Biografie

Adolf Hoelzel

Der deutsche Maler und Kunsthistoriker gilt als Wegbereiter der abstrakten Malerei. Zunächst widmete sich Adolf Hoelzel der impressionistischen Stilrichtung, von der er sich aber bald löste und sich zur abstrahierenden Malweise hinwandte, indem er sich von der autonomen Bildkomposition durch den Gegenstand loslöste. Er verwendete Formen und Farben als autonome Gestaltungsmittel, die er aber immer wieder mit gegenständlichen Motiven zu verbinden verstand. In seiner Kunstlehre analysierte Adolf Hoelzel mit brillanter Schärfe die bildnerischen Mittel aus der frühen Strömung der Abstraktion. Um Hoelzel versammelten sich zahlreiche Schüler und Anhänger wie Willi Baumeister, Giovanni Antonio Pellegrini, Oskar Schlemmer, Johannes Itten und Ida Kerkovius sowie andere, die als Hoelzel-Kreis bekannt wurden. 1912 wurde Max Ackermann im Privatunterricht sein Schüler...
Adolf Hoelzel wurde als Sohn von Eduard und Hedwig Hoelzel am 13. Mai 1853 im mährischen Olmütz geboren.

Adolf Hoelzel besuchte das Gymnasium. Im Anschluss daran absolvierte der Fünfzehnjährige bei der Firma Andreas Perthes in Gotha eine Lehre als Schriftsetzer. Neben seiner Ausbildung ließ er sich im Zeichnen, Malen und Geigenspiel unterrichten. 1871 zog er mit seiner Familie nach Wien, wo sein Vater, zunächst Buchhändler und Verleger, einen lithographischen Betrieb unterhielt. Der junge Hoelzel befasste sich gleichfalls mit der Technik der Lithographie. Ab dem Frühjahr im Jahr 1872 war Hoelzel Gasthörer an der Wiener Akademie, einige Zeit später studierte er dort als ordentlich eingeschriebenes Mitglied. Im Jahr darauf leistete er seinen Militärdienst ab.

Im Jahr 1874 setzte er seine Ausbildung an der Wiener Akademie fort. Zwei Jahre später verließ er Wien und zog nach München. Dort nahm er sein Studium wieder auf. In seiner Münchner Zeit war er auch ein Schüler von Wilhelm von Diez. Hoelzel schloss sich der Münchner Künstlergenossenschaft an und drückte damit auch nach außen und gegenüber der Familie seinen Entschluss aus, ein Künstlerleben zu führen. 1882 beendete er seine Studien, und er unternahm eine Reise nach Paris. Im gleichen Jahr heiratete er Karoline Emilie von Karlowa. Hoelzel lebte in München und in Rothenburg ob der Tauber. 1887 erfolgte erneut eine Reise nach Paris. Dort machte er Bekanntschaft mit der impressionistischen Strömung, die ihn zum intensiveren Arbeiten anregte.

Im gleichen Jahr zog er deshalb nach Dachau. Dort hatte er Kontakt mit dem Impressionisten Friedrich von Uhde. Hoelzel ließ um das Jahr 1890 Stilelemente des Deutschen Impressionismus in seine Werke einfließen. 1891 wurde sein Bild mit dem Titel "Frau des Zimmermanns" auf der Münchner Jahresausstellung mit der Goldenen Medaille Zweiter Klasse ausgezeichnet. Adolf Hoelzel gründete eine private Malschule, die gut besucht war, unter anderem war der spätere Maler und Grafiker Emil Hansen "Nolde" im Jahr 1898 sein Schüler oder Ida Kerkovius. Nachdem sich im Jahr 1894 der Maler Ludwig Dill in Dachau niederließ, gründete Hoelzel mit ihm und anderen die "Dachauer Malerschule", in der der neue Dachauer Malstil entwickelt wurde.

Als federführendes Mitglied trug Hoelzel dazu unter anderem seine Farbtheorie und die Entwicklung eines eigenen Farbkreises bei. 1898 trat die Dachauer Malschule erstmals öffentlich auf, in der Galerie Keller und Reiner in Berlin. Drei Jahre später wurde Hoelzels theoretische Schrift "Über Formen und Massenverteilung im Bilde" veröffentlicht. 1903 begannen die Arbeiten zu dem Zyklus "Die Zweite Wiederkehr". 1905 wurde der Titel "Komposition in Rot 1" fertig gestellt, das erste Werk mit weitgehend ungegenständlicher Malerei. Im gleichen Jahr folgte Hoelzel einem Ruf an die Stuttgarter Akademie. Er wurde dort Leiter der Komponierschule. Ab dem Jahr 1907 realisierte Adolf Hoelzel farbenstarke Figurenbilder mit religiösen Themen. Er bemüht sich um einen geregelten konstruktiven Bildaufbau, dem er einfache Zahlenverhältnisse zugrunde legte.

Um Hoelzel versammelten sich zahlreiche Schüler und Anhänger wie Willi Baumeister, Giovanni Antonio Pellegrini, Oskar Schlemmer, Johannes Itten und Ida Kerkovius sowie andere, die als Hoelzel-Kreis bekannt wurden. 1912 wurde Max Ackermann im Privatunterricht sein Schüler. 1910 entstand das Wandbild "Der Gekreuzigte" für die Garnisonskirche in Ulm. In der Folgezeit schuf er bedeutende Gemälde wie zum Beispiel "Biblisches Motiv", die "Ursula"-Bilder oder die "Anbetungen". In den Jahren 1916 und 1917 fertigte er ein dreiteiliges Glasfenster für die Keksfabrik Bahlsen in Hannover. 1916 fand die Ausstellung "Hoelzel und sein Kreis" im Kunstverein Freiburg im Breisgau statt, an der auch Werke von Pellegrini, Baumeister, Kerkovius, Schlemmer und anderen gezeigt wurde.

Zwei Jahre später hatte Hoelzel eine Einzelausstellung in der Kestner-Gesellschaft in Hannover. Sämtliche dort ausgestellten Exponate kaufte Konsul Fritz Beindorff auf. Dieser Verkauf machte den Künstler finanziell unabhängig, und er gab 1919 seine Lehrtätigkeit auf. Auf dem ersten deutschen Farbentag des "Deutschen Wehrbundes" ging Hoelzel weiterhin seinen Versuchen nach, das Akademiewesen zu reformieren. 1920 verlieh die Technische Hochschule in Aachen dem Künstler die Ehrendoktorwürde. Um diese Zeit begann die Beschäftigung mit den Pastellfolgen, die – wie auch die Technik der Glasmalerei – sein Alterswerk füllten.

Noch im achtzigsten Lebensjahr erhielt er Auftragsarbeiten zur Anfertigung von Glasfenstern, so zum Beispiel von der Firma Günther Wagner.

Adolf Hoelzel starb am 17. Oktober 1934 einundachtzigjährig an einem Schlaganfall in Stuttgart.

NameAdolf Hoelzel

Geboren am13.05.1853

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortOlmütz (D).

Verstorben am17.10.1934

TodesortStuttgart (D).

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