Biografie

Luigi Pirandello

Der Sohn eines sizilianischen Schwefelminenbetreibers machte in frühen Jahren die Erfahrung von Entfremdung, Isolation und Identitätsverlust. Diese Themen prägten dann auch das kreative Schaffen von Luigi Pirandello, der sich mit mehreren Romanen, 233 Kurzgeschichten und vor allem seinen einzigartigen Dramen zu einem der führenden Vertreter der Weltliteratur im 20. Jahrhundert entwickelte. Der Literaturnobelpreisträger (1934) verband in seinem Werk eine pessimistische Weltsicht mit tragikkomischer Ironie, um die Relativität aller Wahrheit auf schockierende Weise in Szene zu setzen...
Luigi Pirandello wurde am 28. Juni 1867 in Girgenti, heute Agrigento, auf Sizilien inmitten einer Cholera-Epidemie geboren.

Sein Vater betrieb als Unternehmer eine Schwefelmine. Pirandello wuchs isoliert gegenüber seinem unnahbaren, autoritären Vater und unter den Restriktionen der sizilianischen Gesellschaft auf. Diese Erfahrungen von Isolation und Widerstand gegen die Gesellschaftsnormen wurden zu den zentralen Themen seines kreativen Schaffens. Nach der Schule studierte Pirandello an den Universitäten Rom und Bonn, wo er seinen Doktor in Philologie machte. Danach kehrte er nach Rom zurück, wo er in den literarischen Zirkel um den Schriftsteller Luigi Capuana eintrat. Pirandello heiratete 1893 Antonietta Portulana, die Tochter des Geschäftspartners seines Vaters, die er kaum kannte. Es handelte sich um eine arrangierte Hochzeit sizilianischer Art.

Im Jahr 1894 veröffentlichte er unter dem Titel "Amori senza amore" eine Sammlung mit seinen ersten Kurzgeschichten. Ab 1897 war Pirandello als Lehrer am Istituto Superiore Magistero in Rom tätig. Infolge des Bankrotts der väterlichen Schwefelmine verfiel seine Frau ab 1903 in schwere psychische Störungen. Der Schriftsteller bezog aus dem Zusammenleben mit ihr die Gewissheit, dass Realität nur eine Frage der Wahrnehmung sei und man sich zu unterschiedlichen Menschen wandeln könne. Erst 1919 brachte er seine Frau in einer Klinik unter. Mit seinem Roman "Il fu Mattia Pascal" erntete Pirandello 1904 seinen ersten Erfolg nicht nur in Italien, sondern auch im Ausland. Die Probleme von Entfremdung und Identitätsverlust behandelte er auch im nachfolgenden Roman, der 1916 unter dem Titel "Si gira" erschien. 1925 legte er die Erzählung "Uno, nessuno centomila" vor.

Pirandello veröffentlichte auch insgesamt 233 Kurzgeschichten, die eine pessimistische Weltsicht mit tragikkomischer Ironie verbanden. Sein Hauptwerk legte der Schriftsteller jedoch im Bereich der Dramatik vor. Ab 1915 schrieb er Theaterstücke in sizilianischem Dialekt. Mit anderen Titeln wie "Così è (se vi pare)" (1917), "Sei personaggi in cerca d’autore" (1921) und "Enrico IV" (1922) legte er in den Jahren 1916-1924 seine bedeutendsten Beiträge zum modernen Drama und zur Weltliteratur vor, welche allesamt auf ironische Weise das große Thema der Relativität aller Wahrheit behandelten. Bei der Erstaufführung von "Sei personaggi in cerca d’autore" wurde Pirandello 1921 von der römischen Bühne gejagt, worauf er nur knapp dem entrüsteten Publikum durch den Hinterausgang des Theaters entkam. Dennoch wurde das Stück auf internationaler Ebene ein großer Erfolg.

Es folgten längere Aufenthalte in Berlin und Paris. Zu den späteren Dramen Pirandellos zählen "La nuova colonia" (1928), "Lazzaro" (1929) und "I giganti della montagna" (1931-1937). Ab 1925 inszenierte der Schriftsteller als Regisseur seine eigenen Stücke mit einer von ihm gegründeten Theatertruppe, die durch Europa und Südamerika tourte. Pirandello wurde 1934 für sein Lebenswerk mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

Luigi Pirandello starb am 10. Dezember 1936 in Rom an den Folgen einer Lungenentzündung.

NameLuigi Pirandello

Geboren am28.06.1867

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortGirgenti, h.: Agrigento (I).

Verstorben am10.12.1936

TodesortRom (I).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html