Biografie

Henrich Focke

Der diplomierte Maschinenbauer und Ingenieur avancierte in den 1920er zu einem der bedeutendsten Pioniere des deutschen Flugzeugbaus. 1924 rief Henrich Focke zusammen mit Georg Wulf in Bremen das Unternehmen Focke-Wulf Flugzeugbau AG ins Leben, aus dem das legendäre Entenflugzeug F-19a hervorging. Mit dem Fa-61 baute Focke 1936 den weltweit ersten funktionsfähigen Hubschrauber. In der Nachkriegszeit war der vielfach ausgezeichnete Ingenieur als gefragter Berater für die Wirtschaft und die Luftfahrtforschung in Frankreich, Deutschland und Großbritannien tätig...

Pioniere der Luft- und Raumfahrt
Henrich Focke wurde am 8. Oktober 1890 in Bremen geboren.

Bereits als Schüler interessierte sich Focke für die Fliegerei. Mit seinem Bruder Wilhelm unternahm er erste Flugversuche mit eigenen Flugmaschinen. 1908 konstruierte er das erste, allerdings noch nicht flugfähige Entenflugzeug. Nach der Schule studierte Focke ab 1908 Maschinenbau an der Technischen Hochschule Hannover. 1912 baute er mit Hans Kolthoff und Georg Wulf sein erstes Motorflugzeug. In den Jahren 1914 bis 1917 kam Focke als Infanterist und Pilot im Ersten Weltkrieg zum Einsatz. Nach dem Absturz mit seinem Flugzeug wurde er Ingenieur bei der Flugmeisterei in Berlin.

Nach Kriegsende nahm Focke sein Maschinenbau-Studium wieder auf, um es 1920 mit Diplom abzuschließen. Im Anschluss daran wurde er als Konstrukteur für Gas- und Wasseranlagen bei den Franke-Werken in Bremen tätig. 1921 fertigte Focke mit Georg Wulf die A7 als sein erstes offiziell zugelassenes Flugzeug. Zusammen mit Wulf und Werner Naumann rief er 1924 das Unternehmen Focke-Wulf Flugzeugbau AG in Bremen ins Leben. In dem Unternehmen baute Focke zusammen mit seinem Bruder Wilhelm das Entenflugzeug F-19a, für deren Konstruktion die Gebrüder auf ein Patent des Vorläufermodells aus dem Jahr 1908 zurückgriffen. Wulf fand 1927 bei einem Testflug mit dem Entenflugzeug durch Absturz den Tod. 1930 fusionierte die Firma Focke-Wulf mit den Albatros Flugwerken.

Nach Machtantritt der Nationalsozialisten wurde Focke 1933 zum Austritt aus der Unternehmensleitung gezwungen, während er an der Konstruktion der Flugzeuge weiter beteiligt blieb. 1936 wurde mit dem Fa-61 der weltweit erste Hubschrauber aus der Fertigung Fockes in Bremen durch einen Erstflug erprobt. 1937 gründete Focke zusammen mit Gerd Achelis das Unternehmen Focke-Achelis in Delmenhorst bei Bremen. Nachdem Focke bereits zu Beginn der 1930er Jahre Vorlesungen an der Technischen Lehranstalt Bremen gehalten hatte, verlieh man ihm 1938 die Ehrendoktorwürde der TH Hannover. 1940 brachte Focke den Lastenhubschrauber Fa-223 heraus. 1944 vereinigte sich Focke Wulf mit der Weser Flugzeugbau GmbH.

Nach Kriegsende war Focke von 1945 bis 1948 als Berater bei Aerosudest in Paris tätig, wo er den Fa-223 nachbaute und die S.E. 3101 als Vorläuferin der "Alouette" konstruierte. Nach der Rückkehr nach Deutschland eröffnete Focke 1948 ein Ingenieursbüro in Bremen. Er war dann ab 1950 als Konstrukteur bei den Norddeutschen Fahrzeugwerken in Wilhelmshaven tätig und beriet bis 1958 auch das britische Luftfahrtministerium in London. 1952 entwickelte Focke in Brasilien den Hubschrauber Beija-Flor, der erstmals 1958 flog. 1956 baute er den Hubschrauber als Kolibri bei den deutschen Borgward Automobilwerken. 1960 wurde Focke mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Nach dem Konkurs von Borgward war Focke ab 1961 als Beratender Ingenieur bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken in Bremen und bei der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt tätig.

Henrich Focke starb am 25. Februar 1979 in Bremen.


Pioniere der Luft- und Raumfahrt

NameHenrich Focke

Geboren am08.10.1890

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortBremen (D).

Verstorben am25.02.1979

TodesortBremen (D).