Dehmel)

1923 - Frauentanz, Liederzyklus für Sopran, Flöte, Viola, Klarinette, Horn und Fagott (nach mittelalterlichen Gedichten)

1923 - Stundenbuch, Liederzyklus für Bariton und Orchester (Rainer Maria Rilke)

1925 - Klopslied, für hohe Stimme, zwei Piccoloflöten und Fagott ('Ick sitze da un' esse Lops'/Berliner Lied)

1928 - Berlin im Licht-Song, Text: Kurt Weill

1928 - Das Lied von den braunen Inseln, Text: Lion Feuchtwanger

1928 - Die Muschel von Margate : Petroleum Song, Text: Felix Gasbarra

1933 - Der Abschiedsbrief, Text: Erich Kästner für Marlene Dietrich

1933 - Es regnet, Text: Jean Cocteau

1933 - La Complainte de Fantômas, Text: Robert Desnos

1934 - Je ne t'aime pas, Text: Maurice Magre für die Sopranistin Lys Gauty

1934 - J'attends un navire, Text: Jacques Deval, aus Marie Galante

1934 - Youkali, Text: Roger Fernay

1934 - Complainte de la Seine, Text: Maurice Magre

1939 - Stopping by Woods on a Snowy Evening, Song für Stimme und Klavier (Robert Frost) (unvollendet)

1942 - Propaganda Songs, für Stimme und Klavier

1942 - Buddy on the Nightshift, Text: Oscar Hammerstein

1942 - Schickelgruber, Text: Howard Dietz

1942 - Und was bekam des Soldaten Weib?, Ballade für Stimme und Klavier (Berthold Brecht)

1942-47 - Three Walt Whitman Songs, später Four Walt Whitman Songs für Stimme und Klavier oder Orchester

1944 - Wie lange noch ?, Text: Walter Mehring

NameKurt Weill

Geboren am02.03.1900

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortDessau (D).

Verstorben am03.04.1950

TodesortNew York (USA).

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