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Friedrich Wilhelm Quadflieg wurde am 15. September 1914 in Oberhausen geboren.
Quadflieg besuchte das Gymnasium, das er mit Abitur absolvierte. Noch während seiner Schulzeit nahm er Schauspielunterricht. 1933 spielte er erstmals am Theater in Oberhausen. Es folgten Engagements in Gießen, Gera und Düsseldorf. 1936 spielte er zunächst in Berlin an der Volksbühne. Zwei Jahre darauf wechselte er an das Schiller-Theater und spielte unter Heinrich George.
Quadflieg nutzte seine Beziehung zu George und Eugen Klöpfer, Intendant an der Volksbühne, um sich vom Kriegsdienst im Dritten Reich befreien zu lassen und Karriere zu machen. Er wurde zum Star und Mitläufer. Später bemühte er sich um Korrektur und nutzte seine Rezitationsveranstaltungen, in denen er zum politischen Bewusstsein mahnte.
In Berlin begeisterte Will Quadflieg vor allem durch seine darstellerische Intensität in Rollen als Clavico, Hamlet oder Don Carlos. Nach Kriegsende beteiligte er sich am Aufbau der Jungen Bühne in Hamburg. Ab dem Jahr 1947 spielte er am Deutschen Schauspielhaus und im Jahr darauf am Schauspielhaus Zürich. Neben der Theaterschauspielerei machte er sich einen Namen als Rezitator, der in der Poesie eine Therapie für den Menschen erkannte.
Darüber hinaus fand er den Weg zum Film. Er wirkte mit Erfolg in Unterhaltungsfilmen wie "Moselfahrt aus Liebeskummer" oder "Vergiss die Liebe nicht" mit. Doch sein favorisiertes Fach blieb das Theater. An den Salzburger Festspielen wurde er die Attraktion. Dort wirkte er bis 1959 in "Jedermann" mit oder mimte den Mephisto, Egmont, Orest oder Prinz von Gustalla. Sechs Jahre lang arbeitete er mit dem Schauspieler und Regisseur Gustaf Gründgens in Hamburg zusammen.
Internationale Popularität erlangte Quadflieg in der Titelrolle der Gründgens-Inszenierung von "Faust" (1960). Danach wurde es etwas ruhiger um den Schauspieler, denn ab dieser Zeit wirkten Theatermacher mit avantgardistischen Konzepten auf das Bühnengeschehen ein. Quadflieg mit seiner klassischen Theaterauffassung stand dabei etwas abseits. Er verlegte sich auf Tourneen, um seinem Publikum zu begegnen.
Erst Mitte der 1970er Jahre feierte er unter der Regie von Rudolf Noelte sein Comeback als Charakterdarsteller auch von gebrochenen Figuren des modernen Theaters. Seit dem Jahr 1983 spielte Will Quadflieg am Thalia Theater in Hamburg. Selbst mit 85 Jahren wirkte er noch in Rollen aus Stücken von Tschechow, Ionesco oder Shakespeare. Indes spielte er seit fast 65 Jahren Theater.
Von seinen fünf Kindern wurde nur Sohn Christian Quadflieg ebenfalls Schauspieler. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen unter anderem die Hamburger Medaille für Wissenschaft und Kunst, der Henning-Kaufmann-Preis, der Grimme-Preis in Gold oder der Lew-Kopelew-Friedenspreis, den er für seine "Sprache als gelebte Humanität" – so wie es in der Verleihungsbegründung hieß – erhielt.
Will Quadflieg starb am 27. November 2003 im Alter von 89 Jahren. |
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