Biografie

Friedrich Wilhelm Raiffeisen

NameFriedrich Wilhelm Raiffeisen

Geboren am30.03.1818

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortHamm (D).

Verstorben am11.03.1888

TodesortHeddesdorf bei Neuwied (D).

Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Der Sohn eines Bürgermeisters war zeitlebens durch die Erfahrung von sozialer Not in seiner Kindheit geprägt, die seine eigene Tätigkeit als Bürgermeister im Westerwald um die Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidend bestimmte. In der strukturschwachen, von Missernten und Hungersnöten geprägten Region entwickelte Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit seinen "Brodvereinen" und Darlehenskassen zur Unterstützung mittelloser Kleinbauern eine geeignete Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstverwaltung. Damit legte er die Grundlage für das Genossenschaftswesen, das nach seiner Idee eine weltweite Verbreitung fand...
Friedrich Wilhelm Raiffeisen wurde am 30. März 1818 in Hamm im Siegerland geboren. Sein Vater war der Bürgermeister Gottfried Friedrich Raiffeisen.

Da sein Vater wegen einer schweren Krankheit die Familie kaum versorgen konnte, besuchte das Kind nur die Volksschule. Bei seinem Paten, einem Pastor, genoss er jedoch Privatunterricht in höherer Bildung und christlicher Erziehung. 1835 meldete sich Raiffeisen als Freiwilliger zum Militär und schlug eine Laufbahn zum Berufssoldaten ein, die er wegen einer Augenkrankheit jedoch 1843 aufgeben musste. Raiffeisen wandte sich in der Folge der Kommunalverwaltung als neuem Betätigungsfeld zu und wurde 1845 zum Bürgermeister der Westerwaldgemeinde Weyerbusch berufen. Dort heiratete er noch im selben Jahr Emilie Storck, mit der er neun Kinder hatte, von denen aber fünf früh verstarben.

In der strukturschwachen, landwirtschaftlich geprägten Region entwickelte Raiffeisen unter dem Eindruck der Missernten von 1846/47 die Idee zur genossenschaftlichen Selbsthilfe, die nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe funktionieren sollte. Da die Bauern bei Missernten oft auf die Kredite von privaten Wucherern angewiesen waren, drohte ihnen durch den Ernteausfall der Verlust des Hofes, Verelendung und Hungersnot. 1847 gründete Raiffeisen daher in Weyerbusch den "Brodverein", der bei den reicheren Bürgern Lebensmittelspenden für die Hungernden sammelte. Als Raiffeisen 1848 in die Nachbargemeinde Flammersfeld versetzt worden war, gründete er dort den "Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte", der über eine eigene Sparkasse verfügte.

Raiffeisen entwickelte sein Hilfskonzept zur genossenschaftlichen Darlehenskasse weiter, die von den Mitgliedern des Kassenvereins eigenverantwortlich verwaltet wurden und den Fortbestand der landwirtschaftlichen Betriebe auch bei Krisen sicherten. Somit entwickelte Raiffeisen seine Idee der Selbsthilfe zu der der Selbstverwaltung fort, wodurch er die ideelle Grundlage für das moderne Genossenschaftswesen legte. 1852 wechselte Raiffeisen auf den Bürgermeisterposten des Amtes Heddesdorf bei Neuwied, den er bis 1865 innehatte. 1863 starb seine erste Frau, worauf er in zweiter Ehe Marie Penserot heiratete. In Heddesdorf rief er 1864 die erste Darlehenskasse ins Leben, der bald weitere Kassen folgten.

Nach der Gründung eines Regionalverbandes der Kassen schloss Raiffeisen 1877 alle deutschen Darlehenskassen in einem nationalen Dachverband zusammen. Dieser Dachverband bildete die Grundlage für die weitere Entwicklung und weltweite Ausbreitung des Genossenschaftswesens.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen starb am 11. März 1888 in Heddesdorf bei Neuwied. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs benannte man im westlichen Nachkriegsdeutschland die landwirtschaftlichen Darlehenskassen nach dem Begründer der Genossenschaftsidee als "Volks- und Raiffeisenbanken".

NameFriedrich Wilhelm Raiffeisen

Geboren am30.03.1818

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortHamm (D).

Verstorben am11.03.1888

TodesortHeddesdorf bei Neuwied (D).

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