Biografie

Gerhard Zwerenz

NameGerhard Zwerenz

Geboren am03.06.1925

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortGablenz (D).

Gerhard Zwerenz

Der deutsche Schriftsteller hatte mit Essays und Erzählungen erste literarische Erfolge. Polemik und Satire sind Elemente die viele seiner Stücke kennzeichnen. Großen Erfolg hatte Gerhard Zwerenz mit dem Roman "Casanova oder der kleine Herr in Krieg und Frieden", mit dem er als Romanautor bekannt wurde. Zwerenz blickt in vielen seiner Werken durch die satirische Brille auf die gesellschaftlichen Zustände, die er– sowohl im Sozialismus als auch im Kapitalismus – kritisiert. Das Sortiment seiner Bücher erstreckt sich vom Sachbuch über Dokumentarschriften, Filmbücher, Biografien, Utopien, Schulbuchgeschichten bis zum erotischen Roman und Polit-Thriller. Ein erfolgreicher Schwerpunkt seiner literarischen Tätigkeit ist der polemische Essay...
Gerhard Zwerenz wurde am 3. Juni 1925 als Sohn einer Arbeiterfamilie im sächsischen Gablenz geboren.

Aufgewachsen ist Gerhard Zwerenz in der Ziegelei seiner Großeltern. Später absolvierte er zunächst eine Lehre als Kupferschmied und meldete sich 1942 freiwillig in den Krieg. 1944 desertierte er und geriet in sowjetischen Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung 1948 wurde er Volkspolizist. Er war außerdem Lehrer und Mitglied in der SED-Partei. Von 1952 bis 1956 studierte er in Leipzig Philosophie unter anderem bei Ernst Bloch. Danach war er publizistisch tätig und Mitglied im Kabarett "Pfeffermühle". Oftmals veröffentlichte er unter Pseudonymen wie zum Beispiel Gert Gablenz. Später wurde er Mitglied in der antistalinistischen Opposition.

Auch als Schriftsteller stand er dann kritisch dem DDR-Regime gegenüber. Dadurch geriet er in Konflikt mit der Staats- und Parteiführung. 1957 setzte sich Gerhard Zwerenz nach Westdeutschland ab und rettete sich vor einer Verhaftung. Er lebt darauf als freier Schriftsteller in Schmitten im Taunus. Von 1994 bis 1998 war er für die PDS Mitglied im Deutschen Bundestag. In den 1960er Jahren stellen sich erste Erfolge ein mit Satiren, Erzählungen und polemischen Essays, ein Genre, das er auch späterhin meisterhaft beherrscht und fleißig realisiert. Mit den "68er" Studentenunruhen wandte sich Zwerenz verstärkt westlichen Themen zu.

Mit dem zeitkritischen schelmischen Roman "Casanova" gelang ihm der Erfolg als Romanautor, der ihm auch Bekanntheit verschaffte. Darin erzählt er die Geschichte eines Menschen, der sich in verschiedenen Gesellschaftssystemen nicht anpasst und verbindet damit zugleich einen satirischen Seitenhieb auf den westdeutschen Literaturbetrieb. Das weitere Thema der Sexualität ist der Ausgang für Folgeromane, in denen er diesen thematischen Gegenstand extrem ausbaut bis zum pornografischen Roman. Im Zuge der sexuellen Emanzipation reflektierte Zwerenz nicht nur theoretisch darüber, sondern war auch als Verleger kurz tätig, wie unter anderem die folgenden Werke "Erbarmen mit den Männern" (1968), "Tantenliebe" (1970), "Rasputin" (1970), "Bürgertum und Pornographie" (1971) oder "Der Sex-Knigge" (1983) zeigen.

In seinem autobiografischen Roman "Kopf und Bauch. Die Geschichte eines Arbeiters, der unter die Intellektuellen gefallen ist" (1971) schildert Zwerenz als enttäuschter Kommunist seine Position zwischen zwei Standpunkten. Nicht nur in seinen ausdrücklich autobiografischen Romanen wie "Der Widerspruch. Autobiographischer Bericht" (1974), "Das Großelternkind" (1978) oder "Vergiß die Träume deiner Jugend nicht" (1989) lässt sich Autobiografisches ausmachen, sondern eigentlich in seinem gesamten Werk.

Der autobiografische Werkabschnitt des Schriftstellers ist der umfassendste und qualitativ der gewichtigste. Zu seine bekanntesten Werken zählen "Kopf und Bauch", "Der Widerstand" und der Roman "Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond" (1973), der Rainer Werner Fassbinder, mit dem Zwerenz befreundet war, anregte zu seinem umstrittenen Theaterschauspiel "Der Müll, die Stadt und der Tod". Aber auch die beiden neueren Werke "Die Rückkehr des toten Juden nach Deutschland" (1986) und "Soldaten sind Mörder. Die Deutschen und der Krieg" (1988) gehören zu den Erfolgstiteln.

Mit seiner Polemik zielte Zwerenz oft auf Personen als Funktionsträger oder Vertreter bestimmter Ideologien, so zum Beispiel in seinen Stücken "Ärgernisse. Von der Maas bis an die Memel" (1961), "Walter Ulbricht" (1966), "Die Quadriga des Mischa Wolf" (1975), "Antwort an einen Friedensfreund oder längere Epistel für Stephan Hermlin und meinen Hund" (1982) oder "Die DDR wird Kaiserreich" (1985). Damit verband er seine kritische Stimme gegen den Stalinismus und das DDR-System.

Aber auch das kapitalistische System im Westen war Ziel seiner kritischen Beurteilung in seinen Werken, wobei er unter anderem deutsche Traditionen, die Machtoberen, die Intellektuellen oder die Verlierer unter die Lupe nahm: "Wider die deutschen Tabus. Kritik der reinen Unvernunft." (1962), "Die Lust am Sozialismus. Ein Wahlgeschenk" (1969), "Bericht aus dem Landesinnern. City-Strecke-Siedlung" (1972), "Der plebejische Intellektuelle" (1972), "Wozu das ganze Theater" (1977), "Die Westdeutschen" (1977), oder "Wir haben jetzt Ruhe in Deutschland" (1981).

Gerhard Zwerenz, literarisch überaus produktiv, gehört zu den provokanten und streitbaren Schriftstellern in Deutschland, der die literarische Streitkultur belebt. Seine Reportagen sind oftmals als spannende Prosa mit grotesken Zügen geschrieben. Seine Schreibtechnik besteht unter anderem darin Erdachtes und Dokumentarisches aus Fotografien oder Tagebuch-Notizen ineinander zu verweben.

NameGerhard Zwerenz

Geboren am03.06.1925

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortGablenz (D).

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