Biografie

Jean-Claude Juncker

Der luxemburgische Rechtsanwalt und christlich-soziale (CSV/PCS) Politiker stellt seit 2014, in der Nachfolge von José Manuel Barroso, den Präsidenten der Europäischen Kommission. Davor gestaltete er in Regierungs- und Parteiämtern über zwei Jahrzehnte die luxemburgische Politik zentral mit; zuletzt als der dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union. Von 1989 bis Juli 2009 war er Finanzminister und von 1995 bis Dezember 2013 Premierminister. Jean-Claude Juncker betrieb in zwei Amtsperioden eine aktive Europa-Politik, die das kleinste Mitgliedsland der Europäischen Union zu deren stabilstem Pfeiler werden ließ. 1995 avancierte er zum Gouverneur des Internationalen Währungsfonds. 1997 und 2005 nahm Luxemburg unter Juncker die EU-Ratspräsidentschaft wahr. Von 2005 bis 2013 war er zudem Vorsitzender der Euro-Gruppe...
Jean-Claude Juncker wurde am 9. Dezember 1954 als Sohn des Hüttenwerkspolizisten Jos Juncker und Marguerite Hecker in Rédange-sur-Attert geboren.

Nach dem Schulbesuch in Beles und Clairefontaine legte er das Abitur in Luxemburg ab. Danach studierte er bis 1979 Rechtswissenschaften an der Universität Straßburg. 1979 heiratete er Christiane Frising. Ein Jahr später, 1980, wurde er als Anwalt zugelassen. Bereits während seiner Studentenzeit engagierte sich Juncker ab 1974 in der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV). 1979-1982 amtierte er als Sekretär der CSV-Fraktion im Parlament. Im Jahr 1982 trat der noch relativ junge Juncker als Staatssekretär für Arbeit und Soziale Angelegenheiten in die Regierung von Pierre Werner ein. Nachdem er 1984 erstmals ins Parlament gewählt worden war, amtierte der Politiker von 1984 bis 1989 als Arbeitsminister und als Minister für Budgetfragen. In den Jahren von 1989 bis 1994 nahm Juncker dann die Funktionen des Finanz- und Arbeitsministers wahr.

Als solcher reformierte er das Arbeits- und Arbeitslosenrecht. Außerdem setzte er 1991 eine Steuerreform durch. Es war Junckers Mitverdienst, dass das kleinste Land der Europäischen Union bereits 1994 als einziges EU-Mitglied die in Maastricht vereinbarten Konvergenzkriterien zur Währungsunion erfüllte. Von 1990 bis 1995 stellte Juncker außerdem den Parteivorsitzenden der CSV. Als solcher trat er im Januar 1995 die Nachfolge des Premiers Jacques Santer an, der in den Vorsitz der EU-Kommission wechselte. Juncker amtierte nun zunächst bis 1999 als Regierungschef sowie als Arbeits-, Finanz- und Schatzminister. Er entfaltete insbesondere in Abstimmung mit Belgien und den Niederlanden eine aktive Europa-Politik zugunsten der Währungsunion und einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Unter der Führung Junckers nahm Luxemburg in der zweiten Jahreshälfte 1997 auch den EU-Ratsvorsitz wahr.

Aus den Parlamentswahlen vom Juni 1999 ging eine Regierungskoalition von CSV und Demokratischer Partei hervor, die Juncker im Amt des Premierministers für eine zweite Legislatur bestätigte. 2005 nahm Luxemburg unter Juncker erneut die EU-Ratspräsidentschaft wahr. Am 10. September 2004 wurde er für die Dauer von zwei Jahren zum ersten ständigen Vorsitzenden der Eurogruppe ernannt. Sein Mandat begann am 1. Januar 2005. Von 2005 bis 2013 war er zudem Vorsitzender der Euro-Gruppe. 2006 wurde er mit dem Karlspreis der Stadt Aachen und dem Europapreis für politische Kultur der Hans Ringier Stiftung geehrt. 2007 wurde er mit der St.-Liborius-Medaille für Einheit und Frieden ausgezeichnet. Am 21. Januar 2013 legte er sein Mandat als Chef der Euro-Gruppe nieder; er wurde durch den niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem ersetzt.

Am 10. Juli 2013 kündigte er im Zuge der Geheimdienst-"Abhöraffäre" Neuwahlen an. Die CSV wurde mit ihm als Spitzenkandidat zwar erneut stärkste Partei, sein bisheriger Koalitionspartner, die Sozialdemokraten, einigten sich jedoch mit den Liberalen und den Grünen auf eine neue Koalitionsregierung. Am 4. Dezember 2013 schied er aus seinen Regierungsämtern aus. Juncker übernahm in der Folge am 5. Dezember als Oppositionsführer den Fraktionsvorsitz der CSV in der Abgeordnetenkammer. Am 27. Juni 2014 erfolgte seine Nominierung zum EU-Kommissionspräsident durch den Europäischen Rat. Am 15. Juli 2014 stimmte das Parlament mit 422:250 Stimmen (47 Enthaltungen, 10 Ungültige) für Juncker als neuen Präsidenten. Am 10. September 2014 kam es zur Vorstellung der neuen EU-Kommission. Am 1. November 2014 nahm er, in der Nachfolge von José Manuel Barroso seine Tätigkeit als Präsidenten der Europäischen Kommission auf.

NameJean-Claude Juncker

Geboren am09.12.1954

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortRédange-sur-Attert (LUX).