Biografie

Andreas Gryphius

Der deutsche Dramatiker gilt als ein bedeutender Barockdichter, dessen Thema der menschlichen Eitelkeit seine literarischen Werke in unterschiedlichen Aufmachungen durchzieht. Seine Dramenstücke stehen in der Tradition des Märtyrerdramas von Nicolas Caussin. Dabei kommt sowohl die Vergänglichkeit als auch der aktuelle Bezug zur Sprache. Seine Oden nach Pindar sind ausdrucksstark gestaltet mit feierlicher empfindungsvoller Rhetorik. Die geistlichen Texte offenbaren das religiöse Interesse von Gryphius. Für das zeitgenössische Theater waren seine Dramen wegweisend...
Andreas Gryphius, eigentlich Andreas Greif, wurde am 2. Oktober 1616 als Sohn eines Autodiakons der lutherischen Kirche im schlesischen Glogau geboren.

Sein schulischer Weg war durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges uneinheitlich, die nicht nur seine Jugendzeit prägten, sondern später auch die Themen des Dichters begründeten. 1621 starb sein Vater durch den Krieg. Ab diesem Jahr besuchte er das Gymnasium in Glogau, an dem auch sein Stiefvater Michael Eder unterichtete. 1628 wurde die Schule von Wien aus im Zuge der katholischen Politik geschlossen. 1632 ging Gryphius dann auf ein Gymnasium in Fraustadt, 1634 auf das Akademische Gymnasium in Danzig. Zwischenzeitlich war auch seine Mutter gestorben und Gryphius wurde von dem Mäzen Georg von Schönborn unterstützt.

Von 1636 bis 1638 lebte er auf dessen Anwesen nahe Fraustadt. Danach hielt er sich in Leiden auf, wohin er die zwei Söhne von Schönborn zu ihren Studien begleitete. In dieser Zeit von 1638 bis 1644 konnte sich Gryphius selbst unfassenden Studien vorwiegend der Staatslehre und Naturwissenschaften widmen. Dort traf er auch bedeutende Gelehrte wie Daniel Heinsius und Jacobus Golius. Es folgten bis 1646 Reisen durch Frankreich und Italien, deren Eindrücke und Erkenntnisse sich auch in einigen Sonetten widerspiegeln. Er lernte Pierre Corneille in Paris kennen und die Commedia dell `arte in Venedig. Über Straßburg, wo er sein erstes Trauerspiel "Leo Armenius" fertig stellte, ging er zurück nach Schlesien. Mehreren Rufen an verschiedene Universitäten folgte er nicht.

Im Jahr 1649 ging er eine Ehe ein mit Rosine Deutschländer, mit der er insgesamt sieben Kinder hatte; darunter der Dichter Christian Gryphius. Ab 1650 hatte er das Amt eines Rechtsbeistandes der evangelischen Landesstände in Glogau inne. In dieser beruflichen Tätigkeit versuchte er die gegenreformatorischen Bestrebungen in Schlesien aufzuhalten. Damit verbunden war seine Dokumentensammlung "Glogauisches Fürstenthumbs Privilegia" (1653). In den Jahren 1634 und 1635 erschienen seine ersten Werke, die zwei lateinische Herodes-Epen "Herodes furiae et Rachelis lachrymae" und "Die vindicis impetus et Herodis interitus". Die Sammlung "Sonnete" von 1637 sind Gryphius früheste Dichtungen in deutscher Sprache. Sie umfasst 31 Texte und ist unter der Bezeichnung "Lissaer Sonette" bekannt geworden.

Sie richten sich an Gott oder thematisieren die Welt und die Menschen oder wurde zu bestimmten Gelegenheiten gedichtet. Bereits in ihnen signalisiert sich das zentrale Thema von der menschlichen Eitelkeit (Vanitasgedanke), das gleichfalls in weiteren lyrischen Stücken, in den Leichabdankungen und den Trauerspielen variantenreich dargestellt wird. Die Lissaer Sonetten wurden später in die Sonettbücher als Überarbeitungen zusammengefasst. Die zweiteiligen "Son- undt Feyertags-Sonnete" sind der Traditionslinie der evangelischen Perikope verpflichtet. Andererseits handeln die Werke im zweiten Teil von Maria und Heiligen, die aus dieser Linie heraustreten. Neben Kirchenliedern verfasste Andreas Gryphius auch Oden in pinadarischer Manier mit ausdruckshafter feierlicher und empfindungsvoller Rhetorik.

In der dramatischen Dichtung folgte er dem Holländer Joost van den Vondel sowie dem Jesuitendrama, das den Typ des Märtyrerdramas darstellt. In diesen Werken spricht er sowohl die Vergänglichkeit an als auch zeitgenössischen politischen Vorstellungen im lutherischen Sinne. In seinen Lustspielen wird die herrschende Ordnung anerkannt. Die komische Wirkung dieser Werke ergibt sich aus einem Verstoß dagegen. Dafür stehen die Lustspiele "Horribilicribrifax" (1657) oder "Peter Squentz" (1658). In den Themenkreis der Vergänglichkeit gehört sein erstes Trauerspiel "Leo Armenius" (1650) sowie weitere Werke wie "Catharina von Georgien" (1657), "Cardenio und Celinde" (1657), "Carolus Stuardus" (1657) oder "Papianismus" (1659).

Andreas Gryphius betätigte sich zudem als Übersetzer von Erbauungsbüchern des Engländers Richard Baker oder bearbeitete Kirchenlieder von Josua Stegmann. Die religiösen Vorstellungen von Andreas Gryphius waren maßgebend für sein gesamtes Dichtungswerk, besonders für seine geistlichen Schriften. In seiner Bedeutung als deutscher Dramatiker brachte Gryphius die literarische Barock-Epoche zum Höhepunkt und hielt ohne weiteres den Vergleich mit ausländischen Dichtern stand. Zu den weiteren Werken von Andreas Gryphius zählen unter anderem "Fewrige Freystadt" (1637), "Oden. Das erste Buch" (1643), "Epigrammata. Das erste Buch" (1643), "Teutsche Reimgedichte" (1650), "Der Schwermende Schäfer Lysis" (1661) oder "Himmel Steigente Hertzens Seüffzer" (1665).

Andreas Gryphius starb am 16. Juli 1664 in Glogau.

NameAndreas Gryphius

Geboren am02.10.1616

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortGlogau, Schlesien

Verstorben am16.07.1664

TodesortGlogau, Schlesien