Biografie

Joseph von Eichendorff

NameJoseph von Eichendorff

Geboren am10.03.1788

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortRatibor, Schlesien

Verstorben am26.11.1857

TodesortNeiße

Joseph von Eichendorff

Der Schriftsteller ist nicht nur der bedeutendste Dichter der Spätromantik, sondern durch seine vielfach vertonten Lieder und die Erzählung "Aus dem Leben eines Taugenichts" auch der bekannteste der Romantikepoche. Sein Stil ist gekennzeichnet durch einfache Formen sowie durch eine begrenzte Welt aus Bildern und Wörtern, hinter denen jedoch ein komplexes Geflecht aus Sachverhalten steckt zur Deutung von Welt und Natur. Dem neuen Zeitaufkommen stand Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff kritisch gegenüber. Eichendorff betätigte sich gleichfalls als Schreiber von Tragödien, Versepen sowie literaturkritischen und literaturhistorischen Schriften...
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff wurde am 10. März 1788 auf Schloss Lubowitz in der Nähe von Ratibor in Schlesien geboren.

Seine Eltern waren Adolf Freiherr von Eichendorf, ein preußischer Offizier, und dessen Frau Karoline Freiin von Kloche. Joseph Freiherr von Eichendorff stammte aus einer katholischen Familie, die zum kleinen Landadel zählte. Er wuchs zusammen mit seinem nur 18 Monate älteren Bruder Wilhelm auf. Von 1805 bis 1806 studierte er Jura in Halle und von 1807 bis 1808 in Heidelberg, wo er Bekanntschaft machte mit den Romantikern Clemens Brentano und Achim von Arnim. Dann folgte eine Bildungsreise der Brüder Eichendorff nach Paris und Wien mit Stationen in Lubowitz und Berlin. In den Jahren 1810 bis 1812 setzte Joseph von Eichendorff in Wien sein Studium fort und beendete es mit der Staatsprüfung.

Joseph von Eichendorff und sein Bruder lernten Friedrich Schlegel und dessen Sohn, den Maler Phillip Veit, kennen. Von 1813 bis 1815 nahm er an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil und heiratete dann Luise von Larisch. Im gleichen Jahr, 1815, wurde er Vater und nahm eine Stelle im preußischen Staatsdienst als Sekretär beim Oberkriegskommissar an. Die Arbeiten zu "Ahnung und Gegenwart" (1815) begannen. 1816 wurde er Referendar in Breslau und ab 1819 in Berlin. 1817 wurde Tochter Therese geboren. Eichendorffs Erzählung "Das Marmorbild" (1818) erschien im "Frauentaschenbuch für das Jahr 1819"; zusammen mit der noch früher erschienenen Novelle "Zauberei im Herbste" (1808/1809) stehen die Werke für Flucht aus dem bürgerlichen Alltag in eine verklärte Welt.

Und auch seine frühen Gedichte signalisieren Eichendorffs Streben nach harmonischer Natur und nach Ausbruch aus dem bürgerlichen Alltag seiner Zeit – ganz entgegen seinen beruflichen Staatsdienstpflichten. 1818 wurde sein Sohn Rudolf geboren. 1821 wurde er Regierungsrat in Danzig und drei Jahre später Oberpräsidialrat in Königsberg. 1826 erschien die Erzählung "Aus dem Leben eines Taugenichts", mit der Eichendorff bekannt wurde. Im gleichen Band wurde die Gedichtsammlung "Das Marmorbild" veröffentlicht. Eichendorff ging wieder nach Berlin zurück und hatte ab 1831 einen Posten beim Berliner Kultusministerium inne. In dieser Zeit begegnete er Adalbert von Chamisso und Franz Kugler. Ab 1832 schrieb er zahlreiche Beiträge in Journalen. 1836 übersetzte Eichendorff Werke des Spaniers Pedro Calderon de la Barca.

Diese Arbeiten mündeten in das zweibändige Werk "Geistliche Schauspiele von Don Pedro Calderon de la Barca" (1846-1853). 1841 wurde er Geheimer Regierungsrat und drei Jahre darauf ließ er sich pensionieren. Im gleichen Jahr kam seine Abhandlung "Geschichte der Wiederherstellung des Schlosses Marienburg" (1844) heraus. Von 1846 bis 1847 zog es ihn nach Wien. Seine weiteren Stationen waren Berlin und Neiße. Besonders Eichendorffs vertonte Lieder und die Erzählung "Aus dem Leben eines Taugenichts" machten ihn zum bedeutendsten Dichter der Spätromantik und zum bekanntesten Dichter der Romantikepoche. Viele lyrische Werke integrierte er in seine Erzählungen, erst später wurde sie einzeln gesammelt und veröffentlicht.

Vor allen Dingen seine im Volksliedton gehaltenen Wanderlieder und Naturgedichte sind geprägt von der persönlichen Erfahrung der schlesischen Heimatnatur und Umgebung. Immer wieder taucht die Heimatlandschaft als Vorbild auf, obwohl die Erzählhandlungen in ganz anderen Gegenden spielen, so zum Beispiel in der Erzählung "Das Schloß Dürande" (1837) oder in der Liebesgeschichte "Die Entführung" (1839), in der die Loire-Landschaft eine Rolle spielt. Eichendorff schrieb in einfachen Formen, in einer begrenzten und formelhaften Bildlichkeit sowie in einer ebenso gearteten Wortwahl. Doch diese Einfachheit verdeckt ein vielschichtiges Geflecht aus Sachverhalten, Metaphern und symbolträchtigen Bezügen als Deutung von Welt und Natur. Eichendorff stellt Natur zugleich als idyllischer Erfüllungsort menschlicher Wünsche und als dämonischen Ort dar.

Seine Landschaftsbeschreibungen sind nicht nur um ihrer selbst willen gesetzt, sondern hinter ihnen verbirgt sich eine tiefere Bedeutung. Sie stehen als Warnung vor der Abnabelung vom Glauben, des zunehmenden Subjektivismus sowie Zweck- und Nützlichkeitsdenkens, wofür der "Taugenichts" als ironisches Beispiel steht. Eichendorff schuf keine Neuerungen in der Lyrik, die sich an Vorbildern wie Johann Wolfgang von Goethe oder Matthias Claudius orientiert. Sie war aber beabsichtigt als Ausdruck einer Empfindungsvielfältigkeit. Joseph von Eichendorff versuchte sich auch als Schreiber von Tragödien und Versepen, die jedoch ohne Erfolg blieben. In seinen späteren Zeitgedichten und Satirestücken schrieb er gegen die revolutionären Ideen seiner Zeit.

Ohne große Publikumswirkung blieben ebenfalls seine polemischen Schriften zur Literaturkritik und Literaturgeschichte, die er zuletzt im Geist der Katholischen Bewegung verfasste.

Joseph Freiherr von Eichendorff starb am 26. November 1857 in Neiße.
Romane

1808 - Die Zauberei im Herbste
1815 - Ahnung und Gegenwart
1819 - Das Marmorbild
1826 - Aus dem Leben eines Taugenichts
1833 - Viel Lärmen um nichts
1834 - Dichter und ihre Gesellen
1836 - Das Schloß Dürande
1839 - Unstern
1839 - Die Entführung
1841 - Eine Meerfahrt
1841 - Die Glücksritter

Epen

1853 - Julian
1855 - Robert und Guiscard
1857 - Lucius

Theaterstücke

1824 - Krieg den Philistern
1828 - Ezzelin von Romano
1828 - Meierbeths Glück und Ende
1830 - Der letzte Held von Marienburg
1833 - Die Freier

Gedichte

- Abschied
- Zwielicht
- Sehnsucht
- Mondnacht
- In einem kühlen Grunde
- Lied
- Lockung
- Die Rissen
- In der Fremde
- Auf einer Burg
- Echte Liebe
- Die Blätter fallen
- Wünschelrute
- Der Einsiedler
- Waffenstillstand der Nacht
- Waldgespräch
- Frische Fahrt
- Durcheinander
- Wanderlied der Prager Studenten
- Der Abend
- Schöne Fremde
- Das zerbrochene Ringlein oder auch Untreue
- Frisch auf!
- Der Glücksritter
- Der Nachtvogel
- Abschied
- Heimweh
- Herbst
- Der frohe Wandersmann
- Der Soldat
- Neue Liebe
- Allgemeines Wandern
- An der Grenze
- Frühlingsnacht
- Kurze Fahrt
- Nachts
- Die Nachtblume
- Wunder über Wunder
- Bei Halle
- Der Gärtner
- Meeresstille
- Der Kehraus
- Die zwei Gesellen
- Winternacht
- Vöglein in
- Morgengebet
- Schifferspruch
- So oder so
- An meinem Geburtstage
- In Danzig
- Eldorado
- Die Nacht
- Lieber alles
- Die Stillen
- Der letzte Gruß
- Erinnerung
- Reiselied
- Der stille Grund
- Stimmen der Nacht
- Der Morgen
- Todeslust
- Frühlingsfahrt
- Weihnachten
- Wahl
- Die Klage
- Die blaue Blume
- Frühlingsgruß
- Lichtlein im Walde

NameJoseph von Eichendorff

Geboren am10.03.1788

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortRatibor, Schlesien

Verstorben am26.11.1857

TodesortNeiße

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