Biografie

Johann Nestroy

NameJohann Nestroy

Geboren am07.12.1801

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortWien (A).

Verstorben am25.05.1862

TodesortGraz (A).

Johann Nestroy

Der österreichische Schriftsteller, Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker war ein später Vertreter der Altwiener Volkskomödie. Seine Lokalpossen zeichnen sich durch den Witz der Dialoge und das Spiel mit der Sprache aus. Baute Johann Nepomuk Nestroy zunächst in seinen Stücken die Zauberkraft ein, so wurden sie zunehmends gesellschaftskritischer. Ungerechtigkeit, Dummheit, Engstirnigkeit oder Routine standen im Licht der Kritik, die auf die Unvollkommenheit der Weltordnung verwies. Darüber hinaus wirkte Johann Nestroy als Musiker, Dramaturg und Theaterdirektor...
Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy wurde als Sohn eines Hof- und Gerichtsadvokaten am 7. Dezember 1801 in Wien geboren.

Nestroy absolvierte in der Zeit von 1811 bis 1816 das Gymnasium. Nach dem Abitur begann er ab dem Jahr 1817 an der Wiener Universität Philosophie zu studieren. 1820 wechselte er für zwei Semester an die Juristische Fakultät. Während dieser Zeit hatte er die ersten Auftritte als Sänger und Schauspieler auf Laienbühnen. Außerdem übernahm er Sprecherrollen. Er brach sein Studium ab und widmete sich ganz der Bühnenkunst.

In der Zeit von 1823 bis 1825 erfüllte er ein Engagement als Bassist am Deutschen Theater in Amsterdam. Danach folgten Auftritte an verschiedenen Orten wie Brünn, Graz und Preßburg. Ab dem Jahr 1831 war er wieder in Wien. Dort spielte er bis zum Jahr 1839 am Theater an der Wien. Es folgten Auftritte am Leopoldstädter Theater, das im Jahr 1848 in Carl-Theater umbenannt wurde. 1854 pachtete er diese Spielstätte und leitete sie als Direktor. Dort konnte er viele Aufführungserfolge verbuchen.

Im Jahr 1860 gab er diese Tätigkeit auf und siedelte nach Graz über. Dort trat er bereits im Jahr 1827 zum ersten Mal als Autor von Lokalpossen mit dem Titel "Der Zettelträger Papp" in Erscheinung. Johann Nestroy schrieb seit seinem Wiener Engagement seine Sprechrollen oftmals selbst, und er trat in seinen Werken meistens auch selbst in der Hauptrolle auf. Insgesamt schrieb er über 80 Theaterstücke, die er nach Vorlagen bearbeitete. Dabei dienten ihm Romane, Novellen, Komödien oder Vaudevilles englischer oder französischer Autoren als Anregungen.

Durch seine Umgestaltungen, bei denen er oft seinen bezeichnenden Dialogwitz oder sein Sprachspiel einsetzte, erfuhren die Stücke eine starke Veränderung und Abweichung von der Vorlage, die auch oftmals nicht mehr wiederzuerkennen war. Nestroys Schauspiel "Die Anverwandten" (1848) beispielsweise basiert auf dem Stück "Martin Chuzzlewit" von Charles Dickens. In seinen Stücken macht er die Sprache selbst zum inhaltlichen Thema. Aber er bearbeitete auch Stücke zu Parodien um, bei denen die Vorlage ausdrücklich erkennbar blieb.

So schuf er zum Beispiel "Tannhäuser" (uraufgeführt 1857), "Lohengrin" (uraufgeführt 1859) oder "Judith und die Holofernes" (uraufgeführt 1849). Nestroys erster literarischer Erfolg stellte sich mit der phantastischen Komödie "Der böse Geist Lumpacivagabundus oder Das liederliche Kleeblatt" (uraufgeführt 1833) ein. Es ist eine "Zauberposse mit Gesang" wie es im Untertitel heißt. Das dramatische Stück ist auch heute noch auf vielen Spielplänen zu sehen. Die inhaltlichen Zauberelemente verschwanden bald im Werk Nestroys.

Er wandte sich der Gesellschaftskritik zu. Schon zwei Jahre später wurde das Werk "Zu ebener Erde und erster Stock" uraufgeführt. Darin thematisiert der Autor den Gegensatz zwischen Armut und Reichtum. Die soziale Differenz wurde bei der Erstaufführung bereits an dem geteilten Bühnenbild unmittelbar wahrnehmbar gemacht. 1840 wurde das Stück "Talisman" uraufgeführt. Dort steht Titus Feuerfuchs als Außenseiter im Vordergrund und für die Ungerechtigkeit, aber auch für die Engstirnigkeit des Kleinbürgertums, Armut und Langeweile.

Nestroy verwies mit diesen gesellschaftlichen Symptomen auf die Brüchigkeit der Weltordnung. Der "Talisman" gilt als Nestroys Meisterwerk. Oftmals versah er, der selbst als Opernsänger tätig war, seine Werke mit Gesangseinlagen. In dem Revolutionsstück "Freiheit in Krähwinkel", das im Jahr 1848 uraufgeführt wurde, wird unmittelbar politische Kritik laut – Nestroy wendet sich darin gegen die Reaktion im deutschen Revolutionsjahr. Aber der Autor zweifelt gleichfalls an der Wirksamkeit ausschließlich rhetorischer Formulierungen im Revolutionsjargon.

Wohl durch seine schauspielerische Erfahrung und sein Talent war Nestroy ein Meister des Extemporierens. Diese spontane improvisierte Sprechhaltung mitten in der Aufführung war der Zensur ein Dorn im Auge, denn in dieser Weise verschaffte sich Nestroy publikumswirksames Gehör für seine gesellschaftskritischen Inhalte, ohne dass die Zensur eingreifen konnte. Nestroys komödienhafte, satirische Bühnenstücke dienten zahlreichen Schriftstellern als Anregung für das eigenen Schaffen wie zum Beispiel Ödön von Horváth, Karl Kraus oder Friedrich Dürrenmatt.

Nestroys Titel "Einen Jux will er sich machen" (1842) wurde zur literarischen Vorlage von Thornton Wilders Komödie "The Matchmaker" oder zu dem Musical "Hello Dolly".

Johann Nestroy starb am 25. Mai 1862 in Graz.

NameJohann Nestroy

Geboren am07.12.1801

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortWien (A).

Verstorben am25.05.1862

TodesortGraz (A).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html