Biografie

Cindy Sherman

Die US-amerikanische Künstlerin wird als Meisterin der inszenierten Fotografie gefeiert, die sich mit monströsen Selbstportraits und eigenwilligen Verkleidungen weltweit einen Namen machte. In ihren Werken geht es ihr auch um das Infragestellen der gesellschaftlichen Rolle der Frau sowie um die Themen Körperlichkeit und Sexualität. Zu den bekanntesten Fotografien der Cindy Sherman zählen die "Untitled Film Stills". Ein andere Themenzweig beschäftigt sich mit dem Bild des Körpers – wie in der Desaster-Serie von 1985 bis 1989. Dazu verwendet sie unter anderem schockierende Materialien wie Exkremente und Abfall...
Cindy Sherman wurde als jüngstes von fünf Kindern am 19. Januar 1954 in US-Staat New Jersey in Glen Ridge geboren.

Aufgewachsen in Huntington war ihr Vater als Ingenieur tätig und ihre Mutter als Lehrerin. Bereits als Kind entdeckte sie ihren Hang zur Verkleidung und ihre Vorlieben für die bösen Typen ihrer Lektüre. Später während des Studiums an der State University of New York in Buffalo entwickelte sie ihre Leidenschaft für die Kunst. Nach der Malerei begann Sherman zu fotografieren. In diese Zeit fiel auch die Gründung der Ausstellung "Hallwalls". In den Jahren 1975 und 1975 schuf sie die Fotoserien "Untitled A –D" und "Bus Riders". 1976 absolvierte sie ihren College-Abschluss und ließ sich in New York nieder. Sie stellen ihre berühmten Selbstportraits dar, in denen sie durch Verkleidung und Schminke in andere Rollen schlüpft und jeweils andere Frauentypen darstellt.

Vor allem die in den Jahren 1977 bis 1980 entstandenen "Untitled Film Stills" machten Sherman als Fotografin, Selbst-Inszeniererin und Verkleidungskünstlerin bekannt. Die fotografischen Werke in Schwarz-Weiß zeigen sie als Schaupielerin. Die Künstlerin wollte damit – angelehnt an die Filme der 1940er und 1950er Jahre – auf die Rollenklischees der Frau aufmerksam machen. 1995 bezahlte das Museum of Modern Art dafür die Summe von mehr als einer Million Dollar. Mit der Foto-Serie "History Portraits" wendet sich Cindy Sherman der Rolle der Frau in der Geschichte der Kunst zu. Im wirklichen Leben füllt sie darin eine Doppelrolle aus, ist sie doch Modell und Fotografin (Künstlerin) zugleich. Zu den Absichten ihrer Werke zählt nicht nur die Inszenierung des eigenen Körpers, sondern auch kritische Botschaften zu Identität, feminine Rollenklischees, Gewalt, Sexualität, Spiel und Realität, Hässlichkeit und Schönheit sowie die Enthüllungen der angesprochenen Themen.

Ein anderer thematischer Focus ihrer Arbeit bezieht sich auf das Bild des Körpers, das sie erstmals in der Serie "Disasters" (1985 – 1989) verfremdet. In diesen Werken ist sie selbst nicht mehr Gegenstand ihrer Arbeit, sondern ein Mix aus abstoßenden Materialien wie Prothesen von Körperteilen oder vergammelnde Lebensmittel. Sie stellen Zeitlichkeit und Verfall dar und sollen beim Betrachter Gefühle der Widerwärtigkeit hervorrufen. Das Groteske am Körper basiert bei der Künstlerin unter anderem auf der Verfremdung in der Fotografie von Models. Cindy Sherman zählte laut der Zeitschrift ARTnews zu den zehn besten lebenden Künstlern. Heute lebt sie noch immer in New York. Nach zwei Ehen mit dem Videokünstler Michel Auder ist sie mit dem Musiker David Byrne zusammen. 2008 erzielte ein Sherman-Werk bei einer Auktion von Christie`s eine Rekordsumme von 2,85 Millionen Dollar.

NameCindy Sherman

Geboren am19.01.1954

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortGlen Ridge, New Jersey (USA).