Biografie

Ernst Jandl

Der österreichische Schriftsteller zählt zu den renommiertesten Repräsentanten der experimentellen Lyrik. Er hat sich vor allen Dingen einen Namen durch seine witzigen Sprachexperimente gemacht. Diesbezüglich ist seine Lyrik zu nennen, die durch die ausgesuchte Klangqualität an die dadaistische Strömung erinnern. Kennzeichnend für sein Schaffen waren die Experimente mit unterschiedlichen Sprech- und Ausdrucksformen. Er schuf unter anderem Lautgedichte, Sprechgedichte, Prosastücke oder visuelle Texte. Seinen avantgardistischen Lyrikwerke verpasste Ernst Jandl eine Sprachhaltung, für die lautliche und optische Elemente bezeichnend sind. Jandl wurde 1984 mit Deutschlands höchster Literaturauszeichnung, dem Georg-Büchner-Preis geehrt...
Ernst Jandl wurde am 1. August 1932 als Sohn eines Bankangestellten in Wien geboren.

Jandl besuchte das Gymnasium und absolvierte im Jahr 1943 sein Abitur. Danach leistete er seinen Arbeitsdienst ab. Er nahm am Zweiten Weltkrieg teil und geriet am Ende in amerikanische Gefangenschaft, die er in England verbrachte. 1946 nach seiner Entlassung fing er an, Germanistik und Anglistik an der Universität Wien zu studieren. 1949 legte er seine Lehramtsprüfung ab. Nach der Referendarzeit promovierte er im Jahr 1950 mit seiner Arbeit über die Novellen des österreichischen Erzählers Arthur Schnitzler zum Doktor der Philologie. Danach ging er bis zum Jahr 1979 einer Lehrtätigkeit an einem Wiener Gymnasium nach.

Während dieser Zeit dozierte er zudem an in- und ausländischen Universitäten. Ernst Jandl machte die Bekanntschaft der österreichischen Schriftstellerin Frederike Mayröcker, die ab dem Jahr 1954 zu einer Zusammenarbeit führte. Auch Mayröcker verfasste experimentelle Lyrik und Prosa. Aus dieser Gemeinschaftsarbeit gingen unter anderem Hörspiele hervor. Von ihr, dem Schriftsteller und Komponisten Gerhard Rühm, dem Schriftsteller Hans Carl Artmann und den Aufführungen der "Wiener Gruppe" ließ sich Ernst Jandl zu lyrischen Experimenten inspirieren, die ihre Ausgänge von traditionellen Poesieformen schon in seiner Lehrzeit im Jahr 1950 nahmen. Die anfänglichen Werke wurden unter anderem in der Wiener Literaturzeitung "Neue Wege" veröffentlicht wie im Jahr 1956 der Titel "Andere Augen".

Seine poetischen Versuche knüpfen an Werke der Konkreten Poesie von Max Bense, Eugen Gomringer, Helmut Heißenbüttel und Franz Mon, des Dadaismus, des Expressionismus und an Werke von Gertrude Stein an. Kennzeichnend für Jandls Schaffen waren die Experimente mit unterschiedlichen Sprech- und Ausdrucksformen. Ernst Jandl schuf unter anderem Lautgedichte, Sprechgedichte, Prosastücke oder visuelle Texte. Seinen avantgardistischen Lyrikwerke verpasste Jandl eine Sprachhaltung, für die lautliche und optische Elemente bezeichnend sind, wie er mit dem im Jahr 1966 erschienen Gedicht "Laut und Luise" dokumentierte. In dieser Weise schuf er zusammen mit Friedericke Mayröcker im Jahr 1971 das innovative Hörspiel "Fünf Mann Menschen".

Aus dieser Zusammenarbeit gingen weitere Lyrikwerke hervor wie "Der Gigant" (1969), "Spaltungen" (1970) und "Gemeinsame Kindheit" (1970). 1984 hielt Jandl die Frankfurter Poetikvorlesungen und im Jahr darauf erschien das Vorlesungsmaterial unter dem Titel "Das Öffnen und das Schließen des Mundes". Ebenfalls 1984 wurde Jandl mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt. Zu seinen weiteren Auszeichnungen zählen der Hörspielpreis der Kriegsblinden, den er zusammen mit Friedericke Mayröcker im Jahr 1968 für das gemeinsam verfasste Stück "Fünf Mann Menschen" überreicht bekam, der Große Österreichische Staatspreis für Literatur aus dem Jahr 1984, der Preis der Deutschen Schallplattenkritik aus dem Jahr 1985 und der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor aus dem Jahr 1987.

Weiter folgte der Peter-Huchel-Preis aus dem Jahr 1990 für sein Werk "Idyllen", der Kleist-Preis aus dem Jahr 1993 und der Hölderlin-Preis aus dem Jahr 1995. Der Dichter war Mitglied in der Deutschen Akademie der Sprache und Dichtung in Darmstadt. Jandl war außerdem als Übersetzer tätig. Er übersetzte unter anderem Werke der amerikanischen Schriftstellerin Gertrude Stein. Weiterhin betätigte sich der Dichter als Graphiker. Bekanntheit erlangte Ernst Jandl mit seinen witzvollen Sprechgedichten, die durch Assoziation und sprachliche Klangqualität dadaistische Tendenzen aufweisen. Immer schwang bei Jandls Sprachspielen auch die Bedeutung des Wortes und Textes mit im Gegensatz zu sogenannten Lautgedichten. Mit der Lyriksammlung "Laut und Luise" aus dem Jahr 1966 kam der Durchbruch und Erfolg als experimenteller Dichter.

Betont wurde Jandls Popularität durch seine Auftritte, bei denen er seine Gedichte nicht nur vortrug, sondern die Sprachspielereien bedeutungsvoll umsetzte und interpretierte. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Andere Augen" (1956), "klare gerührt" (1964), "lange gedichtet" (1964), "sprachblasen" (1968), "flöda und der schwan" (1971), "die männer. ein film" (1973), "übung mit buben" (1973), "die bearbeitung der mütze" (1978), "der gelbe hund" (1980), "falamaleikum. Gedichte und Bilder" (1983), "selbstporträt des schachspielers als trinkende uhr" (1983), "stanzen" 1992), "peter und die kuh" (1996), "Antipoden" (1999), "Letzte Gedichte" (2001).

Ernst Jandl starb am 9. Juni 2000 in Wien.

NameErnst Jandl

Geboren am01.08.1932

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortWien (A).

Verstorben am09.06.2000

TodesortWien (A).