Biografie

Akio Morita

Der japanische Ingenieur und hochdekorierte Offizier der Tenno-Armee vollzog eine der größten Wirtschaftskarrieren nach dem Zweiten Weltkrieg. Gemeinsam mit seinem Partner Ibuka war Akio Morita Gründer des weltweit agierenden Elektronikkonzerns SONY. Seine in der Zeit des Zweiten Weltkrieges entstandene Haltung zur USA blieb eine spezielle, zwischen Feindschaft und Freundschaft schwankende, Fixierung. Dies erklärt den Ehrgeiz, mit dem das Unternehmen später die US-Märkte eroberte. Seinen Siegeszug trat ein transportabler Kassettenspieler mit dem Namen Walkman an. In Kooperation mit Philips schuf man Anfang der 1980er Jahre die Technologie für die Compact-Disc. 1989 erwarb der Sony-Konzern das amerikanische Filmstudio und Musikunternehmen Columbia Pictures...

Menschen und Marken
Akio Morita wurde am 26. Januar 1921 als Sohn eines angesehenen Sake-Brauers in Nogoya geboren.

Aufgewachsen ist Morita in bürgerlichen Verhältnissen. Seine Jugend führte ihn direkt in die Wirren und Anstrengungen des Zweiten Weltkrieges. Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte Morita Physik in Osaka. Im Anschluss durchlief er innerhalb der Tenno-Armee eine Offiziersausbildung, die er mit Auszeichnung abschloss. Daraufhin wurde Morita im Alter von 23 Jahren einem bedeutenden militärischen Forschungsprojekt zugeteilt. In Moritas Aufgabenfeld lag die Forschung und Entwicklung des Baus von thermischen Lenkwaffen und Nachtzielgeräten, die mit dem damaligen Rekord-Budget von 200 Millionen Yen ausgestattet wurden.

Hier machte Morita die Bekanntschaft mit Masabu Ibuka. Der zwölf Jahre ältere Kollege zählte zu den Schlüsselfiguren des Teams. Ibuka war bereits ausgebildeter Ingenieur und erfolgreicher Unternehmer im Dienst der kaiserlichen Kriegsmarine, zu dessen Erfindungen das erste japanische U-Boot-Suchgerät zählte. Rund 140 von Ibuka entwickelten Geräte wurden ab 1944 in der Luftwaffe zum Einsatz gebracht. Morita und Ibuka entwickelten ein kongeniales Forschungsverhältnis mit dem Ziel, dem kaiserlichen Japan das Überleben gegenüber den US-Streitkräften zu sichern. Den Höhepunkt und das Ende ihrer gemeinsamen militärischen Forschungsarbeiten markierte dann aber der atomare Angriff der USA gegen die Städte Hiroshima und Nagasaki, was zugleich das Ende des Zweiten Weltkrieges einleitete.

Dieses Ereignis bedeutete für beide Wissenschaftler eine bittere Erkenntnis über die technologische Kluft zwischen Amerika und Japan, welche die künftige Grundhaltung gegenüber den USA prägte. Mit familiärer Unterstützung gründeten sie im Frühjahr 1946 das Unternehmen Tokyo Tsushin Kogyo zum Bau von elektronischen Geräten. Ihr Ziel war es, alle relevanten Bausteine und Elemente selbst zu entwickeln, um frei von Zulieferern und Patentansprüchen zu sein und um kostengünstig originelle Gebrauchsartikel auf den Markt bringen zu können. 1950 gelang den Unternehmern mit der Herstellung des ersten Magnetbandes und des ersten Tonbandgeräts für den japanischen Markt der Durchbruch. 1953 reiste Akio Morita zum ersten Mal zur Unterzeichnung eines Lizenzvertrages mit Western Electric nach New York.

Western verkaufte Morita die Rechte an einem kleinen Transistor, der von Bell entwickelt wurde. Für Western Electric kam der Transistor nur für Konsumgüter im Bereich von Produkten zur Hörhilfe in Betracht. Morita dachte jedoch bereits weiter. Nur acht Jahre nach Kriegsende erwarb der japanischen Oberleutnant a.D. von der US-Weltmacht für 25.000 Dollar eine ihrer wichtigsten Erfindungen. Bereits 1957 begann mit jenem Transistor der internationale Vertrieb des ersten Taschentransistorradios der Welt: TR-63. Nun wurde Tokyo Tsushin Kogyo auch nach westlichen Marketing Strategien ausgerichtet. Im selben Jahr wurde nach einem neuen, eingängigen Firmennamen gesucht. Sie kombinieren dazu das amerikanische Modewort "sonnyboy" mit der lateinischen Vokabel "sonus" zu Sony.

Mit dem Namen wurde auch zum Ausdruck gebracht, dass Sony nun auf den amerikanischen und internationalen Markt zielte. Kurz darauf folgte der erste volltransistorisierte Direktsichtfernseher der Welt, das erste transistorisierte Videobandgerät sowie ein neues Farbfernsehsystem namens "Trinitron". Die Erfindung des Video-Formats "Betamax" scheiterte jedoch Ende der 1970er Jahre, nachdem sich die Firma geweigert hatte, die Technik auch an andere weiterzugeben. Konkurrent Matsushita entwickelte indes das VHS-System, welches sich weltweit durchsetzte. Zum Star des Unternehmens avancierte jedoch der von Sony gebaute "Walkmann", der als tragbarer Kassettenrekorder seinen Siegeszug um die ganze Welt antrat. Der Streit, wer als Vater dieser Erfindung zu sehen ist, zog weite Kreise.

Mitte der 1980er Jahre erfolgte mit der von Sony und Philips entwickelten Compact-Disc-Technologie eine Revolution im Segment der Ton- und Datenträger. 1989 übernahm Sony für eine gewaltige Investition das Hollywood-Studio Columbia Pictures, womit der Film und Musikmarkt erschlossen wurde. In der folgenden Wirtschaftskrise Japans wurde daraufhin auch das Unternehmen Sony in Mitleidenschaft gezogen. 1993 kam es seitens Morita erstmals zu weitreichenden Zugeständnissen gegenüber dem westlichen Wirtschaftssystem. Er empfahl seinem Land kürzere Arbeitszeiten nach dem Vorbild des Westens, dem er wiederum mehr Arbeitsdisziplin nach dem japanischen Vorbild nahelegte. Kurz darauf erlitt Morita einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Sein Partner Masabu Ibuka, der sich im Alter mit traditionellen asiatischen Heilmethoden beschäftigte, starb 1997.

Akio Morita starb am 3. Oktober 1999 in Tokyo.


Menschen und Marken

NameAkio Morita

Geboren am26.01.1921

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortNogaya (J).

Verstorben am03.10.1999

TodesortTokyo (J).

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