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Gottlieb Wilhelm Rabener
Der deutscher Schriftsteller und Publizist verfasste als Aufklärungsschriftsteller Prosasatiren, die sich mit dem Bürgertum und Hausstand beschäftigen. Seine satirischen Aussagen treffen zumeist menschliche Verfehlungen im allgemeinen Bereich. Gottlieb Wilhelm Rabener verpackt seine Gesellschaftskritik als moralisches Fehlverhalten, das er an bestimmte Figuren anhängt und sie zum spöttischen Gelächter macht. Zu seinen Gattungen zählen Briefe, Kommentare zu Sprichwörtern, Lobereden oder Wörterbuchartikel. Seine gesamten veröffentlichten Prosasatiren fasste Wilhelm Rabener in den Jahren von 1751 bis 1755 in einer Gesamtausgabe mit dem Titel "Sammlung satyrischer Schriften" zusammen...
 
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Biografie
Gottlieb Wilhelm Rabener wurde am 17. September 1714 als Sohn eines Juristen in Wachau bei Leipzig geboren.

Rabener war Schüler der Fürstenschule in Meißen. Zu seiner engen Jugendfreundschaft zählte der spätere Schriftsteller Christian Fürchtegott Gellert. Nach seiner Schulzeit im Jahr 1734 fing er an, Jura in Leipzig zu studieren. Ab dem Jahr 1737 war er bei einem Steuereinnehmer tätig. Seit dem Jahr 1741 arbeitete er als Steuerrevisor für den Kreis Leipzig. 1753 wurde Rabener zum Ersten Steuersekretär in Dresden erhoben. Danach erfolgte die Beförderung zum Steuerrat und schließlich zum Obersteuerrat. Wilhelm Rabener widmete sich hauptsächlich der Gattung der Prosasatire, die er seit dem Jahr 1741 hauptsächlich in verschiedenen Zeitschriften erscheinen ließ. In seinen Werken realisierte er einen aufklärerischen Anspruch.

Mit den Mitteln der satirischen Ausdrucksform machte er auf menschliche Verfehlungen aufmerksam. Dabei wandte er sich der bürgerlichen Schicht und dem häuslichen Bereich zu. Seine gesellschaftskritische Haltung realisierte er als Anmahnung von Mängeln im moralischen Bereich, die er an bestimmten Figuren festmachte und sie dadurch verspottete. Eine auf konkrete Personen bezogene Satireproduktion lag Rabener fern. Rabener galt als ein braver Aufklärungsschriftsteller. Gegenstand seiner satirischen Werke war nicht die Obrigkeit, an denen er keine Kritik zu üben wagte. Mit seinem Spott traf er die Bürgerschicht – namentlich Steuerzahler wie Handwerker, Bauern, Kaufleute und andere. In seinen Spottwerken zielte er auf Großtuer ab, die er entblößte und auf das rechte Maß zusammenspottete.

Rabener schrieb mit dem aufklärerischen Anspruch, dass der Leser aus seinen Geschichten etwas lernt. Doch neben der Obrigkeitsschicht verschonte er auch andere gesellschaftliche Schichten mit seinem satirischen Spott, dazu zählten die Kirche und die aristokratische Schicht. Diese Aussparung brachte ihm den Vorwurf ein, als Schriftsteller seine kritischen Absichten nicht im vollen Umfang zu verfolgen. Dem stand wohl auch seine Position als ein höherer Finanzbeamter im Wege. Darüber hinaus gelten seine satirischen Bemerkungen ohne Biss, die Formulierung zu trocken und sein Witz zu verschlossen. Zu seinen literarischen Vorbildern gehörte der englische Dichter und Schriftsteller Jonathan Swift. Rabeners Kritik in der Form der Satire stand ganz im Zeichen der Aufklärung. Sie beabsichtigte keine revolutionären Umstürze, sondern lediglich positive Veränderung des Bestehenden.

Obwohl die Satire als literarische Gattung in Deutschland noch nicht etabliert war wie in England oder Frankreich, wurde sie aber von immer mehr Schriftstellern seiner Zeit verwendet und verzeichnete damit eine steigende Tendenz. Zu seinen weiteren literarischen Formen, mit denen der Schriftsteller Aufklärung betrieb, gehörten ausschließlich kleine Prosaformen wie die Satire in Briefform, Kommentierungen zu Sprichwörtern, Trauerreden, Gleichnisse und Lobreden sowie Wörterbuchartikel, die später auch der Göttinger Literaturkritiker und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg als Gattung aufnahm und ausbaute. In seinem "Versuch eines deutschen Wörterbuchs" oder "Beytrag zum deutschen Wörterbuch" stellte Rabener in einer für ihn gelegenen Form vielfältige Verfehlungen dar.

Seine gesamten veröffentlichten Prosasatiren fasste Wilhelm Rabener in den Jahren von 1751 bis 1755 in einer Gesamtausgabe mit dem Titel "Sammlung satyrischer Schriften" zusammen. Das Werk aus insgesamt vier Bänden wurde bis zum Jahr 1777 elfmal aufgelegt. 1760 verlor er seine gesamten unveröffentlichten Schriften, als bei einem preußischen Angriff sein Haus abbrannte.

Gottlieb Wilhelm Rabener starb am 22. März 1771 in Dresden.
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Biografie
Nachname: Rabener
Vorname: Gottlieb Wilhelm
Geburtsdatum: 1714-09-17
Geburtsort: Wachau (D).
Todesdatum: 1771-03-22
Todesort: Dresden (D).
Sternzeichen: Jungfrau 24.08 -23.09
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