Biografie

Heinz Sielmann

Der studierte Biologe begann in den 1930er Jahren seine Laufbahn als Tierforscher und Naturfilmer. Als Veteran des Natur- und Tierfilms prägte Heinz Sielmann mehrere Generationen von Biologieschülern im westlichen Nachkriegsdeutschland. Eine breitere Popularität erwarb er sich mit der drei Jahrzehnte währenden ARD-Serie "Expeditionen ins Tierreich". 1994 rief Sielmann eine nach ihm benannte Stiftung zur Naturerhaltung ins Leben, die etwa 2002 ein Naturgebiet in Brandenburg als Lebensraum für bedrohte Tierarten erwarb. 1995 legte er mit dem Buch "Mein Leben" seine Autobiografie vor...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Heinz Sielmann wurde am 2. Juni 1917 im rheinländischen Rheydt geboren.

Die Familie wechselte bald ins ostpreußische Königsberg, wo Sielmann aufwuchs. Während der Schulzeit interessierte er sich bereits für die Tierwelt. Mit 18 Jahren trug Sielmann am Zoologischen Institut in Königsberg seine naturwissenschaftlichen Beobachtungen vor. Im Anschluss an das Abitur absolvierte Sielmann ein Studium der Biologie an der Universität Königsberg. Schon während des Studiums wandte er sich der Tierbeobachtung zu, die er auch filmisch festhielt. Sielmann debütierte als Tierfilmer 1938 mit seinem ersten Tonfilm "Vögel über Haff und Wiesen". Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er für ornithologische Forschungen vom Kriegsdienst befreit.

Er arbeitete u.a. auf der von der deutschen Wehrmacht besetzten Insel Kreta. Nach Kriegsende stieg Sielmann 1947 beim Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht ein, wo er bis 1958 als Regisseur und auch Kameramann arbeitete. Der Tierbeobachter stellte hier auch Filmmaterial für den Schulunterricht her, das Generationen von Schülern im westlichen Nachkriegsdeutschland prägte. Besonderes Aufsehen erregte die ausgeklügelte Technik, die Sielmann bei seinen Tierfilmen anwandte. In seiner Dokumentation über "Die Zimmerleute des Waldes" filmte er zum Beispiel 1954 die Spechte aus dem Inneren eines zuvor präparierten Baumstammes.

Der Mitgründer des World Wildlife Fund (WWF), der Brite Peter Scott, holte Sielmann in seine Fernsehserie des BBC, die dann alle Filme des Tierbeobachters übernahm und ausstrahlte. Seinen ersten Kinofilm drehte Sielmann 1957 im Auftrag des belgischen Königshauses im Kongo: "Herrscher des Urwalds" wurde ein internationaler Erfolg und bei den Moskauer Filmfestspielen mit einem Preis ausgezeichnet. 1960 machte sich Sielmann selbständig. Mit zahlreichen Produktionen versorgte er in der Folge das deutsche Fernsehen und den Schulunterricht. Die größte Bekanntheit und Beliebtheit erlangte Sielmann zweifellos durch die TV-Serie "Expeditionen ins Tierreich", die er bis 1991 ununterbrochen in über 170 Folgen für die ARD produzierte.

Während der 1980er Jahre engagierte sich Sielmann immer mehr auch für ökologische Fragen. Er machte auf bedrohte Natur- und Landschaftsräume in der Bundesrepublik aufmerksam. In die Schlagzeilen geriet der Tier- und Naturschützer im Zuge der deutschen Wiedervereinigung von 1989/90, als er vorschlug, den ehemaligen "Todesstreifen" an der innerdeutschen Grenze in einen Nationalpark umzuwandeln. Im Herbst 1991 eröffnete Sielmann bei RTLplus mit "Sielmann 2000 - Rückkehr in die Zukunft" ein neues Sendeprojekt, was zur Einstellung seiner ARD-Serie führte. Die neue Serie musste aus finanziellen Gründen jedoch ebenfalls vorzeitig eingestellt werden.

Im Anschluss daran realisierte Sielmann bei Sat.1 die Sendereihe "Der Heinz-Sielmann-Report", die er zusammen mit dem WWF produzierte und 1993 erstmals ausgestrahlt wurde. Für denselben Privatsender produzierte er 1996 in vier Folgen die Sendung "Sielmanns Abenteuer Natur". 1994 rief Sielmann eine nach ihm benannte Stiftung zur Naturerhaltung ins Leben, die etwa 2002 ein Naturgebiet in Brandenburg als Lebensraum für bedrohte Tierarten erwarb. 1995 legte er mit dem Buch "Mein Leben" seine Autobiografie vor. Inzwischen hatte sich Sielmann vom aktiven Filmschaffen zurückgezogen, um sich ganz seiner Stiftung zu widmen.

Für sein Filmschaffen wurde Sielmann mit zahlreichen Auszeichnungen, u.a. fünf Bundesfilmpreisen, bedacht. 1987 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und 1993 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD verliehen. Ebenfalls 1993 erhielt er die "Goldene Arche" des WWF. Sielmann war seit 1994 Honorarprofessor der Universität München. 1997 folgte das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik. Im Herbst 2001 wurde der Tierforscher mit dem Görlitzer Meridian-Naturfilmpreis ausgezeichnet. Der Tierfilmer erhielt im Oktober 2004 den internationalen Preis der Wirtschafts- und Umweltinitiative B.A.U.M.

Im Jahr 2005 wurde er mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg sowie mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. 2006 wurde eine Grundschule in Crinitz in "Heinz-Sielmann-Schule" benannt. Sielmann war verheiratet und Vater eines bereits verstorbenen Sohnes.

Heinz Sielmann starb am 6. Oktober 2006 in München.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur

NameHeinz Sielmann

Geboren am02.06.1917

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortRheydt (D).

Verstorben am06.10.2006

TodesortMünchen (D).


.
google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html