Biografie

Hans-Ulrich Wehler

Der deutsche Historiker war ein Schüler Theodor Schieders und lehrte von 1971 bis 1996 Allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld. Hans-Ulrich Wehler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Sozialgeschichte, die er durch seine so genannte "Bielefelder Schule" in der deutschen Geschichtswissenschaft etablierte. Der Sozialhistoriker gründete die Fachzeitschrift "Geschichte und Gesellschaft". Mit seiner vierbändigen Schrift "Deutschen Gesellschaftsgeschichte" (1987-2003) legte er ein bedeutendes Standardwerk zur neueren deutschen Geschichte unter sozialwissenschaftlicher Perspektive vor...
Hans-Ulrich Wehler wurde am 11. September 1931 in Freudenberg bei Siegen geboren.

Nach der Schule absolvierte Wehler ein Studium der Geschichte und Soziologie an den Universitäten Köln und Bonn. Ein Auslandsstudium führte ihn an die Universität Athens im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio.

Wehler promovierte 1960 bei dem anerkannten Historiker Theodor Schieder an der Universität Köln. Seine Doktorarbeit handelte von der "Sozialdemokratie und Nationalstaat. Nationalitätenfrage in Deutschland 1840-1914" (veröffentlicht 1962). Es folgten verschiedene akademische Tätigkeiten als wissenschaftlicher Assistent.

Im Jahr 1968 legte Wehler seine Habilitationsschrift über "Bismarck und der Imperialismus" (publiziert 1969) vor. Danach war er als Privatdozent an der Universität Köln tätig. Wehler erhielt zum Wintersemester 1970/71 eine Berufung zum ordentlichen Professor an der Freien Universität Berlin. 1971 folgte er einem Ruf an die Universität Bielefeld, wo er bis zu seiner Emeritierung 1996 Allgemeine Geschichte lehrte.

Daneben war Wehler auch als Gastprofessor an mehreren ausländischen Universitäten wie Princeton, Harvard und Stanford tätig. 1975 gründete er die Fachzeitschrift "Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für historische Sozialwissenschaft". Als Begründer der so genannten "Bielefelder Schule" trug Wehler maßgeblich zur Entwicklung und Etablierung der Sozialgeschichte als eine anerkannte Teildisziplin der deutschen Geschichtswissenschaften bei.

In diesem Zusammenhang schuf der Sozialhistoriker mehrere Standardwerke zur deutschen Geschichte wie etwa "Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918" (1973) und vor allem das vierbändige Werk "Deutsche Gesellschaftsgeschichte" (1987-2003). In seiner Spätphase wandte sich Wehler mit "Die Herausforderung der Kulturgeschichte" (1998) auch den neueren kulturwissenschaftlichen Tendenzen der internationalen Geschichtsschreibung zu, die er in seine sozialgeschichtliche Methodik zu integrieren suchte.

Nach seiner Emeritierung ist Hans-Ulrich Wehler weiterhin in der wissenschaftlichen Publizistik tätig und lebt er in Berlin.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameHans-Ulrich Wehler

Geboren am11.09.1931

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortFreudenberg, bei Siegen (D).