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Søren Kierkegaard wurde am 5. Mai 1813 als siebtes Kind des Wollhändlers Michael Petersen Kierkegaard und seiner Frau Anne Sørendatter Lund in Kopenhagen geboren.
Kierkegaard besuchte in den Jahren 1821 bis 1830 die Schule. Ab dem Jahr 1830 studierte er an der Universität Kopenhagen Theologie, später wechselte er zu den Fächern Ästhetik beziehungsweise Philosophie. Wegen der pietistischen Haltung des Vaters, die schwermütige Züge annahm, kam es öfter zu Konflikten zwischen ihm und seinem Sohn Søren. Der Pietismus des Vater beeinflusste Kierkegaards Denken.
Im Mai 1838 erschien sein erstes literarisches Werk mit dem Titel "Großes Erdbeben". Im gleichen Jahr starb der Vater, mit dem er sich kurz zuvor versöhnt hatte. Vom Vater übernahm er vermutlich die eigene Tendenz zur Melancholie, die er zu verbergen suchte, indem er anderen und sich selbst ironisch-sarkastisch gegenübertrat. Kierkegaard sah es als seine Verpflichtung gegenüber seinem Vater an, das Theologie-Studium doch noch zu beenden. So schloss er es im Jahr 1840 ab.
Während dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit den Werken von Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Im gleichen Jahr verlobte er sich mit Regine Olsen. Im Jahr darauf promovierte er mit der Schrift "Begriff der Ironie mit steter Bezugnahme auf Sokrates". Ebenfalls im Jahr 1841 löste er das Verlöbnis wieder auf. Dieses Ereignis zog eine rege literarische Tätigkeit nach sich. So entstand zunächst der Titel "Entweder – Oder", den er im Jahr 1843 unter dem Pseudonym Victor Eremita veröffentlichte.
Im gleichen Jahr reiste er nach Berlin und wohnte dort der Vorlesung des Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling bei. Søren Kierkegaard musste sich in dieser Zeit mit der Satirezeitschrift "Der Corsar" auseinandersetzen. Im weiteren Verlauf dieser Konfrontation verfasste er Schriften, in denen er behauptete, dass das Wesen des christlichen Daseins durch die Prinzipien von Selbstverleugnung und Nachfolge geprägt seien, so zum Beispiel in der Abhandlung mit dem Titel "Einübung im Christentum" (1850).
Seine weitere theologische Haltung entfernte sich immer weiter von derjenigen der dänischen Staatskirche. Kierkegaard kritisiert in seinen zumeist pseudonym erschienenen Schriften die Brüchigkeit des zeitgenössischen Christentums. Dazu entstanden insgesamt neun Polemiken mit dem Titel "Der Augenblick". Kierkegaard tat sich darin als einer der hervorragendsten religiösen und philosophischen Schriftsteller seiner Zeit hervor. Dabei setzte er sich von der Romantik ab und ging auf ablehnende Distanz zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel und dem Hegelianismus.
Kierkegaard beschäftigte sich mit der Frage nach den möglichen christlichen Daseinsweisen im Zeitalter der Reflexion. Sein Thema wurde erst allmählich aktuell. Es wurde für die protestantische Theologie in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bestimmend. Aber auch unterschiedliche philosophische Strömungen, die junge Psychoanalyse und die Dichtung nahmen sich ihm an. In seiner Lebenseinteilung in drei Stadien bedeutet das ästhetische Leben die Außenwelt. Dabei kritisiert er, dass sich die Menschen auf die Außenwelt stützen.
Die Innerlichkeit in ihrer Selbstverantwortung nannte er das Ethische, dem er gleichfalls nicht traut. Schließlich erkannte er in der kompletten Preisgabe des Selbst an Gott das göttliche Leben. Davon handelt unter anderem seine Schrift "Christliche Reden" (1848). Er forderte die absolute Hingabe an die christliche Wahrheit, das "existentielle" Denken. Diesen Anspruch sah er vom offiziellen Christentum nicht erfüllt, das er deswegen ablehnte. In der nachfolgenden Linie Søren Kierkegaards Haltung stehen die dialektischen Theologen und die Existenzphilosophen.
Nach seinem Tod wurden seine Werke durch Übersetzungen international bekannt. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderen Titel wie "Aus den Papieren eines noch Lebenden" (1838), "Furcht und Zittern" (1843), "Der Begriff der Angst" (1844), "Philosophische Brocken" (1844), "Erbauliche Reden" (1844), "Stadien auf dem Lebenswege" (1845), "Das Buch der Adler" (1847), "Taten der Liebe" (1847) oder "Zwei kleine ethisch-religiöse Abhandlungen" (1849).
Søren Kierkegaard starb am 11. November 1855 in Kopenhagen. |
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