Biografie

Ai Weiwei

Der chinesische Bildhauer, Konzept- und Installationskünstler, Filmemacher, Buchautor und Menschenrechtler zählt zu den wichtigsten Vertretern der chinesischen Gegenwartskunst. Internationale Aufmerksamkeit erregt sein Werk vor allem deswegen, weil er darin offene Kritik an der Regimepolitik seines Landes übt. Ai Weiwei prangert unter anderem die von der chinesischen Regierung ausgeübte Gewalt gegen Andersdenkende, die Verletzung der Menschenrechte, Ausbeutung und Umweltverschmutzungen in seinem Land an. Der Künstler ist wegen seiner regimekritischen Haltung und Aktivitäten selbst vielfach Opfer der Regierungsmacht geworden. Auch körperliche Gewalt musste Weiwei wegen seiner Menschenrechtsaktivitäten öfter erleiden...
Ai Weiwei wurde am 28. August 1957 in Peking als Sohn des Dichters, Malers und Regimekritikers Ai Qing (1919–1996) geboren.

Sein Halbbruder ist Ai Xuan, der chinesische Maler des Neo-Liberalismus. Er verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit in der Mandschurei und in dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang, da der Vater wegen seines gesellschaftspolitischen Engagements 20 Jahre lang ausgewiesen war. Ab 1978 studierte Ai Weiwei an der Filmakademie in Peking bei den Regisseuren Chen Kaige und Zhang Yimou. Im Jahr darauf stellte er sich kritisch gegen das Regime: Er begründete zusammen mit anderen die Künstlergruppe "Stars Group", die staatliche Vorgaben zur Propagandakunst verweigerte. 1981 siedelte er in die USA über, lebte überwiegend in New York City. Dort schuf er Performance- und Konzeptkunstwerke und in dieser Zeit absolvierte er an der Parsons School of Design sein Studium.

Dann, 1993, zog es ihn wieder nach Peking, weil sein Vater erkrankte. Ein Jahr später eröffnete er in Peking die Galerie "China Art Archives and Warehouse" für experimentelle Kunst. In seinen Kunstwerken stellt Ai Weiwei Chinas Wechsel und Umwandlung seit der Zeit des wirtschaftlichen Liberalismus dar – in ganz subjektiver Weise. Seine Arbeiten folgen nicht nur klassischen chinesischen Kunstformalien, sondern auch der Konzeptkunst und dem Dadaismus des französisch-amerikanischen Malers und Objektkünstlers Henri-Robert-Marcel Duchamp. Ai Weiwei überschreitet in seinem Schaffen Grenzen und wirkt dabei provokativ. Antiquitäten oder spirituelle Objekte verarbeitet er zu Installationen, lässt sie in neuen Zusammenhängen erscheinen und eröffnet dem Betrachter auf diese Weise andere Perspektiven.

Mit der Zeit hat er sich zu einem anerkannten Performance-Künstler etabliert. Auch in seinen Architekturprojekten spricht der Regimekritiker seine Verbundenheit mit seinem Land aus. Er beteiligte sich am Entwurf des Nationalstadions in Peking, das für die Olympischen Spiele 2008 realisiert wurde und wegen seiner Form als "Vogelnest" bezeichnet wird. Ai Weiweis gesellschaftspolitisches Engagement und regimekritische Haltung liefern den Künstler ständig der Staatsmacht aus. Immer wieder wurde er deswegen mit Ausreise-, Internet- sowie Handyverbot belegt, eingekerkert oder an unbekannte Orte verschleppt und dort festgehalten. Auch körperliche Gewalt musste er wegen seiner Menschenrechtsaktivitäten öfter erleiden. So zog er sich 2009 eine lebensgefährliche Hirnblutung zu, die er von der chinesischen Polizei anlässlich seiner Recherchen zu einem Bauskandal, der Tausenden Schulkindern das Leben kostete, zugefügt bekam.

Das damit zusammenhängende Erdbeben von Sichuan war auch Thema seiner Ausstellung "So Sorry" im Münchner Haus der Kunst. Dort schmückten insgesamt 9.000 bunte Rucksäcke und der Satz "Sieben Jahre lang lebten sie glücklich in dieser Welt" aus chinesischen Schriftzeichen die Hausfassade. Im Jahr 2010 wurde ihm sein Atelier in Shanghai aufgrund einer Stadtverfügung ausgeräumt. Eine öffentliche Abriss-Party zu diesem Vorfall beförderte ihn zwei Tage lang in den Hausarrest. Im April 2011 wurde Ai Weiwei auf seiner Ausreise auf dem Pekinger Flughafen verhaftet und an einen unbekannten Ort verschleppt. Ihm wurde vorgeworfen, Steuer hinterzogen zu haben. Während seiner Haft wurde er in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen. Und er hat einer Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste (UdK) angenommen.

NameAi Weiwei

Geboren am28.08.1957

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortPeking (VC).