Biografie

Jean Nouvel

Der französische Architekt gilt als einer der phantasievollsten und einfallsreichsten Planer der Gegenwart. Sein vielfältiger Baustil ist geprägt von einer kühnen Formensprache und ausgesuchten Materialien. Zu seinen herausragenden Projekten zählen unter anderem die Wohnanlage Nemausus im französischen Nîmes oder das Kultur- und Kongresszentrum im schweizerischen Luzern. Zu seinem Architekturkonzept passt der Begriff Transparenz, der dabei eine tragende Rolle spielt...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Jean Nouvel wurde am 12. August 1945 im französischen Fumel geboren.

Nouvel studierte an der Ecole des Beaux-Arts in Paris. Die Aufnahmeprüfung schnitt er als Bester seines Jahrgangs ab. Gegen Ende seines Studiums gründete er 1970 zusammen mit François Seigneur sein erstes Büro. 1971 beendete er seine Ausbildung mit der Diplomprüfung. 1976 gehörte er zu den Mitbegründern der Architekturbewegung "Mars 1976" und "Syndicat de l´Architecture". Nouvels oftmals avantgardistischer Baustil zeichnet sich vor allen Dingen durch seine Visionen und seine Gewagtheit aus. So hat er beispielsweise für das Pariser Viertel La Défense den Entwurf eines "Unendlichen Turms" mit großer Höhe entworfen. In Deutschland machte der französische Stararchitekt mit dem Bau des Kaufhauses "Galerie Lafayette" (1996) in Berlin Furore.

Seinen spektakulären Projekten unterliegen eher einfache Anfangsvorstellungen. Zu seinem Architekturkonzept passt der Begriff Transparenz, der dabei eine tragende Rolle spielt. Nouvel gilt in Fachkreisen als der phantasievollste und einfallsreichste Architekt der Gegenwart. Sein Baustil wird geprägt von einer Sprache der kühnen Formen und von einer ausgesuchten Wahl von Baumaterialien. 1983 wurde er Chevalier de l`Ordre du Mérite und Chevalier des Arts et des Lettres. Nouvels Stil besteht wohl gerade darin, sich nicht auf einen Stil festzulegen. Er beherrscht nicht nur die Klaviatur architektonischer Stilkonzepte, sondern gehört selbst zu ihren Gestaltern. Seine Stillösungen berücksichtigen unter anderem die Besonderheiten des Standortes oder die Wirkungen des Materials. Dabei bezieht er beispielsweise natürliche Elemente wie das Tageslicht mit ein.

Stets ist er flexibel genug, seine angedachten Konzepte an äußere Gegebenheiten anpassen. Dabei zeichnet sich Nouvel nicht durch ein besonderes Stilmerkmal aus, sondern durch die Vielfalt seiner stilistischen Lösungsvorschläge. Er überrascht mit gestalterischer und konzeptioneller Geschmeidigkeit und intellektueller Kühnheit bei der Abstimmung seiner Projekte auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten. Bekanntheit erreichte er mit der Planung des Institut du Monde Arabe in Paris, das in der Zeit von 1981 bis 1987 entstand. Zu seinen Aufsehen erregenden Bauwerken zählen unter anderem die Wohnanlage Nemausus im französischen Nîmes (1987), die Büros der Werbeagentur CLM/BBDO im französischen Issy-les-Moulineaux (1988–1992), das Opernhaus von Lyon (1993), das Einkaufszentrum Euralille in Lille (1991–1994) oder die Fondation Cartier in Paris (1991–1995).

Für die Schweiz plante er eines der größten Projekte des Landes in jüngster Vergangenheit. Das Kultur- und Kongresszentrum in Luzern mit seinem weit ausladenden Dach am Ufer des Vierwaldstätter Sees geht auf Pläne des französischen Architekten zurück. Der in glänzendem Schwarz gehaltene Monolith, so wie er von weitem wirkt, soll zum neuen Wahrzeichen der Stadt avancieren. Zu seinen weiteren Aktivitäten zählen die beiden Ausstellungen "Zukunft der Arbeit" und "Mobilität" im Themenpark zur EXPO 2000 in Hannover. Der eigenwillige und nicht ganz unumstrittene Stararchitekt hat sich mit seinen beeindruckenden Bauwerken dennoch internationales Ansehen und zahlreiche Auszeichnungen erworben. Er bekam die Médaille d`Argent de l`Académie d`Architecture überreicht. Nouvel wurde die Ehrendoktorwürde der Universität Buenos Aires übertragen.

Nouvel erhielt 1987 den Grand Prix de l`Architecture. Im gleichen Jahr wurde er für den Aga Khan Prize nominiert. 1987 wurde er mit dem Equerre d `Argent ausgezeichnet. Und im Jahr 1990 konnte er den Architectural Record Prize gewinnen. 2002 wurde er Ritter der Ehrenlegion. 2005 und 2006 wurde er mit dem "Wolf-Prize" der Wolf-Foundation sowie dem "International Highrise Award" für den Torre Agbar in Barcelona ausgezeichnet.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameJean Nouvel

Geboren am12.08.1945

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortFumel (F).