Biografie

Franz West

Der österreichische Objekt- und Aktionskünstler ist einer der wichtigsten Vertreter der bildenden Gegenwartskunst seines Landes. Bekanntheit erlangte der Künstler durch seine so genannten Passstücke in den 1980er Jahren. Dabei handelt es sich um körperhafte Skulpturen, die durch ihre bizarren Formen Aufmerksamkeit erregten. Franz West steht mit seinen Collagen in der Tradition österreichischer Material- und Körperkunst. Darüber hinaus fertigt er Installationen mit möbelähnlichen Sitz- und Liegeobjekten. Neben körperlicher Befindlichkeit thematisiert West mit seinem Schaffen auch psychische Erlebnisse...
Franz West wurde am 6. Februar 1947 in Wien geboren.

West ließ sich in Wien an der Akademie der bildenden Künste bei seinem Landsmann, dem Bildhauer Bruno Gironcoli ausbilden. Zunächst widmete er sich der Malerei, fand aber schon bald den Weg zur Collagen-Kunst. Er schloss sich damit der Tradition der Wiener Aktionisten an, insbesondere der Material- und Körperaktionen. Mit diesen körperbetonten Arbeiten verband West gleichfalls das Interesse an psychischen Erlebnissen als Folgen sinnlicher Voraussetzungen. Das künstlerische Interesse an der Körperlichkeit führte Franz West zur Beschäftigung mit der Skulptur. Seine skulpturalen Werke fertigte er zunächst aus Papmaché an und später, Ende der 1980er Jahre, aus Aluminiumguss. 1980 zeigte er erstmals öffentlich eines von mehreren so genannten "Passstücken", danach begann er, an Ausstellungen teilzunehmen.

Wests "Passtücke" sind Stücke aus Papmaché, Metall oder Gips, ohne exakte Formen, die man als Prothesen oder Stützen am Körper tragen konnte, aber auch seine Beweglichkeit einschränken. Für Franz West sind diese Werke sichtbar gemachte Neurosen. Seit dem Jahr 1987 produziert Franz West aus Fertigteilen möbelähnliche Sitz- und Liegeobjekte mit Stoffbespannung. Sie sind die Fortführung seiner plastischen Konzepte, die der Künstler als Installationen ausführt. In ihrer Vielfalt verfremdet und ironisiert er die Gegenstände, die stets die Grundfrage der Bildenden Kunst nach der Grenze zwischen Kunst und Alltagsgegenstand aufwerfen. Wests Möbelarbeiten bewegen sich fragend zwischen Kunstwerk und Gebrauchsgegenstand, sind ein Appell ans Publikum, seine Werke haptisch zu erfahren.

Im Jahr 1990 zeigt er seine Passstücke und Sitzmöbel als komplexe Installation an der 44. Biennale in Vendig. Ab 1992 war er für zwei Jahre als Professor an der Städelschule in Frankfurt/M. tätig. Im gleichen Jahr nahm er an der documenta IX in Kassel teil und präsentierte dort mit seinen Lemurenköpfen "Animismusstudien". Dem Publikum zeigten sie sich als fetischhaft reduzierte Kopfformen und geöffneten Mäulern. Auf der Biennale in Venedig von 1993 vertrat der Künstler Österreich. Schwerpunkt seines Schaffens sind dreidimensionale Plastiken oder Installationen im Raum, die ihn auch bekannt gemacht haben. Vor allem mit seinen Collagen setzt Franz West die traditionelle Linie, die auch an psychischen Erlebnisse interessiert ist, fort. Neben der Gestaltkunst widmet sich der Künstler ebenso der Plakatmalerei, Grafiken und Performances.

West thematisiert in und durch seine Kunst Kommunikation und Interaktion. Zu seinen Auszeichnungen zählen 1986 der Otto Mauer-Preis, 1988 der Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst, 1993 der Skulpturenpreis der Generali Foundation und 1998 der Wolfgang-Hahn-Preis, des Museums Ludwig in Köln. 2011 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Ehrenlöwe der Biennale von Venedig geehrt.

Franz West arbeitet und lebt in Wien.

NameFranz West

Geboren am06.05.1976

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortWien (A).