Biografie

Paracelsus

Der Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph ist vor allen Dingen als Arzt und medizinischer Schriftsteller weithin berühmt geworden. In seiner Lehre vertrat er theosophische und naturphilosophische Kenntnisse, um neue Wege der menschlichen Erkenntnis zu finden. Er versuchte, die Theologie mit der Naturwissenschaft zu verbinden und schuf dadurch eine Art Pansophie. Paracelsus gilt als Modernisierer der mittelalterlichen Medizin, der die persönliche Erfahrung des Arztes vor der unselbstständigen Autoritätengläubigkeit in den Vordergrund stellte. Er gab darüber hinaus durch seine Methoden der Pharmazie, Alchemie und Pharmazie sowie der Wissenschaftsentwicklung überhaupt neue Impulse...
Theophrastus Bombastus Philippus von Hohenheim, später nannte er sich Paracelsus, wurde Ende 1493 beziehungsweise Anfang 1494 als Sohn des Arztes Wilhelm Bombast von Hohenheim in Einsiedeln im Kanton Schwyz geboren.

Im Jahr 1502 siedelte die Familie von Hohenheim nach Villach in Kärnten über. Paracelsus besuchte ab 1502 die Klosterschule St. Paul in Lavanttal, hospitierte an der Bergschule und war Laborant in den nahen Metallhütten und Mineralbergwerken. In den Jahren 1509/1510 reiste er nach Wien, wo er vermutlich den Grad des Bakkalaureats erwarb. 1512 machte er sich auf die Reise nach Italien. Dort studierte er an der Universität von Ferrara Medizin und wurde mit den Lehren des römischen Arztes Galenos, die er später erneuerte, bekannt. 1516 promovierte er zum "Doctor beyder arzneyen", der Chirurgie und Inneren Medizin.

Danach begann sein unstetes Leben, das ihn in ganz Europa herumführte. 1516/1517 nahm er am Venedischen Krieg als Feldarzt teil. Danach wanderte er durch Westeuropa. 1519 befand er sich als Feldarzt im Niederländischen Krieg, im Jahr darauf im Dänischen Krieg. Es folgten wiederum Wanderungen durch Osteuropa mit Abstechern nach Athen und Rhodos. 1524 kehrte Paracelsus nach Villach zurück, zog aber bald nach Salzburg. Dort praktizierte er als praktischer Arzt. Er bewies soziales Engagement, als er Partei nahm für eine Gruppe von aufständischen Bauern. Daraufhin musste er Salzburg bald wieder verlassen. Dieses Erlebnis war ihm zugleich Zugang zu seinem theologischen Schaffen, das sich an sozialen und ethischen Fragen orientierte und weniger eine ideologische Systematik aufwies.

Im Jahr 1526 befand er sich in Straßburg, wo er das Bürgerrecht erhielt. Er begegnete dort Erasmus Rotterdam. Im gleichen Jahr wurde er Stadtarzt und "Honorarprofessor" in Basel. Neben Vorlesungen in Latein hielt Paracelsus auch Vorlesung mit pragmatischen Themen über Geschwüre und offene Wunden, aber in deutscher Sprache sehr zum Ärgernis seiner Kollegen. Sein Werk "Herbarius, Das Buch von den natürlichen Dingen, De Mineralibus" sowie "Aphorismen des Hippokrates", "De modo pharmacandi", "Libri paragraphorum" entstanden 1527. Paracelsus lag bereits in dieser Zeit mit Kollegen und der Fakultät im Streit wegen seiner Kritik an anerkannten Fachautoritäten wie Hippokrates, Galen oder Avicenna. Paracelsus trat in seinen Lehren und Forschungen dafür ein, sich allein auf seine eigene Erfahrung zu verlassen und sich nicht auf tradierte Erkenntnisse zu verlassen.

Auf diesen Forscherethos beriefen sich später viele Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Literatur. Besonders im rationalistischen Aufklärungszeitalter ergab sich daraus die epochale Haltung der Selbsttätigkeit des Menschen und des Tatsachenbefundes. Mit dieser Haltung erneuerte Paracelsus auch die zeitgenössische Pharmakologie, deren Gegenstand – zuvor das Allgemeine betreffend – der einzelne konkrete Mensch wurde. Wegen juristischer Konflikte mit dem Magistrat verließ er 1528 Basel und reiste nach Colmar. Im gleichen Jahr beendete er seine Arbeit "Bertheonea". Seine Beschäftigung mit der damals unerforschten Syphilis mündeten in verschiedene Syphilis-Schriften wie zum Beispiel in den Traktat "Vom Ursprung und Herkommen der Franzosen samt der Rezepten Heilung 8 Bücher" (1529), in dem er zum erstenmal das Pseudonym Paracelsus verwendete. 1531 kam er in St. Gallen an.

Dort wie auch schon auf der Reise, die ihn über Beratzhausen, Regensburg und Amberg führte, entstand die Schrift "Paragranum". Darin legt er die vier Säulen der Heilkunst dar und rechtfertigt seine philosophische und medizinische Auffassung. "Opus Paramirum" stellte Paracelsus 1531 fertig, eine Lehrschrift über die Ursachen von Krankheiten. Weiterhin verfasste er in dieser Periode die Arbeit "Von den unsichtbaren Krankheiten" und theologische Ausarbeitungen. In St. Gallen beschäftigte sich Paracelsus wieder mit theologischen Fragen. Er kommentierte biblische Bücher oder dachte nach über das praktische christliche Leben. 1533 befand sich Paracelsus wieder auf Wanderungen durch das Appenzeller Land, unter anderem als Laienprediger. 1534 entstand die Schrift "Büchlein von der Pest". Im Jahr darauf verfasste er balneologische Schriften zur Heilwirkung von Thermalquellen.

Die zweibändige "Große Wundarzei" wurde 1536 gedruckt. Es gilt als sein Hauptwerk und blieb unvollendet. Im gleichen Jahr beziehungsweise 1537 reiste Paracelsus über München nach Eferding in Oberösterreich, es entstand die letzte Fassung "Von die Tartarischen Krankheiten". Im Frühjahr war seine Ärztekunst bei der Behandlung des Erbmarschalls J. von der Leipnik in Mährisch-Kromau gefragt. Die "Astronomia Magna" entstand 1537, blieb aber auch Fragment und wurde erst 1571 unter dem Titel "Die Ganze Philosophia Sagax der großen und kleinen Welt" gedruckt. Das Werk beinhaltet eine Vielzahl an theologischen und metaphysischen Gedanken und macht Paracelsus theologische Ungebundenheit deutlich. In Wien wurde er zu zwei Audienzen von Ferdinand I. in Wien empfangen. 1540 hielt er sich in Klagenfurt auf. Schon dort fühlte er sich krank.

Paracelsus Leben war vorwiegend ein Wanderleben, auf dem er besonders das einfache Volk kennen und schätzen gelernt hatte. Durch seine internationalen Wanderwege machte er auch Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Heilmethoden aus diesen Ländern. Paracelsus wichtigste Bedeutung liegt in der Medizin, die er durch seine Lehren und Forschungen vom Mittelalter herüberführte in die Neuzeit. Er gab darüber hinaus durch seine Methoden der Pharmazie, Alchemie und Pharmazie sowie der Wissenschaftsentwicklung überhaupt neue Impulse.

Paracelsus starb am 24. September 1541 in Salzburg.

NameTheophrastus von Hohenheim

AliasParacelsus

Geboren am01.12.1493

GeburtsortEinsiedeln (CH).

Verstorben am24.09.1541

TodesortSalzburg (A).