Biografie

Hans und Sophie Scholl

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl entwickelten im totalitären Hitler-Deutschland einen beeindruckenden und aufopferungsvollen Einsatz gegen die NS-Herrschaft, den sie wegen ihrer empfundenen Verantwortung mit ihrem Leben bezahlen mussten. In ihrem Kampf, der ungleicher nicht sein konnte, wählten sie als Waffen Flugblätter, in denen sie die Machtbesessenen, die Täter und Mitläufer der Wahrheit und Einsicht näher bringen wollten...
Sophie Scholl wurde am 09. Mai 1921 in Forchtenberg geboren, ihr Bruder Hans Scholl am 22. September 1918 in Ingersheim.

Ihre Jugend führte sie in die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus. Ihre Eltern lehnten die NSDAP bereits frühzeitig ab. Dennoch traten sie zunächst voller Überzeugung der "Hitler-Jugend" (HJ) und dem "Bund Deutscher Mädel" (BDM) bei. Großen Einfluss auf beide hatte der katholische Prediger Clemens August Graf von Galen. Mit fortschreitender Aufklärung und Verantwortung wurden sie in jener Zeit erbitterte Gegner des NS-Regimes in Deutschland.

Nachdem die Geschwister Scholl der "Deutschen Jungenschaft vom 1.11." beigetreten waren, wurden sie erstmals verhaftet und aktenkundig. Hans Scholl wurde zunächst für fünf Wochen inhaftiert. In der Folge wurden sie systematisch durch staatliche Organisation voneinander getrennt. Versuche, sich dem System zu entziehen, scheiterten. Nachdem Sophie die Schule abgeschlossen hatte wurde sie zum Arbeits- und Kriegshilfedienst eingezogen.

Hans wurde als Mitglied einer Studentenkompanie während der Semesterferien an die Kriegsfront entsandt. Sophie studierte in München Biologie und Philosophie, ihr Bruder Hans Medizin. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen Christof Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell wurde Hans Scholl Begründer der Protestbewegung "Weiße Rose". Gegen den Terror in Hitler-Deutschland kämpften sie mit einfachen Flugblättern. Der Gruppe schlossen sich später auch seine Schwester Sophie sowie der Philosophieprofessor Kurt Huber und weitere an.

Nach schweren Verlusten der Wehrmacht im Kessel von Stalingrad im Januar 1943 wurde auch das Vertrauen in den nationalsozialistischen Gedanken geschwächt. Die "Weiße Rose" nahm die Situation zum Nutzen, um in einer konzentrierten Aktion auf sich aufmerksam zu machen. Das letzte Flugblatt der Gruppe eröffnete mit den Worten: "Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. Dreihunderttausend deutsche Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in den Tod gehetzt. Führer, wir danken dir!".

In einer heimlichen Mission verteilten die Geschwister Scholl jene Flugblätter vor den Hörsälen der Universität München. Die verbleibenden Blätter wurden in den Lichthof des Gebäudes geworfen, wo sie vom dortigen Hausmeister beobachtet wurden. Von ihm wurden sie auch verraten und am 18. Februar 1943 verhaftet. Nach einem vier Tage andauernden Verhör wurden die Geschwister Scholl wegen Verschwörung und Schwächung der Wehrmoral durch Roland Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofs, am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt.

Noch am selben Tag wurde das Urteil gegen Hans und Sophie Scholl, sowie gegen Christof Probst vollstreckt. Kurz darauf wurden auch Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell verurteilt und hingerichtet.

NameHans und Sophie Scholl

Geboren am22.09.1918

GeburtsortForchtenberg und Ingersheim (D).

Verstorben am22.02.1943

TodesortMünchen (D).