Biografie

Elke Heidenreich

Die deutsche Journalistin, Talkmasterin, Kabarettistin, Autorin und Opern-Librettistin wurde einem größeren Publikum in den TV-Sendungen "Lesen", "Literaturmagazin", "Durchblick", "Kölner Treff" oder "live" bekannt. Zuvor schrieb sie Hörspiele und Drehbücher. Durch ihre kabarettistischen Auftritte als "Else Stratmann" während der Olympiasendungen aus Los Angeles und Seoul (1984 und 1988) erreichte Elke Heidenreich große Popularität. Als Schriftstellerin trat sie mit Titeln wie "Kolonien der Liebe" (1998), "Am Südpol, denkt man, ist es heiß" (1998), "Der Welt den Rücken" (2002) und "Mit unseren Augen" (2007) in Erscheinung. Heidenreich avancierte zur scharfen Beobachterin, die mit erfrischendem Witz und Komik zu erzählen versteht...
Elke Helene Heidenreich, geb. Rieger, wurde am 15. Februar 1943 im hessischen Korbach geboren.

Nach der Schule studierte Heidenreich in der Zeit von 1963 bis 1969 an den Universitäten München, Hamburg und Berlin Germanistik, Publizistik, Religionswissenschaft und Theatergeschichte. 1965 heiratete sie Gert Heidenreich, trennte sich später von ihm und heiratete 1972 Bernd Schroeder, von dem sie inzwischen ebenfalls getrennt lebt. Ab dem Jahr 1970 war sie als freie Mitarbeiterin für das SWR-Fernsehen und den Hörfunk tätig. So entstand beispielsweise im Jahr 1971 zusammen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Drehbuchautor Bernd Schröder, das Hörspiel "Die Geburtstage der Gaby Hambacher".

Siebzehn Jahre lang schrieb sie, in der Zeit von 1983 bis 1999, eine Kolumne in der Zeitschrift "Brigitte"; kennzeichnend dafür war der Titel "Also". Für die Sender ZDF, WDR, SWF, SFB und BR verfasste sie Drehbücher für TV-Filme und TV-Serien. 1972 entstand ihr Drehbuch zu dem Film "Nestwärme". 1983 schrieb sie die Vorlage zu dem TV-Film "Unter deutschen Dächern" und im Jahr 1987 zu dem TV-Titel "Dreifacher Rittberger". Ebenso aus ihrer Feder stammt das Theaterstück "Unternehmen Arche Noah" (1986). Weiter war sie Co-Autorin am Drehbuch zum Kinofilm "Wenn der Winter kommt". Später moderierte Elke Heidenreich Talkshows, wie zum Beispiel "Kölner Treff" für den WDR, "Leute" für den SFB oder "live aus der Oper" für das ZDF.

Darüber hinaus leitete sie die Sendung "Literaturclub" im Schweizer Fernsehen und die Kindersendung "Durchblick". Auch als Kinderbuchautorin machte sich Heidenreich einen Namen; so verfasste sie beispielsweise die Katzengeschichte "Nero Corleone". 1997 wurde sie für diesen Titel, der als schönstes Kinderbuch des Jahres für Kinder über sechs Jahre galt, mit dem holländischen Preis "Vlag en Wimpels" ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde der Titel mit dem französischen "Prix de la Lecture à Deux Voix" vom Kultur- und Erziehungsministerium als empfehlenswertestes Kinderbuch für 7 bis 10jährige geehrt. Die Katzengeschichten sind Elke Heidenreichs größter literarischer Erfolg.

Einem breiteren Publikum wurde sie als Metzgergattin "Else Stratmann" im Hörfunk bekannt, die insgesamt zwölf Jahre lang das zeitgenössische Geschehen glossenhaft wiedergab. 1992 kam ihr erster Erzählband mit dem Titel "Kolonien der Liebe" heraus. 1998 erschien die Kinder- und Jugendlektüre "Am Südpol – denkt man – ist es heiß", die im gleichen Jahr auf der Kinder- und Jugendbuchliste des Saarländischen Rundfunks, WDR und Radio Bremen stand. Im Jahr darauf wurde ihr nächstes Werk "Sonst noch was", das sie zusammen mit Bernd Pfarr verfasste, publiziert. Zusammen mit ihrem Mann schrieb sie heitere und melancholische Geschichten unter dem Titel "Rudernde Hunde". Zu den weiteren Auszeichnungen von Elke Heidenreich zählt unter anderem der Medienpreis für Sprachkultur von der Gesellschaft für deutsche Sprache aus dem Jahr 1996.

In der Begründung für den Preis wurde ihr Umgang mit der Sprache als schöpferisch und verständlich bezeichnet. 1999 zeichnete die Zeitschrift "Eselsohr" Heidenreichs Werk "Sonst noch was" mit dem Prädikat "Fällt aus dem Rahmen" aus. Im Jahr 2001 erschien ihr Titel "Der Welt den Rücken", ein Erzählband, der mit guten Kritiken bedacht wurde. Im April 2003 begann Elke Heidenreich mit der Moderation der ZDF-Sendung "Lesen". Sechs bis acht Mal im Jahr führt sie durch den Dschungel der literarischen Neuerscheinungen und empfiehlt, zusammen mit ihren Gästen, besonders lesenswerte Bücher. Für diese Sendung und dem Engagement, der Jugend das Lesen wieder nahe zu bringen, wurde die Moderatorin im November 2003 mit dem "Bambi" in der Kategorie "TV-Moderation" ausgezeichnet.

Zudem wurde sie im April 2006 mit dem Ehrenpreis des Adolf-Grimme-Preises geehrt. Anlässlich einer Aufsehen erregenden Kritik von Marcel Reich-Ranicki an der Programmqualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens unterstützte ihn Elke Heidenreich in einem Artikel in der FAZ. Dabei kritisierte sie auch das ZDF. Am 23. Oktober 2008 kündigten ZDF-Intendant Markus Schächter und Programmdirektor Thomas Bellut Heidenreichs Arbeitsvertrag. Dabei legten sie die Kritik Heidenreichs als einen arbeitsrechtlichen Konflikt aus. Eine Stellungnahme zur Qualitätsdebatte gab es indes nicht.
1984 - Darf's ein bisschen mehr sein?
1985 - Geschnitten oder am Stück?
1985 - Kein schöner Land – ein Deutschlandlied in sechs Sätzen
1986 - Mit oder ohne Knochen?
1986 - Unternehmen Arche Noah
1988 - "Also…" – Kolumnen aus der Brigitte
1998 - Kolonien der Liebe
1998 - Nero Corleone
1998 - Am Südpol, denkt man, ist es heiß
1999 - Sonst noch was (Illustrationen von Bernd Pfarr)
2001 - "Der Ohrenzeuge" von Elias Canetti, mit Konrad Beikircher
2002 - Der Welt den Rücken (Kurzgeschichten)
2002 - Rudernde Hunde, Kurzgeschichten, mit Bernd Schroeder
2002 - Schlafes Mörder – über Shakespeares Macbeth, mit Tom Krausz
2002 - Nurejews Hund – Was Sehnsucht vermag
2002 - Erika – oder der verborgene Sinn des Lebens
2007 - Mit unseren Augen – Reisegeschichten, mit Tom Krausz
2008 - Die Liebe

Drehbücher und Hörspiele

1971 - Die Geburtstage der Gaby Hambacher, mit Bernd Schroeder
1972 - Nestwärme
1974 - Sonntagsgeschichten mit Anna
1975 - Die Herausforderung
1976 - Gefundenes Fressen, mit Bernd Schroeder
1979 - Verführungen
1980 - Freundinnen
1981 - Tour de Ruhr
1983 - Unter deutschen Dächern
1984 - Glückspilze
1984 - Kein schöner Land
1987 - Dreifacher Rittberger
1995 - Nero Corleone
ZDF
Zweites Deutsches Fernsehen
c/o Elke Heidenreich
Redaktion Lesen!
DE-55100 Mainz

e-Mail: Redaktion Lesen!

1980
Goldene Kamera

1982
Wilhelmine-Lübke-Preis

1984
Goldene Europa

1985
Adolf-Grimme-Preis

1996
Kalbacher Klapperschlange für Nero Corleone

1996
Medienpreis für Sprachkultur

1997
Vlag en Wimpels

1997
Prix de la lecture à deux voix

1998
Mildred L. Batchelder Award für Nero Corleone. A Cat's Story

2002
Offenbacher Literaturpreis

2003
Journalistenpreis des Deutschen Mittelstands

2003
Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland

2003
Bambi

2006
Adolf-Grimme-Preis "Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes"

NameElke Heidenreich

Geboren am15.02.1943

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortKorbach (D).