Biografie

Fjodor Dostojewski

Der Schriftsteller war ein zentraler Vertreter des Realismus innerhalb der russischen Literatur. Mit moderner psychologischer Erzählweise und der philosophischen Komplexität seines Romanwerkes avancierte Fjodor Michajlowitsch Dostojewski zu einem der bedeutendsten Autoren des 19. Jahrhunderts. Seine zunächst an christlichen, später an religionsphilosophischen Denkschemen orientierten Werke sind breit angelegt. Bezeichnend für seinen Stil ist die große psychologische Eindringlichkeit der Beschreibung der Charaktere seiner Protagonisten. Besonders in seinem Spätwerk zeigt sich als leitendes Motiv die vom Sozialismus übernommene Idee eines goldenen Zeitalters...
Fjodor Michajlowitsch Dostojewski wurde am 11. November 1821 als jüngster Sohn einer verarmten Adelsfamilie in Moskau geboren.

Er litt schon als Kind an epileptischen Anfällen. Ein Jahr zuvor kam sein Bruder Michajl Michajlowitsch zur Welt. Nach dem Tod der Mutter, Maria Fjodorowna, siedelte die Familie nach St. Petersburg über, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärakademie studierte. 1839 wurde der Vater, ein Arzt, Michail Andrejewitsch Dostojewski, durch leibeigene Bauern auf seinem Landgut ermordet. Ab 1844 war Dostojewski als freier Autor tätig. Er begann mit dem Roman "Arme Leute", der ihm den Durchbruch als Autor verschaffte. Im selben Jahr lernte er den Kritiker W.G. Belinskij kennen.

Im Jahr 1849 wurde er wegen angeblich staatsfeindlicher Aktionen im Kreis um Petraschewskij denunziert, verhaftet und zum Tode verurteilt. Er hatte ein "kriminelles Schreiben" vorgelesen, welches Belinskij an Gogol geschrieben hatte. Zar Nikolaus I. begnadigte ihn auf dem Richtplatz. Er wurde zu 4 Jahren Verbannung mit Zwangsarbeit in Sibirien (1850-1854) und anschließendem Militärdienst als "gemeiner Soldat" (ab 1854) verurteilt. 1856 zum Offizier befördert, begann er mit den "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus", die die Leidenszeit in Sibirien beschreiben. 1857 heiratete er Maria Dimitijewna Issajewa. Die Geschichte "Ein kleiner Held" erschien.

Zwei Jahre später, 1859, wurde Dostojewski auf Antrag wegen seiner schweren epileptischen Anfälle aus der Armee entlassen. Er kehrte nach St. Petersburg zurück. Dort stand er unter ständiger geheimpolizeilicher Aufsicht. Im selben Jahr erschien "Onkelchens Traum" und "Das Gut Stepantschikowo und seine Bewohner". Im nächsten Jahr erschien "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus". 1861 gab er zusammen mit seinem Bruder die Zeitschrift "Die Zeit" heraus und veröffentlichte "Die Erniedrigten und Beleidigten" in dieser. In den Jahren 1862 und 1863 begab er sich auf zwei größere Auslandsreisen, wobei er seine Spielleidenschaft entdeckte. Das Verbot der Zeitschrift "Die Zeit" erging.

Im Jahr 1864 gründeten die Brüder eine neue Zeitschrift mit dem Namen "Die Epoche". In diesem Jahr, 1864, ereilten ihn mehrere Schicksalsschläge. Erst verstarb seine erste Frau, dann sein Bruder. Ein Jahr später wurde der Druck der Zeitschrift "Die Epoche" eingestellt. Eine dritte Reise folgte. Die Zeit der großen Romane begann. 1866 erschien "Schuld und Sühne". Im selben Jahr diktierte er in 24 Tagen den Kurzroman "Der Spieler". 1867 heiratete Dostojewski Anna Snitkina. Wegen anhaltender finanzieller Schwierigkeiten war er veranlasst von 1867 bis 1871 einen längeren Auslandsaufenthalt zu unternehmen. 1868 erschien der Roman "Der Idiot".

Seine erste Tochter Sofija wurde geboren, verstarb aber im selben Jahr. 1869 kam seine zweite Tochter Ljubow zur Welt. In den Jahren 1871 bis 1872 erschienen "Die Dämonen /Teil I-II" als Vorabdruck im russischen Boten. Seine Frau gebar den ersten Sohn Fjodor. Dostojewski nahm mit konservativen Regierungskreisen Kontakt auf und arbeitete an dem dritten Teil der Dämonen. 1873 erschienen "Die Dämonen" in drei Bänden. Zwei Jahre später erschien "Der Jüngling" und sein zweiter Sohn Aljoscha kam zur Welt. In den Jahren 1876 und 1877 erschien im Selbstverlag in Form einer Monatszeitschrift das "Tagebuch eines Schriftstellers", ebenso veröffentlichte er "Die Sanfte" als Reaktion auf den Suizid von Alexander Herzens Tochter Lisa.

Im Jahr 1878 verstarb der Sohn Aljoscha. 1880 erschien der Roman "Die Brüder Karamasow". Seine finanzielle Lage hatte sich in den letzten Jahren aufgrund seines Ruhmes verbessert, was sich bei der Rede zur Puschkinfeier zeigte.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski verstarb am 28. Januar 1881 nach einem Blutsturz infolge eines Lungenemphysems. An der Trauerfeier am 31. Januar nahmen 60.000 Trauergäste teil.

NameFjodor Dostojewski

Geboren am11.11.1821

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMoskau (RUS).

Verstorben am28.01.1881

TodesortSt. Petersburg (RUS).