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Gino Severini
Der italienische Avantgarde-Maler ist einer der Begründer des Futurismus und avancierte zu einem seiner bedeutendsten Vertreter. Unter den Futuristen verschaffte sich Gino Severini eine herausragende Position durch seine bemerkenswerte Originalität und durch seine abstrahierenden Ideen; dazu setzte er oftmals Collage-Elemente wirkungsvoll ein. Später malte Gino Severini seine Bilder in einem kubistischen Charakter, der dynamische Rhythmus steht für die Unruhe des modernen Lebens...
 
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Biografie
Gino Severini wurde am 7. April 1883 im italienischen Cortona geboren.

Severini studierte im Atelier des italienischen Malers und Innenarchitekten Giacomo Balla. Dort traf er auf den Maler, Bildhauer und Schriftsteller Umberto Boccioni. 1906 zog Severini nach Paris um. Dort machte er die Bekanntschaft mit französischen Neo-Impressionisten und Kubisten; er lernte unter anderem den italienischen Maler, Bildhauer und Zeichner Amadeo Modigliani, Max Jakob und den französischen Maler Georges Braque kennen. Neben zahlreichen anderen Künstlern gehörte auch Gino Severini im Jahr 1910 in Rom zu den Unterzeichnern des berühmt gewordenen futuristischen Manifestes des italienischen Schriftsteller und Futurismus-Begründers Emilio Filippo Tommaso Marinetti.

Zwei Jahre später stellte er mit anderen Malern des Futurismus an internationalen Ausstellungen aus. Die Zeit in den Jahren von 1910 bis 1913 standen im Zeichen von Gino Severinis künstlerischen Experimenten, dynamische Ausdrucksträger des Futurismus mit Elementen des Kubismus zu verbinden. Dazu wandte er unter anderem auch die Collage-Technik an. Sein Schaffen aus dieser Epoche hob sich durch eine hohe Originalität und seine abstrahierenden Ideen von den übrigen futuristischen Künstlern hervor. So entstand im Jahr 1912 das Bild mit dem Titel "Bal Tabarin", (Museum of Modern Art, New York). 1913 hatte Severini seine erste Einzelausstellung in der Marlborough Gallery in London. 1914 wechselte Gino Severini seinen künstlerischen Ausdrucksstil, er malte ab dieser Zeit in der Aussageweise des Kubismus.

Dennoch übernahm er kubistische Stilelemente wie die futuristische Rhythmisierung und Dynamisierung der Formen. In dieser Art und Weise entstand beispielsweise die Werke mit den Titeln "Der Krieg" und "Zug der Verwundeten" (1914). Das letztere Werk steht heute im Stedelijk Museum in Amsterdam. Die dynamischen Elemente in seinen Bildern aus dieser Phase stehen für die schwungvolle Hektik des modernen Lebens. In dieser Zeit pflegte Gino Severini aber auch den streng geometrischen Stil. Um das Jahr 1920 wandte er sich ab von dem Ausdruckscharakter aus kubistischen und futuristischen Elementen und ließ sich von Pablo Picassos Werken inspirieren. Severini schloss sich der neoklassizistischen Malweise der Bewegung Valori Plastici an. Sie erhielt ihren Namen von der Zeitschrift von Mario Broglio.

Die Bewegung stand der Pittura metafisica nahe und wandte sich gegen Expressionismus, Futurismus und Kubismus. Die Künstler besannen sich in ihren künstlerischen Aktivitäten auf die nationale Tradition des Quattrocento zurück. Gino Severini realisierte als Neoklassizist Wandmalereien mit religiösen Motiven. Er fertigte Werke für die Kapuzinerkirche in Sion an, für den Mailänder Justizpalast realisierte der Mosaike. Ab dem Jahr 1930 entdeckte Severini unter dem wiederholten Einfluss von Pablo Picasso den Kubismus für sich wieder, den er in einem dekorativen Charakter malte. Ab dem Jahr 1945 wechselte er abermals seine Ausdrucksweise und schloss sich den abstrakten Künstlern der Abstraction-Création an.

Im Jahr 1946 verließ er Italien und ließ sich in Paris nieder. Im gleichen Jahr erschien seine Autobiografie mit dem Titel "Tutta la vita di un pittore". 1955 beteiligte er sich an der ersten documenta-Ausstellung in Kassel.

Gino Severini starb am 26. Februar 1966 in Paris.
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Biografie
Nachname: Severini
Vorname: Gino
Geburtsdatum: 1883-04-07
Geburtsort: Cortona (I).
Todesdatum: 1966-02-26
Todesort: Paris (F).
Sternzeichen: Widder 21.03 - 20.04
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