Biografie

Francisco de Goya

Der spanische Maler, Radierer und Lithograph gilt als einer der bedeutendsten Darsteller menschlicher Psyche. Er war wie kaum ein anderer Künstler Wegbereiter der Moderne. Francisco José de Goya y Lucientes malte zunächst in hellen Farben im Stil des spanischen Rokoko. Nach einem Schlaganfall änderte sich seine Farbgebung. In seinen Darstellungen befasste er sich nun mit den menschlichen Abgründen. Taub und Krank auf die düstere Existenz konzentriert entstanden albtraumähnlich Darstellungen von Kriegen, Ungerechtigkeiten und Wahnsinn. Goya empörte die Eiferer der katholischen Inquisition und stieg zugleich zum Stammvater der Expressionisten und der Surrealisten auf...
Francisco José de Goya y Lucientes wurde am 30. März 1746 als Sohn eines Vergoldermeisters im Fuendetodos bei Zaragoza geboren.

Francisco José de Goya y Lucientes war zunächst Schüler von José Luzán in Zaragoza. Danach siedelte er nach Madrid über und ging dort in die Lehre von Francisco Bayeu y Subias. In den beiden Jahren 1769 und 1770 bereiste Goya Italien. Dort gewann er eine Auszeichnung bei einem Wettbewerb der Akademie von Parma. Nachdem er im Jahr 1771 nach Zaragoza zurückgekehrt war, widmete er sich religiösen Motiven in seiner Freskenmalerei. Drei Jahre später ging er an die königliche Teppichmanufaktur in Madrid.

Dort schuf er Werke nach Manier des Rokokos, wobei er sich an dem deutschen Maler und Kunsthistoriker Anton Raphael Mengs und an dem italienischen Maler und Radierer Giovanni Battista Tiepolo orientierte. In seinen Darstellungen beschäftigte er sich in spielerischer Weise, die er durch pastellartige Farben unterstrich, mit dem Leben. So entstand im Jahr 1777 der Titel "Der Sonnenschirm". 1786 wurde Goya zum Maler des Königs ernannt. Drei Jahre später wurde er zum Hofmaler befördert. 1795 trat er als Direktor der Malklasse der Academia de S. Fernando in Madrid die Nachfolge seines Schwager Bayeu an. Als Hofmaler portraitierte er die Mitglieder der Königsfamilie, wie zum Beispiel im Jahr 1800 in "Die Familie Karls IV.".

Im Jahr 1792 erlitt Goya einen Schlaganfall, durch den er sein Gehör verlor. In der Folgezeit entstanden seine Radierwerke so zum Beispiel die Folge mit dem Titel "Los Caprichos", mit der er in den Jahren 1797 und 1798 an die Öffentlichkeit ging. Diese Werke bedeuteten einen Einschnitt in der Motivik und in der Darstellung. Goya vermied ab diesem Zeitpunkt die galanten und lebensleichten Inhalte und wandte sich der Kritik an menschlichen Schwächen sowie politischen, sozialen und kirchlichen Missständen zu. In dieser Thematik machte sich in den Bildern von Goya Spott breit, in seinem Stil entwickelte er Tiefe und Ausdrucksstärke. So entstanden zwischen 1794 und 1795 das Werk mit dem Titel "Hexenszene" und um das Jahr 1800 "Das Irrenhaus".

Goyas Werke aus dieser Epoche befassen sich mit den menschlichen Abgründen, mit der Bosheit und dem Laster. In seinen beiden Gemälden "Die nackte Maja" und "Die bekleidete Maja" setzte Goya das Thema der ruhenden Venus um, das er aus einer neuen Perspektive umsetzte, indem er den Blick der Maya auf den Betrachter richtet. Francisco Goya zeigte sich interessiert an zeitgenössischen Geschehnissen, die ihren Niederschlag in seinen Bildern fanden. Zum Einmarsch der napoleonischen Truppen in Spanien fertigte er die Radierfolge mit dem Titel "Los Desastres de la Guerra" an, die in der Zeit zwischen 1808 und 1814 entstand. Zum gleichen Thema entstanden die zwei Bilder "Kampf mit den Mamelucken am 2. Mai 1808 in Madrid" sowie "Erschießung der Aufständischen am 3. Mai 1808 in Madrid".

In seinen Alterswerken offenbarte sich Goyas Hinwendung zur Tragik, zum Düsteren und Phantastischen. In dieser Ausdruckssprache entstand die Radierfolge mit dem Titel "Disparates" ab dem Jahr 1816. In der Folgezeit malte er seine sogenannten schwarzen Bilder, die "Pinturas negras"; dabei handelte es sich um Fresken wie zum Beispiel der Titel "Saturn verschlingt eines seiner Kinder" für sein Haus bei Madrid, das er sich im Jahr 1819 erwarb. Er nannte sein Anwesen "La Quinta del Sordo", zu Deutsch: "Das Haus des Tauben". Neben der Freskenarbeit widmete sich Goya weiterhin der Portraitmalerei, die er in einem ausdrucksstarken Stil realisierte. Im Vordergrund dieser Arbeiten stand die würdevolle Anmut der Modelle.

In den beiden Jahren 1794 bis 1795 entstand der Titel "Marquesa de la Solana" oder "Junge Dame mit Fächer" um das Jahr 1815. Seine Darstellungen von Kriegen, Ungerechtigkeiten und Wahnsinn empörten die Eiferer der katholischen Inquisition. 1824 emigrierte Goya vor der spanischen Inquisition nach Frankreich. Dort ließ er sich Bordeaux nieder. Mit dem Titel "Milchfrau von Bordeaux", gemalt in den beiden Jahren 1827 und 1828, nahm er impressionistische Elemente mit auf. Francisco Goya wurde einer der tiefgründigsten Darsteller menschlicher Psyche. Besonders seine Radierungen wirkten prägend auf Künstler der internationalen Avantgarde wie zum Beispiel Edvard Munch, Emil Nolde, Paul Klee oder James Ensor.

Francisco José de Goya y Lucientes starb am 16. April 1828 in Bordeaux.

NameFrancisco José de Goya y Lucientes

AliasFrancisco de Goya

Geboren am30.03.1746

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortFuendetodos (ES).

Verstorben am16.04.1828

TodesortBordeaux (F).